Interchannel-Signale (aus dem Englischen: zwischen den Kanälen) werden die Lautsprechersignale genannt, die bei der üblichen Stereo-Tonaufnahme erzeugt werden. Diese Signale zwischen den Lautsprechern sind frequenzunabhängigePegeldifferenzen, sowie Laufzeitdifferenzen. Das ist die übliche "Stereofonie" also die Lautsprecher-Stereofonie. Die Hörereignisrichtung der Phantomschallquellen auf der Lautsprecherbasis können mit den Panpots und den damit zu regelnden Pegeldifferenzen eingestellt werden. Δ Lmax = 18 dB (16 bis 20 dB) für volle Seitwärtsrichtung aus einem Lautsprecher. Auch mit den Laufzeitdifferenzen der Mikrofonsysteme sind die Phantomschallquellen auf der Lautsprecherbasis zu verändern. Δ tmax = 1,5 ms (1 bis 2 ms) für volle Seitwärtsrichtung aus einem Lautsprecher.
Im Gegensatz hierzu stehen die interauralen Signale (zwischen den Ohren). ILD = interaural level difference und ITD = interaural time difference. Das sind die Ohrsignale, als speziell frequenzabhängige Pegeldifferenzen (Spektraldifferenzen), sowie dem Ohrabstand entsprechende Laufzeitdifferenzen (ITDmax = 0,63 ms), die von einem binauralen Kunstkopf erzeugt werden und die über Kopfhörer abgehört werden müssen. Im englischsprachigen Raum heißt diese Kopfhörer-Stereofonie unverwechselbar "Binaural Recording and Reproduction" und unter "Stereophony" wird dort allein die übliche Lautsprecher-Stereofonie verstanden.
Beide Verfahren stehen sich gegenüber und sind unbedingt sorgfältig auseinanderzuhalten.
Kunstkopf-Aufnahmen, die über Stereo-Lautsprecher wiedergegeben werden, und übliche Stereo-Mikrofonaufnahmen, die über Kopfhörer wiedergegeben werden, müssen ein in Klangfarbe und Richtungsabbildung verändertes falsches Klangbild liefern. Es ist müßig, eine Kompatibilität (Übereinstimmung) herbeizureden, die hierbei nicht vorhanden ist.
Es gibt zahlreiche Versuche mit Laufzeit-Übersprechkompensationen (Crosstalk Canceller) und Filterentzerrung, um Kunstkopfaufnahmen, wenn auch nur für einen relativ kleinen Abhörbereich, für Stereo-Lautsprecherwiedergabe anhörbar zu machen (Transaural-Stereo). Umgekehrt gibt es Versuche mit Laufzeit- und Filter-Entzerrung, um Stereo-Mikrofonaufnahmen auch für Kopfhörerwiedergabe anhörbar zu machen, d.h. um besonders die "Im-Kopf-Lokalisation" zu beseitigen.
Die Einteilung in "raumbezogene Stereofonie" und "kopfbezogene Stereofonie" ist wenig glücklich, weil jegliches Stereohören unseren Kopf mit den Ohren benötigt, also kopfbezogen ist. Wir kommen mit den klar zu unterscheidenden Begriffen: "Lautsprecher-Stereo" und "Kopfhörer-Stereo" aus.
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