Die RepublikKap Verde (Republica de Cabo Verde) ist ein Inselstaat in Afrika. Kap Verde liegt auf einem Archipel im Atlantik, etwa 600 Kilometer vor der Westküste Afrikas.
Kap Verde hat eine Fläche von 4033 km². Die Hauptstadt der kleinen Inselrepublik ist Praia mit 68.000 Einwohner.
Die kapverdischen Inseln beheimateten vor ihrer Entdeckung und Besiedlung durch die Portugiesen keine Urbevölkerung. Durch die Versklavung afrikanischer Menschen und der darauf folgenden Kreolisierung der Gesellschaft bietet sich dem Besucher der Inseln heute ein Bild der genetischen Vielfalt. Menschen mit dunkler Haut und blonden Haaren, iberisch wirkenden hellen Gesichtern mit krausen schwarzen Haaren, oder Dunkelhäutige mit blauen oder grünen Augen sind ein Zeugniss dessen.
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Die Geschichte der Kapverdier ist geprägt von Besiedelung und Emigration. Heute (2000) kommen zu den etwa 435.000 Bewohnern des Archipels geschätzte 700.000 im Ausland lebende Kapverdier hinzu.
Nach einer Volkszählung aus dem Jahr 2000 liegt das Geschlechterverhältnis Weiblich zu Männlich bei 51,9% zu 48,1%. Bedingt durch Hungersnöte und der daraus resultierende Auswanderung der Generation der 1940er und 1950er Jahre fehlen die heute 55-70 Jährigen fast völlig, dreiviertel der Bevölkerung sind unter 15 Jahren. Der Altersdurchschnitt betrug im Jahr 2000 17,4 Jahre, das Bevölkerungswachstum lag bei 2,4%.
Der durchschnittliche kapverdische Haushalt hat 4,6 Mitglieder, 54% der erwachsenen Bevölkerung bezeichnen sich als ledig, 24% leben in Partnerschaft ohne verheiratet zu sein und 16% sind verheiratet. 3% leben getrennt, beziehungsweise sind geschieden. Hierzu ist es hilfreich zu wissen, dass in kreolischen Kulturen verschiedene Formen des Zusammenlebens praktiziert werden, eine polygame Familienkonstruktion ist trotz der christlichen Prägung nicht selten.
Die Aussicht auf ein besseres Leben mit mehr Abwechslung, Job und Bildung treibt die jederzeit durch Dürre bedrohte Landbevölkerung in die Städte der Inseln. Heute zählen daher schon 54% zur Stadtbevölkerung, wobei über die Hälfte auf der Insel Santiago lebt.
Geschichte
Die Inselgruppe wurde im 15. Jahrhundert von portugiesischen Seefahrern entdeckt. Die erste Besiedlung fand schon im Jahre 1460 statt. 1532 errichtete man ein eigenständiges Bistum. Mit der Entsendung eines Generalgouverneurs erhielt die Insel einen offiziellen Status als portugiesische Kolonie. Am 5. Juli1975 errang Kap Verde die Unabhängigkeit von Portugal und es wurde ein Einparteienstaat errichtet. Im Jahre 1990 fand eine Verfassungsänderung statt, in der ein Mehrparteiensystem eingeführt wurde. Im Jahre 1991 gab es die ersten freien Wahlen, in denen die oppositionelle MPD stärkste Kraft wird.
Geographie
Die Republik Kap Verde liegt im östlichen Nordatlantik, vor der Westküste Afrikas. Die Inselgruppe besteht aus 15 Inseln von denen 9 bewohnt sind. Es wird unterschieden zwischen den Inseln vor dem Wind (Barlavento) und unter dem Wind (Sotavento). Die Inseln vor dem Wind sind Santo Antão, São Vicente, São Nicolau, Sal, Boa Vista und die unbewohnten Inseln Santa Luzia, Branco und Razo. Zur Sotavento-Gruppe gehören Maio, Santiago, Fogo und Brava sowie die unbewohnte Inselgruppe der Ilheus Secos ou do Romba.
Geologie
Der Archipel der Kapverden ist vulkanischen Ursprungs. Der letzte Ausbruch fand 1995 auf Fogo statt. Auf Santo Antão, besonders im Bereich Ponta do Sol, wird seit ca. 5 Jahren eine stetige Erhöhung der Wassertemperaturen beobachtet. Daraus leiten italienische Vulkanologen ein steigendes Risiko erneuter Ausbrüche ab. Die höchste Erhebung der Kapverden ist der Pico de Fogo mit 2.829 m.
Gliederung
Verwaltungstechnisch sind die Kapverden in 17 Distrikte (concelhos, singular - concelho) unterteilt: Boa Vista, Brava, Maio, Mosteiros, Paúl, Praia, Porto Novo, Ribeira Grande, Sal, Santa Catarina, Santa Cruz, São Domingos, São Filipe, São Miguel, São Nicolau, São Vicente, Tarrafal
Politik
Im Jahre 1975 errang die Inselgruppe die Unabhängigkeit von Portugal. Unter Vorsitz eines portugiesieschen Hohen Kommissars kam es zur Bildung einer provisorischen Übergangsregierung, die Wahlen zu einer verfassungsgebenden Versammlung organisierte. Bei diesen Wahlen kam es - trotz Teilnahme kleinerer Parteien - zur Dominanz der Afrikanischen Partei für die Unabhängigkeit Guineas und Kap Verdes (PAIGC). Sie stellte alle Sitze in der verfassungsgebenden Versammlung. Wie ihr Name schon sagt, erstrebte die Partei die Vereinigung mit Guinea. Jedoch wurde dies durch einen antikapverdischen Putsch in Guinea-Bissau verhindert. Somit kam es zur Verschlechterung der Beziehungen der beiden ehemaligen portugiesischen Kolonien. Die PAIGC nannte sich daraufhin in Afikanische Partei für die Unabhängigkeit Kap Verdes (PAICV) um. Ihre Mehrheit bei den Wahlen nutzte die PAICV zum Ausbau des Einparteiensystems und der Ausbau ihrer Macht. So wurden freie Gewerkschaften verboten und eine Einheitsgewerkschaft gegründet, und Kap Verde zum Einparteienstaat erklärt.
Bei den Wahlen 1985 erhielt die PIACV zwar 94,5% aller Stimmen, jedoch wurden Stimmen laut, die eine Demokartisierung, sprich Pluralismus forderten.
1990 kam es daraufhin zur Änderung der Verfassung und es wurde ein Mehrparteiensystem eingeführt. Außerdem gründete sich die Opposition im gleichen Jahr noch die Bewegung für mehr Demokratie (MPD), die bei den Wahlen 1991 auf anhieb die absolute Mehrheit von 65% erringen konnte. Die ersten freien Päsidentschaftswahlen gewann der unabhängige, aber von der MPD unterstützte António M. Monteiro, der Amtsvorgänger kam lediglich auf 25%.
Im Jahre 1993 wurde schließlich die Verfassung geändert und das Mehrparteiensystem dortdrin verankert. Im Weiteren wurde das Parlament geringfügig verkleinert und die Position des Ministerpräsidenten gestärkt, indem der Staatspräsident lediglich repräsentative Aufgaben erhielt. Mit der Wiederwahl Monteiros 1996 festigte sich der Demokratiesierungsprozess.
Die Wahlen 2001 führen mit dem Sieg der PAICV zum Wechsel der Regierung. Neuer Präsident wird Pedro de Verona Rodrigues Pires (*29. April1934). Eines der Hauptziele der neuen Regierung ist die Reduzierung der von hohen Auslandsverschuldung.
Die Kapverden verfügen über keine nennenswerten Ressourcen. Nur auf 4 Inseln gibt es, zumindest zu Zeiten in denen der jährliche Regen nicht ausbleibt, genügend Wasser für landwirtschaftliche Nutzung. Die landwirtschaftliche Produktion reicht nicht zur Eigenversorgung. 90 Prozent der Nahrungsmittel werden importiert. Der Fischreichtum in den Gewässern der Kapverden kann wegen der schlechten Ausrüstung der Fischer nicht ausgeschöpft werden.
Exportiert werden Fisch, Langusten, Bananen, Schuhe und Textilien. Exporte von Bananen, Salz, Zucker und Kaffee sind durch restriktivere Einfuhrbestimmungen der Zielländer und Preisverfall auf dem Weltmarkt stark zurückgegangen.
Der Kap Verde Escudo wurde 1998 an den portugiesischen Escudo und 1999 an den Euro gekoppelt. Das Ziel ist die wirtschaftliche Stabilisierung der Republik, sowie die Stoppung der Auswanderung vieler Bewohner nach Portugal.
Der Staat finanziert sich hauptsächlich aus Einfuhrzöllen. Erst in 2004 wurde eine Mehrwertsteuer (15%) eingeführt.
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