Der Name Koblenz leitet sich vom lateinischen Confluentes (Zusammenfluss) ab, was sich auf das Zusammenfließen von Rhein und Mosel am so genannten "Deutschen Eck" bezieht.
Nächst größere Städte sind Bonn, etwa 60 km nördlich und Mainz etwa 90 km südlich.
Die Einwohnerzahl der Stadt Koblenz überschritt 1961 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde.
Koblenz liegt an dem durch Zusammenfluss von Mosel und Rhein gebildeten Dreieck ("Deutsches Eck"), begrenzt von den Ausläufern des Hunsrücks im Süden und der leicht hügeligen Landschaft des Maifeldes im Westen. Im Norden Übergang in das Neuwieder Becken. Die rechts des Rheins gelegenen Stadtteile im Osten des Stadtgebiets liegen in den Ausläufern des Westerwaldes, welche zum Teil mit starkem Gefälle bis dicht an den Fluss heranreichen.
Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Koblenz, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt:
Das Stadtgebiet von Koblenz ist in 28 Stadtteile gegliedert. Hiervon bilden 7 Stadtteile entsprechend § 10 der Hauptsatzung der Stadt Koblenz insgesamt 6 Ortsbezirke mit einem aus 5 bis 11 Mitglieder bestehenden Ortsbeirat und einem Ortsvorsteher als Vorsitzender des Ortsbeirats. Der Ortsbeirat ist zu allen wichtigen Fragen, die den Ortsbezirk berühren, zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme obliegt dann jedoch dem Gemeinderat der Gesamtstadt Koblenz. Die übrigen 21 Stadtteile haben keine Ortsbeiräte.
Die 28 Stadtteile von Koblenz:
Altstadt
Arenberg (Ortsbezirk zusammen mit Immendorf)
Arzheim (Ortsbezirk)
Asterstein
Bubenheim (Ortsbezirk)
Ehrenbreitstein
Goldgrube
Güls mit Bisholder (Ortsbezirk)
Horchheim
Horchheimer Höhe
Immendorf (Ortsbezirk zusammen mit Arenberg)
Karthause
Kesselheim (Ortsbezirk)
Lay (Ortsbezirk)
Lützel
Metternich
Mitte
Moselweiß
Neuendorf
Niederberg (mit Neudorf)
Oberwerth
Pfaffendorf
Pfaffendorfer Höhe
Rauental
Rübenach (Ortsbezirk)
Stolzenfels (Ortsbezirk)
Süd
Wallersheim
Geschichte
Eingemeindungen
Ehemals selbständige Gemeinden und Gemarkungen, die in die Stadt Koblenz eingegliedert wurden.
Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst.
Durch die Zugehörigkeit zum Erzstift Trier, dessen Residenzstadt Koblenz längere Zeit war, blieb die Stadt über Jahrhunderte katholisch. Die Reformation konnte kaum Fuß fassen. Es gab nur vereinzelte protestantische Gemeindeglieder, die sich an benachbarten Gemeinden hielten. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurden Protestanten offiziell geduldet (1783 Toleranzedikt von Kurfürst Clemens Wenzeslaus). 1802 erhielten die Protestanten das ehemalige St. Görgenkloster als Gottesdienstraum. Nachdem Koblenz 1815/1822 Teil der preußischen Rheinprovinz geworden war, zogen auch vermehrt protestantische Gemeindeglieder zu. Im Jahre 1902 erbauten sie sich schließlich die Christuskirche.
Die katholischen Gemeinden der Stadt gehören zum Dekanat Koblenz innerhalb der Region Koblenz der Diözese Trier.
Politik
An der Spitze der Stadt Koblenz stand der Schultheiß, der ab 1253 unmittelbarer landesherrlicher Beamter wurde. Daneben gab es einen Rat der Stadt, der im 16. Jahrhundert einem Amtmann unterstand. Ende des 18. Jahrhunderts als die Stadt französisch besetzt wurde, erhielt sie die Mairieverfassung mit einem Maire an der Spitze. Nach dem Übergang an Preußen 1815 leitete ein Oberbürgermeister die Stadtverwaltung. Die Stadt wurde Sitz der Provinz Großherzogtum Niederrhein beziehungsweise ab 1822 der Rheinprovinz, an deren Spitze der Oberpräsident stand. Ferner wurde sie Sitz des Landkreises Koblenz. 1856 wurde die preußische Städteordnung eingeführt. Bis zu diesem Zeitpunkt gehörten auch die Gemeinden Neuendorf, Moselweiß und Kapellen zur Bürgermeisterei Koblenz. Zum 1. Oktober1887 wurde Koblenz eine kreisfreie Stadt.
Das Wappen der Stadt Koblenz zeigt in Silber ein durchgehendes rotes Kreuz, belegt mit einer goldenen Krone. Die Stadtfarben sind Rot-Weiß.
Das heutige Wappen taucht erstmals im 14. Jahrhundert auf. Das Kreuz steht für das Herrschaftsgebiet des Erzbistums Trier, dessen Residenzstadt Koblenz lange Zeit war. Die Krone ist das lokale Wappensymbol und steht für die Himmelskönigin Maria, Schutzpatronin der Stadt, der die Kirche zu unserer lieben Frau gewidmet ist. Anfang des 19. Jahrhunderts erhielt die Stadt ein neues Wappen, das jedoch später wieder aufgegeben wurde.
In Koblenz ist neben Maschinenindustrie und Softwareentwicklung (Corus Aluminium international für die Flugzeug-, Schiffs- und Fahrzeugindustrie, TRW Automotive [Braking & Suspension] sowie CompuGROUP AG, Marktführer in Deutschland für Arztabrechnungssoftware) stark geprägt durch einen hohen Anteil an Behörden. Sie ist unter anderem Sitz des Bundesarchivs, der Bundesanstalt für Gewässerkunde und des Bundesamts für Wehrtechnik und Beschaffung sowie des Heeresführungskommando der Bundeswehr. Koblenz war bis Ende der Achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts die größte Garnisonsstadt Deutschlands.
Verkehr
Im Westen der Stadt führt die BundesautobahnA 61 Ludwigshafen-Mönchengladbach vorbei, im Norden die West-Ostverbindung der Autobahn A 48, welche die A 1 Saarbrücken-Köln mit der A 3 Frankfurt-Köln verbindet. Ferner führen die BundesstraßenB 9, B 42, B 40 und B 416 durch das Stadtgebiet.
In Koblenz befindet sich ein Studio des Südwestrundfunks (SWR) sowie das Studio Rheinland der privaten Rheinland-Pfälzischen Rundfunk GmbH & Co KG (RPR).
Als Tageszeitung erscheint die "Rhein-Zeitung", als Wochenzeitungen der "Koblenzer Schängel" und "Koblenzer Stadt-Anzeiger".
Bildung
Universität Koblenz-Landau, gegründet 1990 als Nachfolgeeinrichtung der Erziehungswissenschaftlichen Hochschule Rheinland-Pfalz (EWH) mit Standorten in Koblenz und Landau sowie dem Präsidialamt in Mainz, wo Hochschulleitung und zentrale Hochschulverwaltung angesiedelt sind. Aus den Wurzeln der EWH ergeben sich die erziehungswissenschaftlichen Studiengänge, weitere Studiengänge sind Informatik mit den Anwendungsschwerpunkten Sozialwissenschaft, Linguistik und Betriebswirtschaft.
Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung (WHU), in Vallendar (private Hochschule, gegründet 1984). Die WHU ist Deutschlands erste und bisher einzige deutsche Hochschule mit EQUIS-Akkreditierung. Sie bietet einen Diplomstudiengang in Betriebswirtschaft (ein vierjähriges deutschsprachiges Vollzeitstudium mit zwei Auslandssemestern), ein Executive MBA-Programm (zweijährig, englischsprachig, berufsbegleitend in Kooperation mit der Kellogg School of Management, USA) sowie ein Promotionsstudium zur Erlangung des akademischen Grades Dr. rer. pol. In MBA-Rankings belegt diese Einrichtung Weltspitzenplätze.
Fachhochschule Koblenz, gegründet 1971 als Teil der Fachhochschule Rheinland-Pfalz, 1996 verselbständigt. Angeboten werden die Studiengänge Architektur und Stadtplanung, Bauingenieurwesen, Betriebswirtschaft, Elektrotechnik und Informationstechnik, Maschinenbau sowie Sozialwesen.
Theologische Hochschule Vallendar in Trägerschaft der Pallottiner für die Ausbildung von Priestern, Ordensleuten und Laientheologen.
Die folgende Übersicht enthält bedeutende, in Koblenz geborene Persönlichkeiten chronologisch aufgelistet nach dem Geburtsjahr. Ob die Personen ihren späteren Wirkungskreis in Koblenz hatten oder nicht ist dabei unerheblich. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
1773, 15. Mai, Klemens Wenzel Graf (Fürst) Metternich, † 11. Juni1859 in Wien, österreichischer Staatsmann
1776, 25. JanuarJoseph Görres † 29. Januar1848 in München, Journalist; sein Denkmal steht in den Rhein-Anlagen (Koblenz), nach ihm ist auch das Görres-Gymnasium in Koblenz benannt.
1778 im Ortsteil Ehrenbreitstein, Clemens Brentano, † 1842 in Aschaffenburg, Dichter ("Kein Tierlein ist auf Erden"), Herausgeber der Volksliedsammlung "Des Knaben Wunderhorn" zusammen mit Achim von Arnim
1791, Peter Joseph von Lindpaintner, † 1856 in Nonnenhorn am Bodensee, Komponist
Preußens Städte - Denkschrift zum 100jährigen Jubiläum der Städteordnung vom 19. November 1808; hrsg. im Auftrag des Vorstandes des Preußischen Städtetages von Prof. Dr. Heinrich Silbergleit, Berlin, 1908
Städtebuch Rheinland-Pfalz und Saarland; Band IV 3. Teilband aus "Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte - Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart, 1964
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