Die bereits vor 1815 zu Genf gehörenden Gebiete sind traditionell reformiert, die am Wiener Kongress angeschlossenen, vormals französischen und savoiardischen traditionell katholisch. Infolge starker Zuwanderung ist der Kanton heute mehrheitlich katholisch. Staat und Kirche sind nach französischem Vorbild getrennt.
Verfassung
Die gegenwärtige Kantonsverfassung datiert formal vom Jahre 1847, wurde 1958 aber grundlegend überarbeitet und ist auch seither mehrmals geändert worden.
Legislative
Gesetzgebende Behörde ist der Grosse Rat (Grand Conseil). Er hat 100 Mitglieder (Grossräte), die vom Volk nach Verhältniswahlrecht für eine feste Amtszeit von vier Jahren gewählt werden.
7.000 Wahlberechtigte haben das Recht zu verlangen, dass ein vom Grossen Rat erlassenes Gesetz dem Volksentscheid unterworfen wird. 10.000 Wahlberechtigte können selbst ein Gesetz vorschlagen.
Exekutive
Ausführende Behörde ist der Staatsrat (Conseil d'Etat). Er besteht aus 7 Mitgliedern (Staatsräte), die vom Volk nach Mehrheitswahlrecht für eine feste Amtszeit von ebenfalls vier Jahren gewählt werden. Seinen Vorsitzenden wählt der Staatsrat alle Jahre aus seiner Mitte.
Judikative
Gerichte sind die Cour de justice, die Cour d'assises, die Cour correctionnelle und die Cour de cassation. Verwaltungsrechtliche Streitigkeiten beurteilt das Tribunal administratif. Ferner gibt es mehrere Spezialgerichte.
Parteiensystem
Wirtschaft
Genf ist Sitz zahlreicher internationaler Behörden, bedeutende Bank- und Handelsstadt, hat diverse Industrien und ist Kongresszentrum. Nicht unbedeutender Tourismus.
Verkehr
Stadt und Kanton sind national und international bestens erschlossen: zweitgrösster Flughafen der Schweiz (Genève-Cointrin), Anschluss an das französische Hochgeschwindigkeits-Bahnnetz (TGV), Autobahn Lyon-Bern.
Der lange Zeit vernachlässigte regionale öffentliche Verkehr wird derzeit mittels des erneuten Ausbaus des zuvor stark reduzierten Strassenbahnnetzes wieder stark gefördert.
Bildung
Geschichte
Der Kanton Genf wird 1815 aus der Stadt Genf, deren Untertanengebieten sowie den ihm vom Wiener Kongress zugesprochenen ehemals französischen und savoyardischen Territorien (z.B. Stadt Carouge) gebildet; zur Geschichte bis dahin siehe den Artikel Genf (Stadt). Das aristokratische Regime hält sich weiterhin, weshalb Genf im Sonderbundskrieg neutral bleibt. Noch im selben Jahr 1847 erfolgt der politische Umschwung; Genf gibt sich eine neue Kantonsverfassung und stimmt 1848 der neuen schweizerischen Bundesverfassung zu. Seither gehört es zu den liberalen Kantonen der Schweiz.
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