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Indonesien

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Die Republik Indonesien (indones.: Indonesia) wurde am 17. August 1945 proklamiert, am 27. Dezember 1949 endgültig unabhängig. Der Name Indonesien setzt sich aus dem lateinischen Wort indus für Indien und dem griechischen Wort nesos für Insel zusammen.


Inhaltsverzeichnis


1 Geographie

2 Regierung und Verwaltung

3 Geschichte

    3.1 bis zum 16. Jahrhundert

      3.2 17. bis 19. Jahrhundert

    3.3 Anfang 20. Jahrhundert

  3.4 Japanische Besatzung

  3.5 Unabhängigkeit und Kampf um den Staatserhalt

4 Weblinks


Geographie

Die äquatoriale Inselkette ist flächen- und einwohnermäßig der größte Staat Südostasiens und der größte Inselstaat sowie mit ca. 214 Millionen Einwohnern (2003) die viertgrößte Nation der Welt. Die Landfläche Indonesiens verteilt sich auf etwa 14.000 Inseln. Indonesien erstreckt sich in nord-südlicher Ausdehnung von ca. 6° nördlicher Breite bis 11° südlicher Breite über rund 1875 km, in west-östlicher Ausdehung von 95° bis 141° östlicher Länge über mehr als 5000 km.


Nördlich von Indonesien liegen das indische Unionsterritorium Andamanen und Nikobaren, Malaysia, Singapur, Südchinesisches Meer, die Philippinen und Palau, östlich Papua-Neuguinea, südlich Australien und Indischer Ozean, letzterer liegt auch östlich von Indonesien. Gegen West-Malaysia und Singapur wird Indonesien durch die Straße von Malakka abgegrenzt, gegen die Philippinen durch die Celebes-See.


Zu Indonesien gehören die Großen (außer dem Nordteil Borneos) und die Kleinen Sunda-Inseln (außer Timor-Leste) sowie die Molukken, und damit der größte Teil des Indonesischen Archipels, außerdem gehört die Westhälfte Neuguineas (West-Papua, ehemals Irian Jaya) zu Indonesien. Damit liegt Indonesien nicht nur in Asien, sondern hat auch Anteil an Australien.


Die Hauptstadt Jakarta hat etwa 11 Mio. Einwohner und liegt auf Java, der Hauptinsel, auf der etwa zwei Drittel der Einwohner des Landes leben. Flächenmäßig größer als Java sind Kalimantan (Borneo, im Norden liegen Ost-Malaysia und Brunei), Sumatra und Sulawesi. Weitere bekannte Inseln sind das touristisch interessante Bali und Komodo, die Heimat des Komodowarans.



Das Klima Indonesiens ist tropisch mit relativ gleichbleibenden Temperaturen um 27° C in Meereshöhe. Geringfügige Abweichungen von diesem Wert werden vom Zenitdurchgang der Sonne verursacht. Die Niederschläge werden vor allem durch die Monsunwinde hervorgerufen; dabei fallen im westlichen Teil des Archipels ganzjährig hohe Niederschläge, während im östlichen Teil der Südwest-Monsun relativ trocken ist, da die herangeführten Luftmassen aus dem trockenen Australien stammen und nur wenig Feuchtigkeit aufnehmen konnten.


Indonesien ist vulkanisch geprägt und dadurch sehr gebirgig. Trotz der Bedrohungen durch die häufig noch aktiven Vulkane sind viele der Inseln, allen voran Java, dicht besiedelt, da die Böden sehr fruchtbar sind und eine intensive landwirtschaftliche Nutzung ermöglichen. Oft werden dafür Regenwälder gerodet, um dort Landwirtschft zu betreiben. Die Humusschicht dieser Flächen ist jedoch zu dünn, als das sie langfristig agrarwirtschaftlich genutzt werden könnte. So wird auf dem ehemaligen artenreichen Regenwaldboden nur einige Jahre angebaut, bevor er nutzlos und ausgelaugt brachliegt. Meist siedelt sich dort dann das hartnäckige Elefantengras an, das das Areal in eine ökologische Wüste verwandelt. Den Bauern bleibt keine andere Möglichkeit, als Regenwald für neue Anbauflächen zu roden.


Flora und Fauna Indonesiens sind tropisch. Quer durch das Land läuft die Wallace-Linie, die biologisch Asien und Australien trennt.


Regierung und Verwaltung

Die ehemalige niederländische Kolonie ist heute eine Präsidialrepublik. Das Einkammerparlament (Abgeordnetenhaus) hat 500 auf fünf Jahre gewählte Abgeordnete (bis 2004 waren 38 davon vom Präsidenten ernannte Militärs). Die Beratende Volksversammlung, die früher den Präsidenten wählte und übergreifende politische Themen berät, besteht aus dem Abgeordnetenhaus, 135 Vertretern der Provinzen sowie 65 Vertretern von Standesorganisationen und kommt damit auf 700 Mitglieder. Seit 2004 wird der Präsident direkt vom Volk gewählt. Staatsoberhaupt und Regierungschefin ist seit 2001 Megawati Sukarnoputri, die Tochter des ersten Präsidenten Achmed Sukarno.


Amtssprache ist Bahasa Indonesia, die zur Gruppe der malaiisch-polynesischen und damit den austronesischen Sprachen gehört. Da jede ethnische Gruppe ihre eigene Sprache besitzt, werden rund 250 Sprachen und Dialekte gesprochen. Wegen der Überbevölkerung auf Java siedelt die Regierung seit Jahrzehnten Menschen auf die anderen Inseln um.


Etwa 87% der Indonesier sind Muslime, 10% Christen, 2% Hindus (vor allem auf Bali), 1% Buddhisten, Konfuzianer sowie Anhänger von Naturreligionen in abgelegenen Regionen.


Die Nationalhymne Indonesia Raya wurde von Wage Rudolf Soepratman komponiert.


[Bild extern:] Karte Indonesiens

[Bild extern:] Niederländisch-Indien


Geschichte

bis zum 16. Jahrhundert

Den Grundstock der indonesischen Bevölkerung bilden mongolisch-kaukasische Völker, die vor Beginn unserer Zeitrechnung in mehreren Einwanderungswellen ins Land gekommen sind.


  • 5. Jahrhundert: Früheste Einflüsse des Buddhismus auf Indonesien.
  • ab 7. Jahrhundert: Buddhistisches Königreich von Shrivijaya auf Sumatra.
  • ab 8. Jahrhundert: Buddhistische Shailendra-Dynastie. Errichtung des Borobudur, des weltweit größten buddhistischen Baudenkmals, auf Java.
  • ab 15. Jahrhundert: Indonesien wird islamisiert. Hinduismus und Buddhismus überleben bis heute nur auf den Inseln Bali (siehe z. B.: Besakih) und Lombok, wo sie sich eine indigene (mehrheitlich aber hinduistisch geprägte) Mischkultur herausbildet.


1487 umfuhr der Portugiese Bartolomeo Diaz erstmals das Kap der Guten Hoffnung und fand damit den Seeweg nach Indien. In der Folge stießen die Europäer in den indonesischen Raum vor, um den bislang von Orientalen betriebenen Gewürzhandel zu übernehmen. Nach fast 100-jähriger portugiesischer Dominanz setzten sich um 1600 die Niederländer als Kolonialherren durch.


17. bis 19. Jahrhundert

Als Niederländisch-Indien war Indonesien die erste holländische Kolonie. Mithilfe ihres Rohstoffreichtums erlangte die Kolonialmacht einen großen Wohlstand. Nach der Auflösung der Vereinigten Handelskompanie im Jahre 1799 übernahm der Staat Niederlande die Kolonie. In der Zeit, in der Napoleon I. in den Niederlanden herrschte, waren die niederländischen Kolonien in Südostasien von den Briten besetzt worden. 1816 erhielten die Niederländer die Herrschaft über das indonesische Inselreich zurück, mussten allerdings im Vertrag von London auf Ceylon und das Kapland verzichten).


  • 1825-1830: Volksaufstand auf Java gegen die niederländische Kolonialherrschaft. Den Kämpfen fallen über 200.000 Javaner und 8.000 Europäer zum Opfer.


Nach 1816 zogen die Niederländer zunächst, wie vor ihnen die Engländer, eine Pacht von den einheimischen Bauern ein: In jedem Dorf hatte der Vorsteher dafür zu sorgen, dass ein Geldbetrag abgeliefert wurde, der zwei Fünfteln des Wertes der örtlichen Reisernte entsprach. General-Gouverneur Johannes van den Bosch erwirkte, dass um 1830 ein neues System eingeführt wurde, das so genannte cultuurstelsel. Statt Pacht zu zahlen, sollten die Bauern nunmehr ein Fünftel ihres Bodens zur Verfügung stellen, um auf diesem Land von der Regierung bestimmte Gewächse anzubauen. Zu diesem System gehörte auch, dass sie ihre Arbeitskraft 66 Tage im Jahr zugunsten der Regierung einsetzten. In der Praxis gingen die Belastungen für die Bauern häufig weit über die offiziellen Vorgaben hinaus. Die Waren wurden nach Europa verschifft und dort Gewinn bringend verkauft. Dieses System kritisierte der niederländische Schriftsteller und ehemalige Kolonialbeamte Eduard Douwes Dekker in seinem 1860 unter dem Pseudonym Multatuli veröffentlichten Buch Max Havelaar.


1870 wurde das cultuurstelsel schließlich nach einer Entscheidung im Parlament des niederländischen Mutterlandes abgeschafft. Fortan war es für niederländische Privatleute möglich, Land von den einheimischen Bauern zu pachten, um hierauf Plantagen anzulegen.


Anfang 20. Jahrhundert

  • 1908: Die Niederlande dehnen, von Java ausgehend, ihren Machtbereich auf den gesamten indonesischen Archipel aus. Lediglich die Provinz Aceh (Atjeh) im Norden Sumatras vermag zu widerstehen, wird aber nach einem über dreißigjährigen Krieg ebenfalls unterworfen.
  • 1912: Mit der Gründung der Sarekat Islam (»Islamische Vereinigung«) erwächst der indonesische Nationalismus zu einer Massenbewegung.
  • 1926: Die kommunistische Partei (PKI) ruft zum revolutionären Befreiungskrieg auf. Die Erhebung scheitert an der überlegenen niederländischen Kolonialmacht.
  • 1927: Nach der Zerschlagung der PKI übernimmt die von Achmed Sukarno (*1901, †1970) gegründete Partai Nasional Indonesia den Kampf gegen die Niederländer auf.


Japanische Besatzung



Ende 1941 begannen die Japaner, die indonesischen Inseln zu besetzen. Ihr Interesse galt kriegswichtigen Rohstoffreserven und der Verbesserung ihrer strategischen Position. Von Stützpunkten auf den indonesischen Inseln wurden die australischen Städte Darwin und Broome bombardiert. Im März 1942 kapitulierten die Niederländer. Die fast 350-jährige Zeit ihrer Kolonialherrschaft war vorüber. Die meisten Indonesier begrüßten die Japaner als Befreier vom Joch der Europäer. Die Begeisterung verflog allerdings rasch, als die asiatischen Nachbarn ein Schreckens- und Willkürregime aufbauten. Die Herrschaft der Japaner endete mit ihrer Kapitulation am 15. August 1945.


Unabhängigkeit und Kampf um den Staatserhalt

Am 17. August 1945 rufen Sukarno und Mohammed Hatta die Unabhängigkeit Indonesiens aus. Mit den Grundsätzen der Pancasila gibt sich der Staat eine eigentümliche Verfassung. Der Einfluss der Republik Indonesien erstreckt sich zunächst auf die Inseln Java, Sumatra und Madura. Die übrigen Inseln werden von den Niederländern gehalten. Erster Präsident der Republik Indonesien wird Achmed Sukarno. Von Juli 1947 bis Dezember 1948 besetzen die Niederländer weite Territorien der aufständischen Republik. Deren Gebietshoheit beschränkt sich nur noch auf Zentraljava und das Hochland von Sumatra.


[Bild extern:] Achmad Sukarno


Die aufständische Indonesier antworten mit Guerillakrieg. Am 18. Dezember 1948 gelingt es den Niederländern, Sukarno und fast die ganze Regierung zu verhaften. Da die USA bei Ausweitung der Kämpfe eine kommunistische Machtübernahme befürchten, drängen sie die Niederlande zum Nachgeben. Am 25. April 1949 wird die bis 1956 bestehende Niederländisch-Indonesische Union gebildet, am 27. Dezember wird Indonesien endgültig unabhängig. West-Papua bleibt jedoch niederländisch.


  • 1950 (17.8.): Das seit der Unabhängigkeit föderal strukturierte Indonesien wird in einen Einheitsstaat umgewandelt.
  • 1956 (15. Februar ): Indonesien kündigt die 1949 geschlossene Union mit den Niederlanden.
  • 1963 (1.5.): West-Papua (Irian Barat) gerät de facto vollständig unter indonesische Kontrolle.
  • 1963 (16.9.): Die Gründung Malaysias und die Eingliederung von Sabah und Sarawak in die malaysische Föderation führt zu ernsthaften Spannungen mit Indonesien. Bis 1966 kommt es immer wieder zu Kämpfen auf Borneo. Malaysia wird dabei von Großbritannien und Australien mit Truppen unterstützt.
  • 1965 (30. September ): Die zunehmende Willkürherrschaft des Sukarno-Regimes provoziert einen kommunistischen Umsturzversuch. Dieser scheitert an einem Gegenputsch der Armee, in dessen Verlauf zwischen 100.000 und einer Million Menschen umkommen.
  • 1966 (11. Maerz ): General Hadji Mohamad Suharto (*1921) erzwingt von Sukarno die Vollmacht zur Regierungsbildung.
  • 1967 (12.3.): Suharto wird »geschäftsführender Staatspräsident«; Sukarno bleibt nominelles Staatsoberhaupt.
  • 1968 (27.3.): Suharto übernimmt auch formal das Amt des Staatspräsidenten.
  • 1969: West-Papua (Irian Barat) wird indonesische Provinz und erhält den Namen Irian Jaya.
  • 1970 (21.6.): Tod des Staatsgründers Achmad Sukarno.
  • 1973 (5.8.): Anhaltende soziale Spannungen entladen sich in Rassenkonflikten, die sich gegen die chinesische Minderheit richten.
  • 1975 (28.11.): Portugal zieht sich aus seiner Kolonie Ost-Timor zurück. Die »Front für ein unabhängiges Osttimor« (FRETILIN) ruft die Unabhängigkeit aus (wirksam erst am 20. 5. 2002).
  • 1975 (7.12.): Staatschef Suharto befiehlt die militärische Invasion Osttimors.
  • 1976 (17.6.): Osttimor wird dem indonesischen Staatsverband eingegliedert.
  • 1981 (11.11.): Die UNO-Vollversammlung fordert für Osttimor das Selbstbestimmungsrecht.
  • 1998-1999: Nach der Entmachtung von General Suharto übernimmt Bacharuddin Jusuf Habibie (*1936), bis dahin Vice-Präsident, das Amt des Staatspräsidenten.
  • 1999 20. Oktober: Abdurrahman Wahid (*1940) wird erster frei gewählter Staatspräsident.
  • 1999 (31.10): Die letzten indonesischen Soldaten verlassen Osttimor.
  • 2001 (1.1.): Irian Jaya erhält innere Autonomie.
  • 2001 (Juli): Megawati Sukarnoputri (*1944), Tochter des Staatsgründers Sukarno, wird neue Staatspräsidentin.
  • 2002 (20.5.): Osttimor erhält die Unabhängigkeit (República Democrática de Timor-Leste).
  • 2002 (12.10): Islamistischer Terroranschlag auf der hinduistisch geprägten Touristeninsel Bali (über 200 Tote).
  • 2003 (Mai): Verhängung des Kriegsrechts in der nach Unabhängigkeit strebenden Provinz Aceh (Atjeh) im äußersten Norden der Insel Sumatra.
  • 2004: Abschaffung der indirekten Wahl des Staatspräsidenten.


Weblinks



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