Johann ist manchmal mit einem älteren Bruder verwechselt worden, der im Kampf für Ungarn um 1440 gestorben ist. Als er noch jung war, trat er in die Dienste von König Sigismund ein, der seine Qualitäten schätzte und Geld von ihm lieh. Er begleitete 1410 den Monarchen in seinem Streben nach der Königskrone nach Frankfurt, nahm 1420 an den
Hussitenkriegen teil, und verjagte 1437 die Türken aus Smederevo. Für diese Dienste erhielt er zahlreiche Güter und einen Sitz im königlichen Rat. 1438 machte Albert II.
ihn zum Ban von Severin, einem zwischen Aluta und Donau liegenden Gebiet, das ständig in Gefechten mit den Türken verwickelt war. Nach dem plötzlichen Tod von Albert II. 1439 fühlte Hunyadi, dass die Situation einen Krieger-König auf dem Thron des Heiligen Stephan verlangte, und übte seinen ganzen Einfluss auf die Kandidatur des jungen Polen Ladislaus III.
aus (1440). Auf diese Weise kam es zum Konflikt mit den mächtigen
Cillis, den Hauptunterstützern von Alberts Witwe Elisabeth und deren minderjährigem Sohn Ladislaus Postumus.
Er nahm eine führende Rolle in dem folgenden Bürgerkrieg ein und wurde dafür von Ladislaus mit der Führung der Festung von Belgrad und der
Letztere Würde musste er sich allerdings mit seinem Rivalen
Mihaly Ujlaki teilen.
Die Bürde des türkischen Kriegs ruhte nun völlig auf seinen Schultern. 1441 befreite er Serbien durch den Sieg von Smederevo. 1442 vernichtete er ein gewaltiges türkisches Heer bei Sibiu(Hermannstadt), wohin er sich hatte zurückziehen müssen; damit konnte er für Ungarn die Vormacht über Walachei und Moldau wiederherstellen. Im Juli bewang er bei der Donauklamm
eine dritte türkische Armee. Diese Siege machten Hunyadis Namen gefürchtet bei den Türken und berühmt bei der Christenheit, und spornten ihn 1443 an,zusammen mit König Ladislaus den berühmten "langen Feldzug" zu unternehmen.
Als Teil der Vorhut durchquerte er den Balkan, eroberte Niš, besiegte drei türkische Paschas, und nachdem er Sofia eingenommen hatte, vereinigte er seine Armee mit der von König Ladislaus und besiegte Murad II. bei
Snaim. Die Ungeduld des Königs und die Strenge des Winters zwangen ihn,
Noch bevor er Ungarn erreicht hatte, bekam er bereits verlockende Angebote vom Papst - vertreten durch den Legaten Kardinal Cesarini -, von dem serbischen Despoten Georg Branković und von dem albanischen Prinzen Gjergj Kastrioti, den Krieg wiederaufzunehmen, und seinen Plan zu verwirklichen, die Türken aus Europa zu vertreiben. Alle Vorbereitungen waren bereits ergriffen worden, als im königlichen Feldlager in Szeged Gesandte Murads erschienen, um einen zehnjährigen Waffenstillstand zu günstigen Bedingungen vorzuschlagen.
Sowohl Hunyadi als auch Branković schlugen vor, das Angebot anzunehmen,und Ladislaus schwor auf die Bibel, die Bedingungen anzunehmen. Zwei Tage später erhielt Cesarini die Nachricht, dass eine Flotte von Galeeren sich zum Bosporus aufgemacht hatte (Murad hatte sich nach seinen Niederlagen nach Kleinasien zurückgezogen), um den Sultan daran zu hindern, noch einmal Europa zu durchkreuzen. Der Kardinal erinnerte den König daran, dass er geschworen hatte, mit einem Feldzug über den Landweg mitzuwirken, wenn die Westmächte die Türken über den Seeweg angreifen würden. Er sprach mit der ihm verliehenen Macht den König von seinem zweiten Eid frei, und im Juli brach die ungarische Armee in Richtung Schwarzes Meer auf, um von den Galeeren eskortiert auf
Konstantinopel zuzumarschieren. Branković aber bekam Angst vor der Rache des Sultans im Falle einer Katastrophe und informierte Murad im vorausüber den Anmarsch der Christen, und er hinderte Gjergj Kastrioti, daran teilzunehmen. Als sie Varna erreichten, mussten die Ungarn feststellen,dass die venezianischen Galeeren die Durchfahrt des Sultans nicht hatten verhindern können. Er stand ihnen nun mit einer vierfachen Übermacht gegenüber,und am 10. November1444 wurden sie total in die Flucht geschlagen, wobei Ladislaus auf dem Feld getötet wurde, und Hunyadi nur knapp entkam.
Auf einer 1445 durchgeführten Versammlung wurde eine provisorische
Regierung gebildet, bestehend aus fünf magyarischen Generälen.
Hunyadi erhielt Transsilvanien und die Bezirke jenseits der Theiss. Die sich ergebende Anarchie wurde bald untragbar, und am
5. Juni1446 wurde Hunyadi einstimmig zum Reichsverweser
(vicarius generalis et gubernator) im Namen Ladislaus V. gewählt, mit königlicher Macht. Seine erste Handlung als Machthaber war, gegen den deutschen König Friedrich III. vorzugegen, der sich weigerte, den jungen König auszuliefern. Nachdem er die Steiermark, Kärnten und die Krain geplündert und
Wien bedroht hatte, zwangen anderweitige Schwierigkeiten Hunyadi,mit Friedrich für zwei Jahre einen Waffenstillstand abzuschließen.
1448 erhielt er von PapstNikolaus V. eine goldene Kette und den Titel eines Prinzen. Als er gleich anschließend den Krieg mit den Türken wieder aufnahm, verlor er die zwei Tage (7. Oktober - 10. Oktober)
andauernde Schlacht im Kosovo. Eine wesentliche Rolle spielte dabei der Verrat von seiten Dans, eines Gebieter der Wallachei, und seines alten Feinds Branković, der ihn eine zeitlang im Kerker der Festung von Smederevo einsperren ließ. Er wurde aber von den Magyaren freigekauft,und nachdem er die Differenzen mit seinen mächtigen und neidischen Feinden in Ungarn beigelegt hatte, führte er eine Strafexpedition gegen den serbischen Prinzen, dem höchst demütigende Friedensbedingungen aufgezwungen wurde. 1450 ging Hunyadi nach Preßburg,
um mit Friedrich die Bedingungen einer Übergabe von Ladislaus V.
auszuhandeln, aber es konnte keine Einigung erzielt werden. Darauf beschuldigten ihn die Cillis und andere Feinde, es auf den Thron abzusehen. Er brachte sie zum Schweigen, indem er auf alle seine Würden zugunsten des jungen Königs verzichtete, sobald dieser Anfang 1453 nach Ungarn zurückkehrte. Ladislaus ernannte ihn deshalb zum Grafen von
Bestercze und Generalkapitän des Königreichs.
Inzwischen war die türkische Frage wieder akut geworden, denn es war klar,dass Mehmed II. nach dem Fall von Konstantinopel 1453 seine
Ressourcen sammelte, um Ungarn zu unterwerfen. Sein unmittelbares Ziel war Belgrad, und so begab sich Hunyadi nach einer öffentlichen Versöhung mit all seinen Feinden 1455 hierhin, um auf eigene Kosten die Festung auszurüsten und zu bewaffnen. Nachdem er sie stark befestigt unter dem Kommando seines Schwagers Mihály Szilágyi und seines älteren Sohns
Ladislaus verlassen hatte, bildete er eine Entlastungsarmee und eine Flotte von zweihundert Korvetten. Zur ewigen Schande des magyarischen Adels war er dabei völlig auf seine eigenen Ressourcen angewiesen. Sein einziger Alliierter war der Franziskanermönch
Giovanni da Capistrano, der so wirksam den Kreuzzug predigte, dass die Bauern und freien Bauern sich um Hunyadi scharten, zwar kaum bewaffnet
(die meisten von ihnen hatten nur Schlingen und Sensen), aber voller Enthusiasmus. Der Kern des Heers bestand aus einer kleinen Gruppe von Söldnern und ein paar Gruppen von adligen Reitern. Am 14. Juli1456 zerstörte Hunyadi mit seiner Flottille die türkische Flotte; am 21. Juli wehrte Szilágyi einen heftigen Angriff ab, und am selben Tag verfolgte Hunyadi die verwirrten Türken bis in ihr Lager, das er nach einem verzweifelten Zusammenstoß einnahm. Mehmed hob daraufhin die Belagerung auf und kehrte nach Konstantinopel zurück. Damit war die Unabhängigkeit Ungarns für weitere siebzig Jahre sichergestellt. Die Magyaren mussten für diesen krönenden Sieg allerdings teuer bezahlen. Ihr Held starb in seinem Lager drei Wochen später an der Pest (11. August1456).
Im historischen Gedächtnis ist Hunyadi derart als die Inkarnation christlichen Rittertums verankert, dass vergessen wird, dass er sowohl ein berühmter Führer als auch ein großer Staatsmann war. Es wurde gesagt,dass er mit dem Kopf statt mit seinem Arm kämpfte. Er war der erste, der die Unzulänglichkeit und Unzuverlässigkeit der feudalen Steueraushebungen erkannte, der erste, der eine reguläre Armee im großen Maßstab einsetzte, und der erste, der sich mehr auf Strategie und Taktik als lediglich auf Tapferkeit verließ. Er war in der Tat der erste ungarische General im modernen Wortsinn. Erst spät in seinem Leben lernte er zu lesen und zu schreiben, und sein Latein ließ immer zu wünschen übrig. Er verdankte seinen Einfluss teilweise seinem natürlichen Genie und teilweise der offenkundigen Rechtschaffenheit und Stattlichkeit seines Charakters.
Er wird beschrieben als kleinwüchsiger, kräftiger Mann mit rundlichen,rosigen Wangen, langem, schneeweißem, gelocktem Haar und heiteren schwarzen Augen.
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