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Ideae innatae

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Die ideae innatae (lateinisch : "angeborene Ideen" oder "eingeborene Ideen") bezeichnen einen zentralen Begriff in der Geschichte der Philosophie, um den ausführlich in Auseinandersetzungen bezüglich der erkenntnistheoretischen Bedeutung gestritten wurde.


Inhaltsverzeichnis


1 Zu den Auffassungen bei Aristoteles und Platon

2 Zu den Auffassungen in der Neuzeit

3 Die eindeutige Ablehnung bei John Locke

4 Zur Auffassung bei Immanuel Kant und den Kategorien

  5 Zu den Auffassungen im 20. Jahrhundert


Zu den Auffassungen bei Aristoteles und Platon

Aristoteles beantwortete die Frage nach der Herkunft der allgemeinen Aussagen und Begriffe mit der idealistischen Schlussfolgerung, dass die Tätigkeit des Verstandes ihre Quelle sei.


Davon ausgehend, erklärten die Nachfolger des Aristoteles, gewisse Pinzipien und Grundbegriffe seien angeboren. Die so entstandene Lehre von den ideae innatae verband sich mit Platons idealistischer Erkenntnistheorie (seine Lehre von der Anamnesis und den Ideen), die der im Mittelalter herrschenden scholastischen Anschauung sehr entgegenkam (Platonismus, Scholastik ).


Zu den Auffassungen in der Neuzeit

In der Philosophie der Neuzeit findet man diese Lehre bei Rene Descartes (Cartesianismus), Nicolas Malebranche und G.W. Leibniz. Dagegen wandten sich vor allem Pierre Gassendi und die französischen Materialisten des 18. Jahrhunderts.


Die eindeutige Ablehnung bei John Locke

John Locke unterzog sie einer umfassenden Kritik und bewies ihre Haltlosigkeit. Gleichzeitig analysierte er die Grundbegriffe, die durch ihre Evidenz die Illusion angeborener Ideen erzeugen. Allgemeine Begriffe würden stets durch Abstraktion aus den einzelnen konkreten Inhalten gebildet oder gewonnen. Was die Erkenntnisse angehe, so könnten sie schon deshalb nicht angeboren sein, weil alle Erkenntnisse Erkenntnisse von Gegenständen oder Relationen seien.


Die Vorstellung des Gegenstandes müsse aber der Erkenntnis, die sich auf ihn beziehe, voraufgehen. Doch die Substanz als Träger der Qualitäten, die in uns einfache Ideen bewirkten, bleibe etwas Unbekanntes; sie werde als ein Erzeugnis unseres subjektiven Denkens charakterisiert.


Die Entwicklung der Wissenschaft bestätigte Lockes Grundthese vom Ursprung der menschlichen Erkenntnisse aus der Erfahrung.


Locke verneinte auch, dass die Gottesidee angeboren sei, und behauptete, sie sei historisch im Prozess der rationellen Erforschung "des Aufbaus und der Ursachen der Dinge" entstanden. Er widerlegte überhaupt die Auffassung, die ethischen und religiösen Auffassungen seien angeboren.


Zur Auffassung bei Immanuel Kant und den Kategorien

Bis dahin wurden Erkenntnisinhalte als apriorisch angesehen, so bei Immanuel Kants Erkenntnisformen. Die Kategorien sind bei Kant Verstandesbegriffe, die unabhängig vom Gehalt der Erfahrung sind. Die Kategorien sind bei ihm keine Widerspiegelung des Inhalts, der in der sinnlichen Welt gefunden wurde, sondern bloß Formen, unter die der Verstand das aus der Sinnenerkenntnis zugeleitete Material subsumiert.


Als solche Begriffe sind die Kategorien und beispielsweise alle Sätze der Mathematik apriorisch (Apriorismus). Gegen die Lehre von den angeborenen Ideen in der Kantschen Spielart wandte sich im 19. Jahrhundert unter anderen Hermann von Helmholtz (Nativismus).


Zu den Auffassungen im 20. Jahrhundert

Bis ins 20. Jahrhundert vertreten einzelne Philosophen und Naturwissenschaftler, so Bernhard Bolzano und Edmund Husserl die Idee von der angeborenen Wahrheit. Sie spielt bei neuplatonischen Wissenschaftlern bis heute eine Rolle, vornehmlich in der von Kant vertretenden Spielart, ebenso in einigen Richtungen des Neuthomismus und der christlichen Religionen.


siehe auch: tabula rasa, sinnlich-rationale Erkenntnis, empirisch-theoretische Erkenntnis , Empirismus


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