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Julianischer Kalender

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Der Julianische Kalender wurde von Julius Cäsar eingeführt und war bis ins 20. Jahrhundert in Teilen der Welt gültig.


Der Julianische Kalender darf nicht mit dem Julianischen Datum verwechselt werden.


Der alte Römische Kalender war ursprünglich ein von den Griechen übernommener Mondkalender. Dieser wurde je nach Bedarf in unregelmäßigen Abständen an das Sonnenjahr angepasst. Dies führte zu so großen Schwierigkeiten, dass Julius Cäsar einen neuen Kalender von dem ägyptischen Astronomen Sosigenes ausarbeiten ließ. Den Anstoß dazu lieferte der Sonnenkalender, den Cäsar 48 v. Chr. in Ägypten kennen gelernt hatte.


Dieser neue, später ihm zu Ehren »julianisch« genannte Kalender trat im Jahre 46 v. Chr. in Kraft. Er bestand aus 12 Monaten mit je 30 oder 31 Tagen (wie heute noch üblich), die die Bezeichnungen aus dem römischen Kalender zunächst behielten. Jedes vierte Jahr (Schaltjahr) wurde der 24. Februar verdoppelt, das heißt, es wurde ein zusätzlicher 24. eingefügt. Doch die Regel wurde nach Cäsars Tod von den Priestern falsch angewandt. Die Priester verfügten bereits alle drei Jahre ein Schaltjahr. Das erste Schaltjahr war 45 v. Chr., danach alle durch 3 teilbaren Jahre bis 9 v. Chr. Die dadurch zu viel gezählten Schaltjahre wurden durch Kaiser Augustus korrigiert, indem erst wieder 8 n. Chr ein Schaltjahr eingefügt und zum Vierjahreszyklus übergegangen wurde.


Im Jahre 44 v. Chr. wurde der Quintilis (ursprünglich »fünfter Monat«, seit 153 v. Chr. der siebente) Julius Cäsar zu Ehren in Julius umbenannt.


Später wurde der Sextilis (ursprünglich »sechster Monat«, seit 153 v. Chr. der achte) zu Ehren Kaiser Augustus nach diesem benannt. Gleichzeitig wurde der August von 30 auf 31 Tage verlängert, um keine »Benachteiligung« des Augustus gegenüber Julius entstehen zu lassen. Der Tag wurde dem Februar entnommen.


Der julianische Kalender an sich war im gesamten römischen Reich anerkannt, die Jahresanfänge jedoch wurden von Region zu Region verschieden gehandhabt. Der Jahresanfang war in Ägypten am 29. August, in Russland und Byzanz am 1. September und in anderen Ländern an noch anderen Tagen. Erst ab dem 13. Jahrhundert setzte sich der 1. Januar mehr oder weniger allgemein durch.


Das julianische Jahr ist gegenüber dem Sonnenjahr um 11 Minuten und 14 Sekunden zu lang. Dies führte zu einer zunehmenden Abweichung, die im 14. Jahrhundert schon mehr als sieben Tage betrug. Dies veranlasste schließlich die Korrektur durch Papst Gregor XIII. im 16. Jahrhundert, der damit den Gregorianischen Kalender im Jahre 1582 einführte.


Da der neue Kalender vom Papst eingeführt wurde, benutzten ihn zunächst nur die katholischen Staaten. Die meisten protestantischen Staaten behielten den Julianischen kalender bis ins 18. Jahrhundert bei, Russland führte ihn erst nach Gründung der Sowjetunion im 20. Jahrhundert ein.


Einige orthodoxen Kirchen (z. B. die russische) begehen ihre Feste weiterhin nach dem Julianischen Kalender. Ihr Weihnachten (25. Dezember) fällt darum derzeit auf den 7. Januar (greg.). Der Ostertermin wird in allen orthodoxen Kirchen (außer der finnischen) nach dem julianischen Frühlingsanfang berechnet und fällt daher nur gelegentlich mit dem Osterdatum der westlichen Kirchen zusammen.


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