Eine Höhle ist ein natürlicher unterirdischer Hohlraum, der groß genug ist, um von Menschen betreten zu werden, sowie länger als 3 m ist.
Diese gängige Definition des Begriffs Höhle aus der Speläologie (Höhlenkunde) unterscheidet sich ein wenig vom umgangssprachlichen Gebrauch.
Höhlen sind ausschließlich natürliche Hohlräume. Damit sind Höhlenwohnungen und andere künstliche Höhlen wie (Schau)Bergwerke eigentlich gar keine Höhlen. In letzter Zeit wird dafür immer häufiger der Begriff Subterranea benutzt, der eigentlich von dem lateinischen Wort für unterirdisch abgeleitet ist, aber in dieser Form bisher meist im Englischen verwendet wird.
Höhlen entstehen durch geologische Prozesse, also Verwitterung, Erosion, Auswaschung, chemische Auflösung, Tektonik und vieles mehr. Dadurch wird Gesteinsmaterial entfernt und abtransportiert, so dass ein Hohlraum entstehen kann. Allerdings gibt es auch Höhlen, die bereits mit dem Gestein selbst entstehen, so dass kein späterer Abtransport mehr nötig ist. Man unterscheidet deshalb Primärhöhlen, die mit dem Gestein entstehen von Sekundärhöhlen, die später entstehen. Den Einsturztrichter über einer eingebrochenen Höhle nennt man Doline.
Klassische Höhlen: Das Gangsystem ist überwiegend horizontal. Sie können leicht begangen werden - die meisten Schauhöhlen sind von diesem Typ.
Schachthöhlen: Ihr Gangsystem ist vorwiegend vertikal. In Frankreich heißen sie Aven und sind im Department Ardèche und in der Provence weit verbreitet. Sie können sehr tief sein, wie etwa der Aven Jean Nouveau mit fast 800 m. Bekannte Schacht- und Schauhöhlen sind die Laichinger Tiefenhöhle, Aven d'Ornac (Ardèche).
Flusshöhlen: Diese Höhlen enthalten einen unterirdischen Flusslauf. Bekannt ist die 8 km lange Kreuzberghöhle (Krizna Jama) in Jugoslavien mit 22 Seen und zwei untereinander liegenden Wassersystemen.
Eishöhlen: sind Höhlen, in denen sich dicke Eisschichten das ganze Jahr über halten. Eine bekannte Schauhöhle ist die Eisriesenwelt in Werfen.
Primärhöhlen entstehen mit dem umgebenden Gestein. Hierzu gehören:
Lavahöhlen und Lavaröhren, die entstehen, wenn Lavaströme nach dem Abebben einer Eruption leer laufen.
Tuffhöhlen
Sekundärhöhlen entstehen nach dem umgebenden Gestein durch Laugung oder mechanische Aushöhlung. Hierzu gehören:
Winderosionshöhlen in Wüsten
Brandungshöhlen z.B. Hohlkehlen an Küsten, Küstenhöhlen
Quellungshöhlen: Beim Kontakt mit Sickerwasser nimmt Anhydrid Wasser auf und wandelt sich in Gips um. Liegt der Anhydrid an der Erdoberfläche, kann er sich aufwölben. Diese Höhlenform ist extrem selten. Beispiel: Sachsenstein am Südharz.
Karsthöhlen oder Laugungshöhlen, diese werden wiederum unterschieden in
vadose Höhlen die
aktiv vadose Höhlen sein können, und von einem Höhlenbach durchflossen werden, in denen die Höhlenbildung also noch aktiv ist, oder
inaktive vadose Höhlen, die inzwischen trocken gefallen sind und bei denen die Höhlenbildung weitgehend abgeschlossen ist.
phreatische Höhlen sind weitgehend mit Wasser gefüllt. Viele Quellhöhlen sind phreatische Höhlen.
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