Indikatoren (lateinischindicare = anzeigen) sind allgemein Hilfsmittel, die gewisse Informationen anzeigen sollen. Sie gestatten die Verfolgung von Abläufen, indem sie das Erreichen oder Verlassen bestimmter Zustände anzeigen.
In der Chemie versteht man unter einem Indikator einen Stoff oder auch ein Gerät, das zur Überwachung einer chemischen Reaktion beziehungsweise eines Zustandes dient. Häufig wird die Änderung durch eine Farbveränderung anzeigt.
Je nachdem, welche Art von chemischen Reaktionen man mit einem Indikator verfolgt, unterscheidet man zwischen den folgenden Typen von Indikatoren:
Ein dafür oft verwendetes Beispiel sind die Indikatoren, die den pH-Wert (lateinisch potentia Hydrogenii = Wasserstoffstärke) bestimmter Stoffe anhand eines Vergleiches mit einer Farbskala anzeigen. Oft verwendet man hier Lackmus, Bromthymolblau oder Phenolphthalein. Letzteres zeigt nur bei Zugabe einer alkalischen Lösung einen Farbwechsel.
Es gibt für eine genauere Messung des pH-Wertes auch Universalindikatoren. Diese werden, meist in Form eines Papierstreifens, mit der zu prüfenden Lösung benetzt, anschließend vergleicht man die Färbung des Papierstreifens mit der Farbskala. Man spricht nun entweder von einer sauren, alkalischen oder neutralenLösung.
Die folgende Tabelle zeigt die Farben von verschiedenen Indikatoren in Abhängigkeit vom pH-Wert an. Sie unterscheiden sich._..
in den Farben, die sie in sauren, neutralen oder alkalischen Lösungen haben
in dem pH-Bereich, in welchem der Wechsel zwischen den beiden Farben stattfindet (diesen pH-Bereich nennt man auch Umschlagsbereich).
[Bild:] Indikatoren
In Richtung zur 0 wird der getestete Stoff zunehmend sauer, ein pH-Wert von 7 bedeutet neutral und ein pH-Wert über 7 bedeutet zunehmend alkalisch.
Alltägliche Säure-Base-Indikatoren
Auch Rotkohlsaft kann als pH-Indikator verwendet werden. Rotkohlsaft kann dabei Farben von Rot = sauer bis Blau = alkalisch annehmen (in noch alkalischerem Milieu wird er Grün und bei pH>10 sogar Gelb). Um etwa Rotkohl aus Blaukraut zu erhalten wird deshalb häufig eine Apfelscheibe (mit Apfelsäure) zugegeben, wodurch sich das Blaukraut rot färbt.
Die Benennung Rotkohl und Blaukraut ist übrigens regional verschieden, so werden z.B. im Süden Deutschlands auch schon die rohen Rotkohl-Köpfe als Blaukraut-Köpfe bezeichnet Teetrinker kennen Tee als Indikator: Wird dem Schwarztee Zitronensaft zugegeben, dann wechselt die Farbe von dunkelbraun auf hellrötlichbraun. Auch dieser Farbumschlag ist auf Farbstoffe im Tee zurückzuführen, die als Indikator wirken.
Wie ein Säure-Base-Indikator funktioniert
Warum wechselt der Indikator seine Farbe?
Die Moleküle der Säure-Base-Indikatoren sind selber schwache Säuren oder Basen, das heißt sie können Protonen abgeben. Das Molekül der Indikatorsäure wird vereinfacht als HInd bezeichnet. Nach Abgabe eines Protons bleibt Ind-, die so genannte korrespondierende Indikatorbase, zurück.
Das Protolyse-Gleichgleichgewicht für die Abgabe bzw. Aufgabe eines Protons bei einer wässrigen Indikator-Lösung ist das folgende:
[Bild:] Bild:Gleichgewicht.png
Das Indikator-Molekül kann also ein Proton abgeben aber auch wieder aufnehmen.
Bei einer hohen Konzentration an H3O+-Ionen (also in einer sauren Lösung), findet verstärkt die Reaktion nach links statt (Verschiebung des Gleichgewichts auf die linke Seite), wodurch die Konzentration von HInd (Indikatorsäure) größer ist als die Konzentration Ind- (Indikatorbase). Bei einer sehr geringen Konzentration an H3O+-Ionen (also in einer alkalischen Lösung) findet verstärkt die Reaktion nach rechts statt (Verschiebung des Gleichgewichts auf die rechte Seite), wodurch die Konzentration von Ind- größer ist als die Konzentration HInd.
Die eigentliche Wirkung des Indikators beruht darauf, dass die Verbindung HInd eine andere Farbe besitzt als Ind-. In saurer Lösung überwiegt die Konzentration von HInd, so dass die Lösung die entsprechende Farbe annimmt. Erhöht man den pH-Wert, so steigt die Konzentration von Ind-, während die Konzentration von HInd abnimmt, bis erstere schließlich überwiegt und die Lösung die Farbe von Ind- annimmt.
Die unterschiedliche Farbigkeit von protonierten und nichtprotonierten Farbstoff-Molekülen bezeichnet man als Halochromie.
Wann wechselt der Indikator seine Farbe?
Ein Säure-Base-Indikator ist selbst eine (schwache) Säure oder Base, die in saurer Lösung eine andere Farbe besitzt als in alkalischer Lösung.
Gibt man also einen Indikator in eine saure Lösung, und gießt man zu dieser Lösung langsam eine Lauge, so verschiebt sich das Protolyse-Gleichgewicht des Indikators immer mehr bis schließlich die Lösung die Farbe ändert. Allerdings findet diese Änderung nicht immer bei pH = 7 statt. Schließlich gibt es ja auch verschiedene Indikatoren. Je nachdem wie stark HInd ist, ändert der Indikator seine Farbe bei einem bestimmten pH-Bereich. In diesem Bereich sind die Konzentrationen von HInd und Ind- in der Lösung etwa gleich groß. Dieser Bereich liegt
bei kleinen pH-Werten, wenn HInd sein Proton leicht abgibt (HInd also eine relativ starke Säure ist),
bei größeren pH-Werten, wenn HInd sein Proton nicht so leicht abgibt (HInd also eine relativ schwache Säure ist).
Stört der Indikator nicht die Titration?
Wenn eine Säure titriert werden soll, bestimmt man bekanntlich die Zahl der freien und leicht ablösbaren Protonen in der Lösung. Wenn man die Indikatorsäure HInd zugibt, sollte somit die Zahl der Protonen erhöht werden. Die Konzentration der Indikatorlösungen ist verglichen mit der zu titrierenden Säure jedoch sehr gering und liegt meist etwa bei einer Konzentration von 10-4 mol/l. Allerdings sind die Indikatoren stark färbend, physikalisch gesagt: sie haben einen hohen Extinktionskoeffizient, weshalb sie so niedrig wie möglich dosiert werden sollten.
Redox-Indikatoren
Der einfachste Einsatz von Redox-Indikatoren ist die Bestimmung des Endpunktes bei Redox-Titrationen (Oxidimetrie).
Mögliche Anwendung ist die maßanalytische Bestimmung der Konzentration von Metallionen, zum Beispiel die komplexometrische Titration. Eine typische Anwendung ist die Wasserhärtebestimmung.
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