Die Kaninchennasenbeutler (Macrotis) sind eine Gattung aus der Familie der Australischen Nasenbeutler (Peramelidae) aus der Beuteltierordnung der Nasenbeutler (Peramelemorphia). Es gibt zwei Arten: den Großen Kaninchennasenbeutler (Macrotis lagotis) und den ausgestorbenen Kleinen Kaninchennasenbeutler (M. leucura). Auf englisch heißen diese Tiere Bilbies.
Das herausragendste Merkmal des Kaninchennasenbeutlers sind die großen, hasenähnlichen Ohren. Das Fell ist grau und weich, der Schwanz ist teilweise schwarz gefärbt. Wie alle Nasenbeutler hat er eine lange, spitze Schnauze, zum Graben geeignete Vorderbeine und längere Hinterbeine. Seine Körperlänge beträgt bis zu 55 cm, der Schwanz wird 30 cm lang und er erreicht ein Gewicht von bis zu 1,6 kg.
Lebensweise
Früher bewohnten Kaninchennasenbeutler unterschiedliche Habitate, heute sind sie auf wüstenartige Gebiete beschränkt. Sie legen mit ihren bekrallten Vorderpfoten tunnelartige Baue an, die sich spiralförmig bis in 2 m Tiefe erstrecken. Tagsüber dienen diese Baue den Tieren als Versteck, wobei die meisten Tiere mehrere (bis zu zwölf) solcher Baue in ihrem Revier haben. Zum Schlafen hocken sie sich auf die Hinterbeine, stecken die Schnauze zwischen die Vorderbeine und decken die Augen mit den langen Ohren zu. In der Nacht gehen sie auf Nahrungssuche. Sie sind strikte Einzelgänger, Baue werden fast ausschließlich nur von einem Tier belegt.
Nahrung
Kaninchennasenbeutler jagen vorwiegend Insekten und Larven, nach denen sie im Boden graben. Gelegentlich nehmen sie auch kleine Wirbeltiere (Echsen, Mäuse) und Pflanzen zu sich.
Fortpflanzung
Die Paarungszeit findet zwischen März und Mai statt. Nach vierzehntägiger Tragzeit kommen ein bis drei Junge zur Welt, die die nächsten 75 Tage ausschließlich im Beutel der Mutter verbringen. Die Beutel öffnen sich nach hinten. Nach zwei weiteren Wochen sind sie entwöhnt. Die Lebenserwartung beträgt maximal sieben Jahre.
Bedrohung
Aus den Gebieten, wo Weidewirtschaft betrieben wird oder wo die eingeschleppten Hasen, Katzen oder Füchse vorkommen, ist der Große Kaninchennasenbeutler verschwunden, sodass er heute nur mehr die trockensten Gebiete im Inneren Australiens bewohnt. Seit den 1970ern gibt es Bemühungen, Kaninchennasenbeutler aus Schokolade (»Easter Bilbies«) als einheimische Alternative zum Osterhasen anzubieten. Die Einkünfte dieser Schoko-Kaninchennasenbeutler werden teilweise für Maßnahmen zum Schutz der Art verwendet. Die IUCN listet den Großen Kaninchennasenbeutler als gefährdet (vulnerable).
Der Kleine Kaninchennasenbeutler bewohnte früher ebenfalls weite Teile Australiens, er ist in den 1930ern ausgestorben.
Systematik
Früher wurden die Kaninchennasenbeutler als eigene Familie (Thylacomyidae) innerhalb der Nasenbeutler angesehen. (Thylacomys ist ein ungültiger Gattungsname für Macrotis.) Heute werden sie den Australischen Nasenbeutlern (Peramelidae) zugeordnet.
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