Jülich liegt im Rurtal an der Rur. Begrenzt wird das Stadtgebiet im Norden von der Stadt Linnich, im Nordosten von der Gemeinde Titz, im Südosten von der Gemeinde Niederzier, im Süden von der Gemeinde Inden und im Westen von der Gemeinde Aldenhoven. Die größte Ausdehnung von Ost nach West beträgt 13,3 km und von Nord nach Süd 10,9 km. Der höchste Punkt von Jülich liegt in Bourheim bei 110 m (außer Sophienhöhe), der tiefste bei 70 m in Barmen. Jülich besteht neben der Kernstadt aus den Stadtteilen Altenburg, Barmen, Broich, Bourheim, Daubenrath, Güsten, Koslar, Lich-Steinstraß, Mersch, Merzenhausen, Pattern, Stetternich und Welldorf.
Stadtbezirke
Die Stadt Jülich gliedert sich in 16 Stadtbezirke:
Kernstadt
Altenburg
Barmen
Bourheim
Broich
Daubenrath
Güsten
Kirchberg
Koslar
Lich-Steinstraß
Mersch
Merzenhausen
Pattern
Selgersdorf
Stetternich
Welldorf (mit Serrest)
Geschichte
Jülich wird erstmals in römischer Zeit als Kastell Juliacum an einer Straße durch das Rurtal genannt. Die Grafen und Herzöge von Jülich bauen ihre Macht im Mittelalter aus und erheben Jülich 1234 (Graf Wilhelm IV.) zur Stadt. Durch Schlachten gegen den Erzbischof von Köln wird Jülich 1239 zerstört. 1416 erhält die Stadt von Herzog Rainald von Jülich-Geldern das finanzielle Selbstbestimmungsrecht. 1547 wird die Stadt nach einem Brand im Stil der Renaissance als Idealstadt unter Leitung des Architekten Alessandro Pasqualini neu gebaut. Die Zitadelle wird später von dem französischen Festungsbaumeister Sébastien le Prestre de Vauban besucht und als vorbildlich beurteilt. Nachdem die Herzogliche Linie 1609 ausstirbt, wird das Herzogtum Jülich aufgeteilt.
Die Stadt gehört danach mit dem Herzogtum zu Pfalz-Neuburg, dann Kurpfalz (1685) und Bayern (1685).
1794 bis 1814 gehört Jülich als Juliers zum französischen Staatsgebiet. Die Franzosen erweitern die Festungsanlagen um den napoleonischen Brückenkopf an der Rur. 1815 wird Jülich preußische Festungsstadt und Kreisstadt. Die Festung wird 1860 geschleift.
Am 16. November1944 (Zweiter Weltkrieg) wird Jülich bei einem Angriff alliierter Bomber zu 97% zerstört, da es - obwohl die Stadtanlage, der Brückenkopf und die Zitadelle längst nicht mehr als Festung genutzt werden - als ein Haupthindernis bei der Einnahme des Rheinlandes gilt.
In den Jahren 1949 bis 1956 erfolgte der Wiederaufbau des Stadtkerns, bei dem es gelang, den überlieferten Renaissance-Grundriss zu erhalten.
1998 findet die Landesgartenschau in Jülich statt. Durch diese Entscheidung wurde die umfangreiche Restaurierung der Festungsanlagen des Brückenkopfes und die Anlage eines großen Naherholungsgebietes - des Brückenkopfparks - ermöglicht.
In der heutigen Zeit erhält Jülich vor allem durch das weltweit bekannte Forschungszentrum (seit 1956), das Kurzwellensendezentrum der Deutschen Telekom AG und die Fachhochschule (seit 1970) Bedeutung. Wahrzeichen von Jülich ist der Hexenturm.
Städtepartnerschaft
Jülich hat seit 1964 eine Städtepartnerschaft mit der nordfranzösischen Stadt Haubourdin.
1956 errichte der Westdeutsche Rundfunk auf der Merscher Höhe den ersten Kurzwellensender. In den Folgejahren wurde diese Anlage stark ausgebaut. Am 1. September1961 wurde diese Anlage im Zuge der Gründung der Deutschen Welle an die damalige Deutsche Bundespost übergeben. Im Laufe der Zeit wurden 10 Sender mit Leistungen von 100 Kilowatt installiert, wobei als Sendeantennen riesige Dipolwände zwischen freistehenden Stahlfachwerktürmen gespannt wurden. Heute werden diese Sender zum überwiegenden Teil an ausländische Anbieter vermietet. In den 90er Jahren wurde auf dem Areal des Kurzwellenzentrus Jülich auch eine Sendeanlage für Mittelwelle, bestehend aus an einer an einem Turm der Sendestation abgespannten Langdrahtantenne. Sie sollte zur Verbreitung des Programms von Radio Viva auf 702 kHz genutzt werden, allerdings ging diese Anlage nie planmäßig in Betrieb.
Eva Behrens-Hommel: Sagen und Überlieferungen des Jülicher Landes, 1996, ISBN_3-87227-061-3
Eva Behrens-Hommel: Mundartsammlung des Jülicher Landes, 1997, ISBN_3-87227-062-1
Günter Bers: Jülich - Geschichte einer rheinischen Stadt, Jülich 2004, ISBN_3-932903-26-9
Guido von Büren (Hrsg.): Jülich Stadt - Territorium - Geschichte, Kleve 2000, ISBN_3-933696-10-7
Ulrich Coenen: Von Juliacum bis Jülich. Die Baugeschichte der Stadt und ihrer Vororte von der Antike bis zu Gegenwart, 2. Aufl., Aachen 1989. ISBN_3-925714-17-0
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