Die Hörschwelle (auch Reizschwelle) ist derjenige Schalldruck bzw. Schalldruckpegel, bei dem unser Gehör Töne oder Geräusche gerade noch wahrnimmt. Dies wird auch als untere Hörgrenze der Hörfläche bezeichnet. Der kleinste Schalldruck, der für das menschliche Gehör gerade noch wahrnehmbar ist, beträgt 20 µPa bei einer Frequenz von 2 kHz. Dieser Wert wurde als Bezugswert (Referenz) für den absoluten Schalldruckpegel festgelegt. (20 µPa = 0 dBSPL)
Die Kurve der Hörschwelle ist stark frequenzabhängig.
Bei 2 kHz liegt die Hörschwelle bei 0 dBSPL, bei höheren und tieferen Frequenzen sind höhere Pegel erforderlich, damit sie wahrgenommen werden können.
So ist tiefer Sinus-Ton von 30 Hz erst dann hörbar, wenn der Schalldruckpegel 60 dBSPL überschreitet. Hohe Sinus-Töne von 15 kHz können auch für Normalhörende erst ab ca. 60 dBSPL wahrgenommen werden.
Unser Gehör kann nicht alle Schwingungen (Frequenzen) wahrnehmen. Schwingungen kleiner als 20 Hz befinden sich außerhalb des hörbaren Bereichs, sie liegen also unterhalb der Hörschwelle. Oft werden hierbei unsichere 16 Hz angegeben, denn der Übergang vom Hören zum Fühlen der Schalldruckwelle ist nicht eindeutig.
Die höchste Schwingung, die wahrgenommen werden kann ist stark vom Alter und Gesundheitszustand abhängig, mit zunehmendem Alter ist steigt die Hörschwellenkurve deutlich bei höheren Frequenzen an (normale Alters-Schwerhörigkeit).
Während gesunde junge Menschen Frequenzen bis etwa 19000 Hz wahrnehmen können, können sich Menschen von 60 Jahren über ein Hörvermögen bis 12000 Hz glücklich schätzen.
Die Kurve der Hörschwelle begrenzt die Hörfläche nach unten. Die obere Begrenzung der Hörfläche wird Schmerzschwelle genannt. Unterhalb der Schmerzschwelle gibt es ein größeres Gebiet das Unbehaglichkeitsschwelle genannt wird.
Messen lässt sich die Hörschwelle lässt sich recht genau durch Ja-Nein-Aussagen (ein Ton ist wahrnehmbar oder nicht), üblicherweise für beidohriges Hören einer Frontalschallquelle, oder per Kopfhörer.
Wird das Hörvermögen beeinträchtigt, dann ist das immer am Verlauf der individuellen Hörschwelle erkennbar. Die Messung der Hörschwelle wird mit reinen Sinustönen vorgenommen und zwar durch ein "Ton-Audiogramm", das man üblicherweise beim Ohrenarzt bekommen kann. Dort wird der Hörtest meistens über Kopfhörer vorgenommen. Solch ein Diagramm ist für die Diagnostik eines Hörschadens von großer Bedeutung. Aus dem Frequenzgang des Hörverlusts, das ist der Schallpegelabstand zwischen gemessener Hörschwelle und einer "normalen" Hörschwelle mit mehreren Frequenzen, kann genauer auf die Art des Hörschadens geschlossen werden.
Als Grundlage für die Bewertung des Hörverlusts dient die Hörschwelle für Normalhörende, wie sie z.B. in der DIN 150 im Rahmen der "Kurven gleicher Lautstärkepegel" festgelegt ist.
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