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Johann IV. (Portugal)
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Biografie / Biographie / Biography

* 18. März 1604 - † 6. November 1656

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Johann (João) IV. (* 18. März 1604; † 6. November 1656 in Lissabon) war König von Portugal, der erste Monarch aus dem Hause Braganza.


Leben

[Bild extern:] König Johann IV. von Portugal


Johann wurde als Sohn von Teodosius II., dem siebten Herzog von Braganza, und seiner Ehefrau Anna de Velasco y Giron geboren. Nach dem Tode seines Vaters 1630 wurde er achter Herzog von Braganza. Zum Zeitpunkt seiner Geburt war das Haus Braganza, das sich in nichtehelicher Linie auf das alte portugiesische Königshaus Avis zurückführte, die mächtigste portugiesische Adelsfamilie. Eigene portugiesische Könige gab es allerdings schon seit 1580 nicht mehr. In diesem Jahr war mit Kardinal Heinrich der letzte portugiesische König aus dem Hause Avis gestorben; seitdem regierten die spanischen Könige aus dem Hause Habsburg Portugal in Personalunion.


Während der erste spanische König auf dem portugiesischen Thron, Philipp I. von Portugal (=Philipp II. von Spanien), die dem Lande gegebene Autonomieversprechen noch weitgehend einhielt, gerieten diese Versprechung unter seinen Nachfolgern Philipp II. von Portugal (= Philipp III. von Spanien) und Philipp III. von Portugal (= Philipp IV. von Spanien) immer mehr in Vergessenheit, so dass Portugal schließlich weitgehend wie eine spanische Provinz regiert wurde.


Die spanischen Habsburgerkönige und ihre österreichischen Verwandten waren in alle großen Kriege dieser Zeit verwickelt, mit Frankreich, England und den Niederlanden, die österreichischen Habsburger noch zusätzlich mit den Türken und den protestantischen Reichsständen im Dreißigjährigen Krieg. Um alle diese Kriege bezahlen zu können, erhoben die spanischen Könige hohe Steuern, die die Portugiesen genauso trafen, wie alle anderen Untertanen der Spanier. Außerdem hielten sich die europäischen Gegner Spaniens an den ehemals portugiesischen Kolonien schadlos, so verlor Portugal Hormuz an die Briten (1622), die Holländer erobern Ceylon und Malakka, setzen sich in Brasilien (1630, Pernambuco) und Afrika fest.


All dies führte zu beträchtlichem Unmut in der portugiesischen Bevölkerung, der sich in erfolglosen Aufständen 1634 und 1637 entlud. Der Tropfen, der das sprichwörtliche Faß zum überlaufen brachte, war das Dekret Philipp III. (IV.), welches den Zusammenschluss der portugiesischen mit der spanischen Armee - für den selbstbewußten portugiesischen Adel eine große Schmach und eine eindeutige Verletzung der Autonomieversprechen, die Philipp I. (II.) bei seiner Thronbesteigung seinerzeit den portugiesischen Cortes gegeben hatte.


1640 brach ein Aufstand in Katalonien aus. Der Herzog von Olivares, der allmächtige Premierminister Philipp III. (von Portugal, =Philipp IV. von Spanien), plante, portugiesische Truppen zur Niederschlagung des Aufstandes gegen die Katalanen einzusetzen, was in Portugal für weitere Empörung sorgt. Frankreich, der große Widersacher der Habsburger und damit Spaniens, sah eine Chance, die Spanier zu schwächen, Kardinal Richelieu unterstützte deshalb die Portugiesen und ermuntert den Herzog von Braganza zum Aufstand gegen die Spanier. Die spanische Schwäche nutzend, wird in einem Handstreich in Lissabon die spanische Statthalterin, die Herzogin von Mantua, gestürzt und das Oberhaupt der Familie Braganza, Herzog Johann II. als Johann IV. zum König von Portugal ausgerufen.


Damit waren 60 Jahre spanischer Fremdherrschaft beendet, Portugal hatte wieder einen eigenen König. Johann IV. begab sich nach Lissabon; ein Aufstand, der vom Erzbischof von Braga und einigen Adligen angestiftet wurde und das Ziel hatte, den Thron an die Habsburger zurückgeben, scheiterte, und Johann ließ mehrere Adlige hinrichten und Geistliche zu längeren Haftstrafen verurteilen.


Spanien reagierte erst Jahre später auf die Ereignisse in Portugal. Grund dafür war, daß Spanien durch den Dreißigjährigen Krieg und den Krieg mit Frankreich seine Armeen zunächst anderweitig benötigte. Nur 1644 kommt es zu einer kleineren Schlacht bei Montijo. Portugal erneuert zunächst seine Allianz mit England (Verträge mit Karl I. 1642, Oliver Cromwell 1654 und Karl II. 1661, der Katharina von Braganza, eine Tochter Johann IV. heiratete). Portugal tritt Tanger und Bombay an England ab. Johann IV. versuchte erfolgreich, Teile des portugiesischen Kolonialreiches zurückzuerobern. Zwar waren Ceylon und Malacca endgültig an die Holländer verloren, aber es gelingt ihm, die Holländer 1648 aus Luanda und São Tomé und im Bündnis mit den Engländern während des ersten Englisch-Niederländischen Seekrieges 1652 aus Brasilien zu vertreiben.


Durch den Verlust der ostindischen Kolonien wurde Brasilien jetzt zur wirtschaftlich bedeutendsten portugiesischen Kolonie. Rohrzucker, Gold und Diamanten aus Brasilien wurden zur wichtigsten Quelle portugiesischen Reichtums. Wegen der absehbaren Konfrontation mit den Spaniern verstärkte der König die Landesverteidigung. So wurde ein permanenter Kriegsrat und ein geheimer Rat zur Verteidigung der Landesgrenzen gegründet. Unter Johann wurde Portugal wieder zu einem mächtigen und in Europa respektierten Land.


Spanien erkannte Johann IV. allerdings nie als König an. Erst die Siege von Johanns Nachfolger, Alfons VI. führten schließlich 1668 zum Frieden von Lissabon mit dem Spanien endgültig auf alle Ansprüche auf den portugiesischen Thron verzichten musste.


Familie

Johann IV. heiratete 1633 Luisa von Guzman, mit der er die folgenden Kinder hatte:




Zudem war er noch Vater der unehelichen Tochter Maria (* 1643 - † 6. Februar 1693).


Siehe auch: Geschichte Portugals, Zeittafel der Geschichte Portugals


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