Wir weisen darauf hin, dass die Leugnung des Holocaust in der Bundesrepublik Deutschland (nach § 130 Abs. 3 StGB - Volksverhetzung / § 189 StGB - Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener) sowie in verschiedenen anderen Ländern strafbar ist. Die IP-Adressen derer, die Veränderungen an diesem Artikel in einer Art und Weise vornehmen, die gegen die Bestimmung des Strafrechts verstoßen und die den Holocaust leugnen beziehungsweise die Leugnung unterstützen, werden aufgezeichnet.
Der Begriff Holocaust (auch Holokaust, von griech.ολοκαυτειν "ein Brandopfer darbringen", wörtlich "vollständig verbrennen") bezeichnet im engeren Sinne den während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland und in den von ihm besetzten Ländern verübten Genozid an den europäischen Juden. Im weiteren Sinn zählt dazu auch die systematische Ermordung von Angehörigen anderer gesellschaftlicher, religiöser, ethnischer oder eugenischer Gruppen etwa der Behinderten, Sinti und Roma, der polnischen Intellektuellen, der Zeugen Jehovas oder der Homosexuellen. Seit einigen Jahren wird der Begriff Holocaust zunehmend auch auf andere Formen von Massen- oder Völkermord angewendet.
Der nationalsozialistische Holocaust unterscheidet sich wegen seiner Systematik wesentlich von der Verfolgung der politischen Gegner des Hitler-Regimes: Während diese nicht zwangsläufig ermordet wurden, waren alle Menschen, vom Kleinkind bis zum Greis, die zu einer der oben genannten Gruppen gehörten, schon aufgrund ihrer bloßen Existenz zur Ermordung vorgesehen. Nichts, was sie selbst hätten tun oder unterlassen können - nur Glück oder Zufall - konnte ihr Leben retten, wenn sie in die Hände des nazistischen Machtapparats gerieten.
Historisch ist mit Holocaust in erster Linie die Entrechtung, Verfolgung, Ghettoisierung und systematische Ausrottung von mehr als sechs Millionen europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland gemeint. Zum Gesamtkomplex des Holocaust wird aber allgemein auch die Vernichtung anderer Menschengruppen gerechnet, die von den Nazis als "unerwünscht", "lebensunwert" oder "rassisch minderwertig" bezeichnet wurden. Neben den Juden wurden so auch bis zu einer halben Million Sinti und Roma und mindestens 250.000 geistig oder körperlich Behinderte (siehe auchEuthanasie-Programm) ermordet.
Von Beginn an betrieb das nationalsozialitische Regime unter Hitler die systematische Entrechtung der Juden. Dies begann mit der Verdrängung aller Juden aus dem öffentlichen Dienst, dem Boykott jüdischer Geschäfte im April 1933 und der erzwungenen "Arisierung" so genannter jüdischer Unternehmen, setzte sich 1935 fort mit den diskriminierenden Nürnberger Rassegesetzen, welche die deutschen Juden ihrer staatsbürgerlichen Rechte beraubten, und erreichte seinen vorläufigen Höhepunkt in den Pogromen der Reichskristallnacht vom 9. auf den 10. November1938.
Übergang zum systematischen Völkermord
Bis zum Kriegsbeginn 1939 verfolgte diese Politik das Ziel, möglichst viele Juden zur Auswanderung aus Deutschland zu drängen. Mit dem Krieg, der Millionen von Juden, insbesondere in den besetzten Gebieten Polens und der Sowjetunion, in die Reichweite der nationalsozialistischen Herrschaft brachte, änderte sich diese Politik. Von nun an wurde die systematische, fabrikmäßige Ermordung aller Juden geplant und betrieben, derer das Hitler-Regime habhaft werden konnte.
In den größeren polnischen Städten wie Warschau oder Łódź wurde die jüdische Bevölkerung gezwungen, in hermetisch abgeriegelte Ghettos überzusiedeln, wo sie durch Hunger, Kälte und willkürliche Morde immer weiter dezimiert wurde. Im Russlandfeldzug ab Sommer 1941 folgten den Truppen der Wehrmacht die so genannten Einsatzgruppen der SS, die Massenerschießungen an jüdischen Zivilisten vornahm, zum Beispiel in Babi Jar bei Kiew. An solchen Aktionen waren vereinzelt aber auch reguläre Wehrmachts- oder Polizeieinheiten beteiligt.
Die Vernichtungslager
Erschießungen galten aber bald als "ineffektiv" für die geplanten Morde im großen Stil. Seit Herbst 1941 erprobten die Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD Massentötungen mit Hilfe von mobilen Vergasungswagen, wie sie schon im so genannten Euthanasieprogramm zur Ermordung Geisteskranker eingesetzt worden waren. Schließlich wurden fabrikmäßige Vernichtungslager errichtet, deren einziger Zweck die möglichst schnelle Tötung einer möglichst großen Zahl von Juden war. Solche Vernichtungslager wurden angelegt in:
In diesen Lagern wurden die deportierten Juden - soweit sie nicht schon beim Transport in Viehwaggons umgekommen waren - gleich nach ihrer Ankunft in Arbeitsfähige und Nicht-Arbeitsfähige eingeteilt. Die letzteren, in der Regel Kinder und ihre Mütter, Alte und Kranke, wurden gleich nach der Selektion in Gaskammern geführt, die als Duschräume getarnt waren. Dort wurden sie mit Zyklon B, einem hochgiftigen Schädlingsbekämpfungsmittel aus Blausäure vergast. Das Gas verursachte einen qualvollen, bis zu 20 Minuten dauernden Erstickungstod. Die Leichen wurden anschließend in Krematorien verbrannt. Einzelne Leichenteile wie Haare und Goldzähne wurden, ebenso wie die privaten Habseligkeiten der Opfer (Kleidung, Schuhe, Brillen, Koffer etc.) von der SS weiterverwertet.
Zusätzlich wurden in den Lagern Menschenversuche zu militärischen, medizinischen und anderen Zwecken vorgenommen. Die Opfer wurden zum Beispiel in Druckkammern extrem hohem oder niedrigem Luftdruck ausgesetzt, in Eiswasser unterkühlt, mit Bakterien infiziert, für chirurgische Versuche u.v.m. missbraucht. Die Täter, wie etwa der SS-Arzt Josef Mengele, nahmen den Tod oder lebenslange Gesundheitsschäden der Versuchspersonen willentlich in Kauf.
Wannseekonferenz und Opferzahlen
Am 20. Januar1942 fand unter der Leitung des Chefs der Sicherheitspolizei und des SD, Reinhard Heydrich, die Wannseekonferenz bei Berlin statt. Auf ihr besprachen hochrangige Ministerialbeamte der Reichsregierung die so genannte "Endlösung der Judenfrage", das heißt die Deportation und Ermordung aller europäischen Juden. Aus erhaltenen Akten der Konferenz lässt sich ersehen, dass 11 Millionen Menschen zur Vernichtung vorgesehen waren.
Im größten Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau wurden schätzungsweise 1.100.000-1.500.000 Menschen ermordet. Etwa eine Million davon waren Juden. In der seriösen historischen Forschung gilt es heute als gesichert, dass während des Zweiten Weltkriegs mindestens 5,29, höchstens knapp über 6 Millionen Juden in Konzentrations- und Vernichtungslagern, sowie bei Massenexekutionen zu Tode kamen. Absolut exakte Zahlen konnten nie ermittelt werden, da viele Deportierte gleich nach ihrer Ankunft - also ohne einzeln registriert worden zu sein - in die Gaskammern geschickt wurden. Für Hitler-Deutschland und alle von ihm besetzten Länder, nennt das Werk "Dimension des Völkermords" (siehe unten) folgende Minimalzahlen:
Während sich die Ausgrenzung und Diskriminierung der Juden in Deutschland vor aller Augen vollzog, achtete das Hitler-Regime bei der so genannten "Endlösung" auf strengste Geheimhaltung. SS-Angehörigen war es beispielsweise verboten, über die Ermordung von Juden, Sinti und Roma zu berichten. Die Zahl der unmittelbar an den Verbrechen beteiligten Täter, zum Beispiel Angehörige von Wachmannschaften, Einsatzgruppen, Polizeibataillonen und Wehrmachtsteilen, wird auf etwa 300.000 geschätzt.
Gegenüber der restlichen Bevölkerung wurden die Deportationen der Juden aus dem Reich offiziell als "Umsiedlungen" bezeichnet. Dies haben die meisten Deutschen geglaubt und hingenommen, obwohl solche Massendeportationen allein schon ein schweres Unrecht darstellten. Nur gerüchteweise - etwa von Soldaten auf Heimaturlaub - erfuhren manche Deutschen von dem Menschheitsverbrechen, das im Osten in ihrem Namen begangen wurde. Der Widerstandskämpfer Helmut James Graf von Moltke schrieb 1943: "Mindestens neun Zehntel der Bevölkerung weiß nicht, dass wir Hunderttausende von Juden umgebracht haben." Doch selbst das Zehntel, das zumindest ansatzweise Bescheid wusste, hat - von wenigen rühmlichen Ausnahmen abgesehen - nichts gegen den Holocaust unternommen.
Erst nach Kriegsende erfuhr die Mehrheit der deutschen Bevölkerung das ganze Ausmaß der Nazi-Gräuel. Viele wollten sie - wegen der Ungeheurlichkeit der Verbrechen - auch dann nicht wahrhaben, obwohl sie nur eine logische Folge dessen waren, was sich bis in die ersten Kriegsjahre hinein vor aller Augen in Deutschland abgespielt hatte.
Niemandem hatte verborgen bleiben können, dass die Juden nach und nach aus dem gesellschaftlichen Leben verschwanden. Anti-Jüdische Maßnahmen wie der Boykott von 1933 und die reichsweiten Pogrome vom 9. November1938 fanden auf offener Straße statt. Jeder wusste zudem über Diskriminierungen wie die Nürnberger Rassegesetze bescheid, über die Berufsverbote und zahllosen Einschränkungen, denen die Juden unterworfen waren, über den Judenstern, die Ghettoisierung und vieles mehr. Nicht zuletzt kannte jeder Zeitungsleser und Radiohörer die mehrfach wiederholte Drohung Hitlers vom 30. Januar1939, nach der ein neuer Weltkrieg " die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa" bedeute.
Viel Nicht-Wissen war im Grunde ein Nicht-Wissen-Wollen, eine Verdrängung aus Angst oder Gleichgültigkeit. Zu Beginn der institutionalisierten Diskriminierung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung profitierten zudem viele Deutsche im Zuge von Arisierungen direkt vom Leid ihrer jüdischen Nachbarn. Gegen Kriegsende ließ der Überlebenskampf in den zerbombten Städten kaum einen Gedanken an das noch größere Leid anderer Menschen aufkommen.
In den zerstörten Städten ging immer wieder das Gerücht um, der Luftkrieg sei die Vergeltung für das, was man den Juden angetan habe. Dies wird zuweilen als Zeichen eines untergründigen Unrechtsbewusstseins interpretiert, war aber allzu oft auch Ausdruck einer zutiefst antisemitischen Haltung, nach der "die Juden an allem Schuld" waren oder "Amerika kontrollieren".
Angesichts der Mittäterschaft oder der Gleichgültigkeit der Mehrheit sind die seltenen Taten jener Nicht-Juden um so höher zu bewerten, die Juden halfen, zu überleben. So wurden beispielsweise der TV-Moderator Hans Rosenthal oder der Schauspieler Michael Degen von nicht-jüdischen Deutschen vor den Nazis versteckt.
Heute erinnern an den Holocaust zahlreiche Mahnmale und Museen in der ganzen Welt. Die bedeutendste Gedenkstätte ist Yad Vashem in Jerusalem. Sie umfasst verschiedene Bereiche, unter anderem ein Museum, ein Dokumentationszentrum, ein Archiv, eine Bibliothek sowie Denkmäler und Skulpturen.
Weitere Opfer der Nationalsozialisten
Ebenfalls zum Vernichtungsprogramm der Nazis gehörte die Ermordung von drei Millionen russischerKriegsgefangener.
Dazu starben mehr als zwei Millionen Osteuropäer bei der ihnen auferlegten Zwangsarbeit. Über die Vernichtung der europäischen Juden hinaus hatten die Nazis im Generalplan Ost ein weitreichendes Programm zur Vernichtung und Umsiedlung ausgearbeitet. Nach diesem Plan sollten weitere als "rassisch minderwertig" bezeichnete, vor allem slawische Völker allmählich durch Verbannung nach Sibirien ausgerottet werden.
Angesichts der genannten Opferzahlen ist es bis heute schwer zu verstehen, warum sich eine große Zahl von Menschen an der Planung und Durchführung sowie am Verschweigen des Holocaust beteiligen konnte. Die historische Forschung ist zu folgenden Ergebnissen gekommen, die hier kurz dargestellt werden sollen:
Die neuen "Herren" und ihre Anhänger wollten aus ihrer errungenen Macht auch ökonomische Vorteile ziehen. Vielfach bereicherten sich Nationalsozialisten (aber nicht nur sie) an dem Vermögen ihrer jüdischen Mitbürger. Viele waren Nutznießer dieser "Arisierung" und sei es "nur", dass ihre "Wohnungsfrage" gelöst oder der lästige wirtschaftliche Konkurrent beseitigt wurde.
Dazu kamen Engpässe im Rahmen der "Heim ins Reich"-Bewegung (Auslandsdeutsche mussten untergebracht werden). Die Heime für geistig und anderweitig Behinderte wurden geräumt und diese Menschen schließlich in Lastwagen mit den Abgasen ermordet. (siehe Gedenkstätte Hadamar). "Wissenschaftliche" Grundlagen für die Identifizierung "unwerten Lebens" lieferte eine damals relativ neue Wissenschaft, die Eugenik.
Mit dem Ausbruch des Krieges galten die ausgeplünderten Juden als "überzählige Esser", die eine Belastung für die Versorgung von Heer und Heimat darstellten. Nachdem Planungen für ein "Judenreservat" in Polen oder Übersee (Madagaskar-Plan zum Beispiel) gescheitert waren, hatten die Aufsteiger in der neuen bürokratischen Elite wegen ihres radikalen Antisemitismus keinerlei Hemmungen für die "Problemlösung" zur systematischen, mit bürokratischer Effizienz zur geplanten Vernichtung überzugehen (Wannseekonferenz). In den Zeugenaussagen des Holocaust-Planers Adolf Eichmann im Prozess gegen ihn in Israel ist dieses Zusammenwirken von Effizienz und Gefühlskälte dokumentiert.
Die Tatsache, dass "ganz normale Menschen" derart menschenverachtende Taten begehen konnten, hat Fragen zur Beeinflussbarkeit des Menschen an sich aufgeworfen. Konzepte wie die systematische Ausgrenzung der Opfer aus dem Kreise der eigenen Gruppe zeigen die mögliche Manipulierbarkeit des Einzelnen. Psychologische Experimente, in denen menschliches Verhaltens unter Gruppenzwang oder Autoritätsgehorsam untersucht wurden (Milgram-Experiment, Gefängnisexperiment von Phillip Zimbardo), sind in diesem Zusammenhang aufschlussreich.
Es gibt tiefenpsychologische Deutungen, die einen Zusammenhang zwischen der Verklärung unmenschlicher Erziehungssmethoden und der Gefühlsblindheit gegenüber (staatlicher) Gewalt herstellen. Leichthin gesagte Sätze wie "Ein Junge weint nicht" verharmlosen demzufolge unbewusst die seinerzeit verbreitete brutale Kindeszüchtigung.
Die Begriffe Holocaust und Shoa
Das Wort Holocaust leitet sich vom griechischenholókauton her und bedeutet "vollständiges Brandopfer". Es findet mehrfach Erwähnung in der Bibel, etwa im Buch Genesis (22, 2): "Gott sprach zu Abraham: 'Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du liebhast, und geh hin in das Land Morija und bringe ihn dort als Brandopfer (holókauton) dar auf einem Berge, den ich dir sagen werde."
Zunächst wurde mit Holocaust nur im englischen Sprachraum der Genozid an den Juden bezeichnet. Nach der Ausstrahlung der amerikanischen Fernsehserie "Holocaust" im Jahr 1979 kam der Begriff auch in Deutschland in Gebrauch. Eine von den nationalsozialistischen Völkermorden losgelöste Begriffsverwendung ist im Deutschen semantisch und sprachethisch umstritten.
Da das Wort Holocaust nach Ansicht vieler Juden zu sehr die Opferrolle der Ermordeten betont, wird seit einigen Jahren zunehmend auch der hebräische Begriff Shoah (השואה) verwendet, der soviel bedeutet wie "großes Unheil" oder "Katastrophe". Er bürgerte sich aufgrund des gleichnamigen, neunstündigen Dokumentarfilms von Claude Lanzmann von 1985 ein, der als "narrative Chronik des Holocaust" bezeichnet wird.
Holocaust-Leugnung
Alt- und NeonazistischeRevisionisten versuchen immer wieder die Tatsache des Holocaust in Zweifel zu ziehen oder ihn ganz zu leugnen, indem sie von einer Verschwörung der Siegermächte gegen Deutschland und der so genannten "Auschwitzlüge" reden.
Siehe dazu: Holocaustleugnung
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[3] (6. April2004) keine anderen Wikipedia Beiträge im selben Zusammenhang
Literatur
Standardwerke
Raul Hilberg: Die Vernichtung der europäischen Juden. Fischer Taschenbuch Verlag Nr. 10611-10613, Frankfurt am Main 1990, ISBN_359624417X. - Gegenüber der amerikanische Ausgabe The Destruction of the European Jews, revised and definitive edition von 1985 aktualisierte und erweiterte Ausgabe des unverzichtbaren Standardwerks in drei Bänden.
Raul Hilberg: Täter, Opfer, Zuschauer. Die Vernichtung der Juden 1933-1945, Frankfurt am Main 1997, ISBN_3100336097. - Hilbergs lesenswerter "Ergänzungsband" personalisiert hier die drei titelgebenden Gruppen.
Dieter Pohl: Verfolgung und Massenmord in der NS-Zeit 1933-1945. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2003, ISBN_3534151585. - Sehr komprimierte Darstellung durch den NS-Spezialisten des Institus für Zeitgeschichte. Informiert zuverlässig und auf dem neuesten Forschungsstand in straff gegliederten Kapiteln über alle wesentlichen Teilaspekte. Sowohl für die erste Information (leichte Lesbarkeit!) als auch für Fachleute unbedingt empfehlenswert.
Eberhard Jäckel, Peter Longerich, Julius H. Schoeps (Hrsg.): Enzyklopädie des Holocaust. Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden, Argon Verlag, Berlin 1993, ISBN_3870243015. - Die Originalausgabe erschien parallel in Israel und den USA und bildete die Grundlage der leider nicht vollständig revidierten 3bändigen deutschen Ausgabe. Nicht durchgehend zuverlässig erarbeitetes Nachschlagewerk, ausreichend für die erste Information.
Wolfgang Benz (Hrsg.): Dimension des Völkermords. Die Zahl der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus. R. Oldenbourg Verlag, München 1991, ISBN_3486546317. - Bis heute auch international die einzige umfassende wissenschaftliche Arbeit zahlreicher Historiker über die Opferzahlen, geordnet nach den einzelnen Ländern. Besonders wichtig, weil immer die Grundlagen der einzelnen Berechnungen offengelegt und belegt werden.
Philippe Burrin: Hitler und die Juden. Die Entscheidung für den Völkermord. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1993, ISBN_3100463080. - Erste gründliche Arbeit zum Entscheidungsprozess. Das schmale Buch gab der weiteren Forschung wichtige Impulse.
Saul Friedländer: Das Dritte Reich und die Juden. Die Jahre der Verfolgung 1933-1939, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2000, ISBN_342330765X. - Gut geschriebener erster Band einer auf zwei Bände angelegten Arbeit, überwiegend aus der Perspektive der jüdischen Verfolgungsopfer.
Peter Longerich: Politik der Vernichtung. Eine Gesamtdarstellung der nationalsozialistischen Judenvernichtung, Piper Verlag, München/Zürich 1998, ISBN_3492037550. - Gewiss keine "Gesamtdarstellung", aber wichtige Darstellung der verschiedenen Entwicklungs- und Entscheidungsphasen im Prozess zur totalen Vernichtung der europäischen Juden. Durch Nachlässigkeit des Verlages stimmen die Fußnoten im Text in der Numerierung nur zum Teil mit dem Anmerkungsteil überein, was die Bedeutung des Werks jedoch nicht mindert.
Peter Longerich: Der ungeschriebene Befehl. Hitler und der Weg zur 'Endlösung'. Piper Verlag, München 2001, ISBN_3492042953. - Enthält die beiden Gutachten, die der Autor für den Prozess gegen David Irving einreichte und die das britische Gericht mit zur Grundlage seiner Entscheidung machte. Die Systematik der Vernichtungspolitik und Hitlers Rolle im Holocaust, von Irving bestritten, werden anhand zahlloser Dokumente nachgewiesen. Besonders empfehlenwert für "Zweifler", die sich informieren wollen und noch Argumenten zugänglich sind.
Götz Aly: "Endlösung". Völkerverschiebung und der Mord an den europäischen Juden. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1995, ISBN_3100004116. - Stellt den Judenmord überzeugend dar als Konsequenz einer Kette von gescheiterten nationalsozialistischen Vertreibungs-, Umsiedlungs- und Deportationsprojekten und liefert auf der Grundlage vieler neuer Quellen überraschende Erkenntnisse. Anzuraten die korrigierte 2. Auflage.
Christian Gerlach: Krieg, Ernährung, Völkermord. Deutsche Vernichtungspolitik im Zweiten Weltkrieg. Pendo Verlag, Zürich/München 2001, ISBN_385842424048. - Enthält neben zwei umfangreichen Aufsätzen "Die Ausweitung der deutschen Massenmorde in den besetzten sowjetischen Gebieten im Herbst 1941. Überlegungen zur Vernichtungspolitik gegen Juden und sowjetische Kriegsgefangene" und "Die Bedeutung der deutschen Ernährungspolitik für die Beschleunigung des Mordes an den Juden 1942" Gerlachs bahnbrechende und internationales Aufsehen erlangende Arbeit über die "Wannseekonferenz" in erweiterter Fassung.
Eugen Kogon: Der SS-Staat. Das System der deutschen Konzentrationslager, Kindler Verlag, München 1974. - Nurmehr von historischem Interesse als das erste bald nach dem Krieg erschienene und sehr einflussreiche Buch, weniger über das KZ-System als über das KZ Buchenwald, in dem Kogon inhaftiert war. Zum Mord an den europäischen Juden als dem Zentrum des Holocaust hat Kogon wenig bis nichts beizutragen.
Leny Yāhîl, Die Shoah. Überlebenskampf und Vernichtung der europäischen Juden; München 1998 - umfangreiche, aber dennoch übersichtliche und flüssig lesbare Darstellung des Holocaust und der Rettungs- und Auswanderungsversuche
James Edward Young, Beschreiben des Holocaust : Darstellung und Folgen der Interpretation, Suhrkamp : 1. Auflage Frankfurt/a.M. 1997, 340 S. ISBN_3-518-39231-X
Sekundärliteratur
Lanzmann, Claude: Shoah, Düsseldorf 1986 (Interviews mit Überlebenden; Begleitbuch zu Lanzmanns monumentaler Filmdokumentation, die auf DVD erschienen ist!)
Rosh, Lea und Jäckel, Eberhard: "Der Tod ist ein Meister aus Deutschland" Deportation und Ermordung der Juden. Kollaboration und Verweigerung in Europa, München 1992 (Begleitbuch zur TV-Dokumentation)
Schoenberner, Gerhard: Der Gelbe Stern. Die Judenverfolgung in Europa 1933-1945, Frankfurt am Main 1991 (Eindrucksvoller Fotoband)
Bartusevicius, Vincas, Tauber, Joachim und Wolfram Wette (Hrsg.): Holocaust in Litauen. Köln: Böhlau 2003, ISBN_3412139025
Benz, Wolfgang (Hrsg.): Legenden, Lügen, Vorurteile. Ein Wörterbuch zur Zeitgeschichte, München 1992.
Browning, Christopher R.: Die Entfesselung der 'Endlösung. Propyläen, 2003, ISBN_3549071876
Gross, Jan Tomasz: Nachbarn: der Mord an den Juden von Jedwabne. München: Beck 2001. ISBN_3-406-48233-3
Pressac, Jean-Claude: Die Krematorien von Auschwitz. ISBN_3492121934
Pressac, Jean-Claude: Auschwitz: Technique and operation of the gas chambers. Beate Klarsfeld Foundation, 1989
Burrin, Phillippe: Hitler und die Juden.Die Entscheidung für den Völkermord, Frankfurt a. M. 1993, ISBN_3100463080.
2. König Leopold im Kongo: 1880-1920 Bevölkerung des Kongo etwa halbiert - ca 8 -10 Millionen Menschen starben an Erschöpfung und Unterernährung oder wurden Opfer von Mord und Krankheiten.
http://www.shoa.de/ - Bürgerinitiative, mit dem Ziel sich mit den Schrecken des Holocaust und seinen Nachwirkungen bis in die Gegenwart auseinander zu setzen
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