Jedes SPD-Mitglied unter 35 ist automatisch Juso. Seit 1994 können auch Nicht-Mitglieder offiziell bei den Jusos mitarbeiten. Ein eigener Mitgliedsbeitrag existiert nicht, die Mitgliedschaft ist kostenfrei. Die Jusos haben zur Zeit knapp 70.000 Mitglieder (2003), die meisten Mitglieder zählte der Verband 1973 mit 300.000. Relativ zur SPD ist der Anteil von rund 30 Prozent (1973) auf acht Prozent abgesunken.
Aufbau
Die Strukturen der Jusos sind deckungsgleich mit denen der SPD. Der Bundesverband ist aufgeteilt in Bezirke, die zumeist den Bundesländern entsprechen. In Hessen und Niedersachsen gibt es weiterhin mehrere Bezirke auf regionaler Ebene, welche dort einen (eher unbedeutenden) Landesverband bilden. Unterhalb der Bezirke gibt es auf der Ebene der Großstädte und der Kreise die Unterbezirke. In den Stadtteilen oder den Gemeinden können Arbeitsgemeinschaften gebildet werden. An den meisten größeren Hochschulen existieren Juso-Hochschulgruppen.
Logo
Seit den siebziger Jahren nutzen die Jusos die traditionelle "Faust mit Rose" der Sozialistischen Internationale als ihr Logo. 1997 gab sich der Verband ein modernisiertes Logo, das allerdings von einigen Bezirken zum Teil aus Traditionsbewusstsein, zum Teil als Ergebnis von Strömungsstreitigkeiten abgelehnt wird.
Geschichte
Die Jusos entstanden zwischen 1918 und 1920 als sich Gruppen von 20 bis 25 Jahre alten Sozialdemokraten zusammenfanden. Zahlenmäßig blieben die Jusos eher unbedeutet und hatten zwischen 3.000 und 5.000 Mitgliedern. 1931 löste die SPD im Zuge eines innerparteilichen Streits die Jusos auf.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden 1946 die Jungsozialisten wiedergegründet. Zunächst stellen ehmalige Frontsoldaten die Mehrheit der Mitglieder. Die Jusos waren in ihren ersten Jahren zunächst loyal der Mutterpartei gegenüber und folgten linientreu der inhaltichen Ausrichtung der SPD, bis sich im Jahr 1969 die Linkswende der Jusos vollzog: Die Jusos beschlossen auf ihrem Bundeskongress in München die Wende von der braven, angepassten Parteijugend hin zu einem linken politischen Verband. Die Jusos verstehen sich seitdem als "sozialistischer Richtungsverband" innerhalb der SPD, der auf die inhaltliche Ausrichtung der Partei aktiv Einfluss nimmt. Später nahmen die Jusos zudem immer häufiger feministische Positionen ein.
Im Rahmen der 68er-Bewegung gelang es den links der SPD positionierten Jusos über 300.000 Mitglieder zu zählen und viele SPD-Gremien zu "übernehmen". Der Zerfall folgte mit der aufkommenden Strategiedebatte und den stärker werdenden Grabenkämpfen zwischen den drei sich als marxistisch verstehenden Flügeln. Neben der reformistisch-undogmatischen Strömung bildeten sich zwei Minderheitsgruppen mit Stamokap- beziehungsweise antirevisionistischer Ausrichtung. Die theoretische Diskussion auf abgehobenen Niveau band die praktischen Kräfte. Mit dem Ausschluss des Vorsitzenden Klaus Uwe Benneter wird der Höhepunkt der Selbstzerfleischung überwunden. Aber auch heute noch bestimmen oft Flügelkämpfe zwischen verschiedenen, ständig neugegründeten und umbenannten Strömungen innerhalb der Jusos einige Delegiertenversammlungen auf Bezirks- und Landesebene, während diese Streitigkeiten in anderen Landesbezirken keine Rolle mehr spielen. Dem Ruf, sich mehr intern als mit dem politischen Gegner zu streiten, wurde der Verband in der Vergangenheit oft gerecht. In den letzten Jahren scheint sich jedoch eine Änderung anzubahnen.
Konflikte mit der SPD
Obwohl sich auch die SPD in ihrer Grundsatzprogrammatik zum demokratischen Sozialismus bekennt, gibt es regelmäßig Konflikte mit den Jungsozialistinnen und Jungsozialisten. Seit der Linkswende 1969 bestimmen oft visionäre und offensive Forderungen die Debatte. Nicht selten kommt es zu gegensätzlichen Ansichten von Jusos und SPD. So befürworten die Jungsozialisten heute beispielsweise die Abschaffung der Wehrpflicht, die Legalisierung von weichen Drogen (Cannabis) und die Wiedereinführung einer Vermögensteuer. Der SPD sind die Jusos kritischer als es ihr selbst lieb ist. Immer wieder hat der Bundesverband daher erfolglos versucht, die Jusos zu entmachten: Parallel aufgebaute Jugendgruppen der Partei (RedNet, Junge Sozialdemokraten, junge Wahlkampfteams, NEXT) behaupten sich gegen die Jusos nicht dauerhaft.
In vielen Bezirken der Jungsozialisten herrschten bis in die 90er marxistische Positionen vor. Hier ist unter anderem die Stamokap-theorie zu nennen. Problematisch ist hierbei die schwache rechtliche Stellung der Jungsozialisten, wodurch im Konfliktfall Gliederungen bei einem sachgerechten Grund aufgelöst werden können, wie die Bundesschiedskommission der SPD im Fall der Auflösung der AG-Dachau entschieden hat. Demgegenüber sind andere politische Jugendorganisationen wie beispielsweise die Junge Union rechtlich selbständige Vereine und unterliegen damit nicht der Organisationsgewalt der Partei.
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