Abu Bakr ibn Umar ( † 1087), Führer der Almoraviden (1056-1087)
Abu Bakr ibn Umar war der Bruder von Yahya ibn Umar dem Führer der Lamtuna einem Sanhadscha-Stamm in der westlichen Sahara. Als der Religionsgelehrte Ibn Yasin um 1040 mit der Verkündung seiner Lehre unter den Sanhadscha-Berbern begann schlossen sich die beiden Brüder Ibn Yasin an.
Nach dem Aufstand der Dschudala, welche zur vorübergehenden Vertreibung Ibn Yasins und seiner Anhänger führte, ernannte dieser Yahya ibn Umar zum weltlichen Führer des neu gebildeten Kampfbundes der Almoraviden. Yahya fiel aber schon 1156 im Kampf gegen die aufständischen Dschudala. Darauf wurde Abu Bakr von Ibn Yasin zum weltlichen Führer der Almoraviden ernannt.
Als solcher schlug der mit den Almoraviden einen Aufstand in Sidschilmasa nieder und ließ sich in Agmat nieder. Abu Bakr heiratete Zaynab an-Nafzawiyya, die Witwe des Fürsten von Agmat und konnte damit seinen Einfluss unter den Stämme des Atlasgebirge weiter ausbauen. Nach dem Tod von Ibn Yasin (1059) bei den Bargawata vereinigt Abu Bakr die weltliche und geistliche Macht der Almoravidenbewegung in seiner Person.
Um der Bewegung ein neues Zentrum zu geben wurde am 07.05.1070 Marrakesch gegründet. Die Gründung durch Yusuf ibn Taschfin1060 wird mittlerweile einer Legendenbildung zugeschrieben. Als ein neuer Aufstand in der Sahara ausbrach übertrug Abu Bakr seinem Verwandten Yusuf ibn Taschfin als Stellvertreter die Herrschaft. Dies nutzte Yusuf aber um seine Herrschaft auszubauen. Als Abu Bakr 1072 nach Marokko zurückkehrte, war er faktisch ausgeschaltet. Er verzichtete auf einen Machtkampf mit Yusuf und zog sich wieder in die Sahara zurück. Abu Bakr wurde von Yusuf ibn Taschfin nominell auch weiterhin als Oberhoheit der Almoraviden anerkannt.
Mit der Trennung verloren die Sanhadschastämme in der Sahara ihre Bedeutung für die Geschichte der Almoraviden. Abu Bakr führte bis zu seinem Tod 1087 den Kampf gegen heidnische Stämme in der Sahara und dem Sudan fort. Sein größter Erfolg waren die Interventionen in dem Reich von Ghana in welchem muslimische Herrscher durchgesetzt wurden. Damit wurde die Islamisierung der afrikanischen Stämme des Nigergebiets eingeleitet.
Literatur:
Lexikon der Arabischen Welt; Stephan und Nandy Ronart, Artemis Verlag, 1972
Geschichte der Arabischen Welt; Ulrich Haarmann, C.H. Beck München, 2001
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