Husten ist das willkürliche oder aufgrund eines Hustenreizes über den Hustenreflex ausgelöste unwillkürliche, explosionsartige Ausstoßen von Luft, die dabei die zuvor geschlossenen Stimmritze mit einer Geschwindigkeit bis zu 480 km/h sprengt.
Husten ist ein Symptom und keine eigenständige Krankheit. Die Funktion des Hustens besteht darin, die Atemwege von Substanzen zu reinigen, die diese verlegen oder verlegen könnten. Die Ursachen können in Erkrankungen der Atmungsorgane, des Herzens, des Magens, der Einnahme von Medikamenten oder - selten - psychischen Störungen bestehen. Die banale Erkältung stellt die häufigste Ursache dar.
Husten ist eines der häufigsten Symptome, aufgrund derer ein Arzt aufgesucht wird. Sei es, weil er als quälend empfunden wird, die Nachtruhe stört oder Anlass zu tiefgreifenderer Besorgnis ist, da Husten oft mit einer Lungenentzündung oder einer Krebserkrankung in Zusammenhang gebracht wird, v.a. wenn das Sputum (der "Auswurf") mit Blut vermengt ist - siehe Bluthusten.
Der produktive Husten ist durch die Entfernung von Sputum (Auswurf) oder eines Fremdkörpers aus dem Tracheobronchialraum charakterisiert. Ein Husten ohne Auswurf wird als trockener oder unproduktiver Husten bezeichnet. Ein zäher Husten besteht, wenn der in Luftröhre oder Bronchien vorhandene Schleim zu viskös ist, um sich von der Unterlage lösen zu können. Dabei werden die beiden letzteren Formen durch den oft anhaltenden Hustenreiz als besonders unangenehm empfunden.
Hustenattacken können durch die dabei beeinträchtigte normale Atmung mit einer Zyanose und v.a. beim Keuchhusten mit einer ausgeprägten Atemnot einhergehen. Bei Kindern kann starker Husten auch zu Erbrechen führen, was die Eltern oft zusätzlich beunruhigt.
Anamnese
Die sorgfältige Anamnese dient als Grundlage für das Erstellen einer Verdachtsdiagnose bzw. die Planung der weiteren Abklärung.
1. Seit wann besteht der Husten (akut, chronisch, mehr als 4 Wochen?)
2. Bestehen derzeit oder bestanden zu Beginn der Störung weitere Symptome? (Fieber, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Krankheitsgefühl u.a.)
3. Ist Auswurf vorhanden bzw. wie schaut dieser aus?
4. Gibt es eine tageszeitliche Häufung? (nachts im Liegen; bei der Arbeit?)
5. Gibt es eine jahreszeitliche Abhängigkeit der Beschwerden?
6. Ist in den letzten Jahren eine Pertussis-Impfung durchgeführt worden?
7. Welche Medikamente nimmt der Patient (ACE-Hemmer)?
10. Gehört der Patient einer Risikogruppe, bei der an AIDS oder Tuberkulose gedacht werden muss?
Untersuchung
Mit Ausnahme des Hustens bei einer harmlosen Erkältung stellt die körperliche Untersuchung einen wichtigen Bestandteil der Abklärung dar. Die Auskultation der Lungen kann einen Hinweis auf die Höhe der Erkrankung im Atemtrakt liefern, wobei gerade bei alten Patienten deren Aussagekraft in der Regel sehr eingeschränkt ist. Ein Thoraxröntgen wird in unklaren Fällen oder bei einem Husten, der länger als 4 Woche anhält angeordnet, v.a. wenn ein Impfschutz gegen eine Keuchhustenerkrankung vorhanden ist. Die Lungenfunktionsprüfung kann den Verdacht auf eine COPD erhärten oder evtl. in Verbindung mit einem Provokationstest zur Diagnose eine Asthma bronchiale führen.
Bei Verdacht auf einen gaströsophagealen Reflux ist eine Gastroskopie durchzuführen. Die hochauflösende Computertomografie gilt als Goldstandard zur Diagnose von pathologischen Erweiterungen des Bronchialtrakts und interstitieller Lungenerkrankungen. Selten ist eine Bronchoskopie erforderlich.
Behandlung
Grundsätzlich ist die zugrunde liegende Erkrankung und nicht das Symptom zu behandeln. Da der Husten meist einen Schutzreflex darstellt, der eine Verlegung der Atemwege verhindern soll, ist der produktive Husten nur in den Fällen zu therapieren, in denen die Nachtruhe stark beeinträchtigt wird. Schleimlösende Mittel oder fein vernebelte Inhalationen helfen, vor allem zähes Sekret besser abhusten zu können. Bei trockenem Husten werden hustenreizstillende Mittel verordnet. Steht die Entzündung der Schleimhäute im Vordergrund, kann ein Hustenreiz durch inhalative Glukokortikoide gemildert werden. Selbstverständlich ist in allen Fällen auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.
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