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Hochdeutsche Sprache

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Hochdeutsch hat mehrere Bedeutungen.


  • 1. Standardsprache (dabei wird "hochdeutsch" als Synonym zu "neuhochdeutsch" verwendet.)
  • 2. Landschaftlich-Räumlicher Begriff (Hochdeutsch/Niederdeutsch)
  • 3. Oberbegriff für die hochdeutsche Sprache bzw. hochdeutschen Dialekte in der zeitlichen Entwicklung von althochdeutsch über mittelhochdeutsch bis neuhochdeutsch.


Inhaltsverzeichnis


1 Standardsprache

2 Schriftsprache

  2.1 Aussprache

  2.2 Gemeinsprache

3 Landschaftlich-Räumlicher Begriff

4 Historische Entwicklung

5 Weblinks


Standardsprache

Zum einen ist Hochdeutsch die deutsche Sprache, welche die Normal-, also Nicht-Dialekt-Sprache bezeichnet, die in Deutschland, Österreich, Luxemburg, Liechtenstein, Teilen der Schweiz, Belgien (Eupen-Malmedy), Italien (Südtirol) und Frankreich (Elsaß-Lothringen) (hier allerdings wenig und fast nur noch von der älteren Generation) gesprochen wird. In diesem Sinn ist mit "Hochdeutsch" die Schriftsprache gemeint. "Hoch" bedeutet somit hier "offiziell" (deutsche Standardsprache, Hochsprache).


Schriftsprache

Die hochdeutsche Schriftsprache ist weitgehend standardisiert. Im Ideal bilden dabei bestimmte Zeichen bestimmte Laute ab. Dieses Prinzip ist durchbrochen durch historische Lautverschiebungen und durch Übernahme von Wörtern aus Fremdsprachen. Die Schriftsprache bildete die erste standardisierte Form der deutschen Sprache und die Grundlage der Verständigungsmöglichkeit über Dialektgrenzen hinaus. Die Bevölkerung betrachtet die Schriftsprache als ein wertvolles Gut, das man nur sehr behutsam verändern darf. Die Schriftsprache wirkt zugleich konservierend und stabilisierend auf die Umgangssprache.


Aussprache

Nachdem sich die neuhochdeutsche Schriftsprache herausgebildet hatte, setzte sich in gebildeten Kreisen die Idealvorstellung der Schreiblautung durch. Damit ist eine Aussprache gemeint, die sich möglichst stark am Geschriebenen orientiert. Im 19. Jahrhundert kam die Vorstellung auf, dass das beste Deutsch auf der Theaterbühne gesprochen werde. Auch die Aussprache in Norddeutschland wurde als vorbildlich eingestuft, da sich das Niederdeutsche zu stark von der Standardsprache unterscheidet und diese deshalb nicht so leicht beeinflussen kann. Deswegen orientiert sich die dortige Aussprache der im Zeitalter der Reformation übernommenen hochdeutschen Schriftsprache an der Schreibung, so dass man das Ideal der Schreiblautung in dieser Region am ehesten als verwirklicht betrachten kann.


Die Aussprache des Deutschen wurde erstmals 1898 in der "Deutschen Bühnenaussprache" von Theodor Siebs für den Gebrauch im Theater kodifiziert. Heute existieren verschiedene Aussprachewörterbücher, die in einigen Punkten von einander abweichen.


Die Aussprache des Hochdeutschen in den verschieden Sprachgebieten weicht unterschiedlich stark voneinander ab (Siehe dazu z.B den Artikel Helvetismus.) Wenn sogar die Aussprache der Schriftsprache markante regionale Unterschiede aufweist, dann gilt das erst recht für die regionalen Dialekte. Die nachfolgenden Abschnitte beschreiben die Aussprache der Standardsprache. Vieles davon trifft auf einzelne oder mehrere Dialekte nicht zu. Insbesondere das phonetische Inventar der Dialekte weicht oft beträchtlich von der Standardsprache ab.


Eine große Wirkung geht heutzutage von den deutschen Fernseh- und Rundfunkprogrammen aus, bei denen überwiegend auf eine Aussprache geachtet wird, die sich stark an der hochdeutschen Schriftsprache orientiert.


Gemeinsprache

Aus der Überlappung von Standardsprache und Fachsprache ergibt sich eine allgemeinverständliche Gemeinsprache, auch Gesamtsprache genannt, die neben dem Standardwortschatz Fachwörter (Termini) umfasst, die auch von Laien verstanden werden.


Landschaftlich-Räumlicher Begriff

In der zweiten und ursprünglichen Bedeutung stehen sich "Hochdeutsch" und "Niederdeutsch" als landschaftlich-räumliche Begriffe gegenüber. In diesem sprachwissenschaftlichen Sinn umfasst der Begriff "Hochdeutsch" alle diejenigen westgermanischen Dialekte, die sprachgeschichtlich die zweite, hochdeutsche Lautverschiebung mitmachten (Beispiele: apfel gegenüber appel, zeit/zīt gegenüber tīd).


Diese gliedern sich in




Umstritten ist die Zuordnung der ostfränkischen und der südfränkischen Dialekte. Diese liegen im Übergangsbereich zwischen dem Mittel- und Oberdeutschen. Es ist daher umstritten, ob sie insgesamt dem Oberdeutschen oder dem Mitteldeutsch zugeordnet werden.


Die Regionalsprachen in Norddeutschland nördlich der Benrather Linie gehören nicht zum Gebiet des Hochdeutschen. Hier wurde (und wird in ländlichen Regionen z. T. noch) umgangssprachlich die vom Altniederdeutschen abstammende Niedersächsische Sprache (Plattdeutsch) bzw. das Ostniederdeutsche gesprochen, während das Hochdeutsche nur als Amtssprache für den Umgang mit Behörden und Ortsfremden dient(e).


Historische Entwicklung

Neuhochdeutsch bezeichnet die jüngste Periode der deutschen Hochsprache.


Die deutschen Sprachepochen werden wie folgt unterteilt:


1. Althochdeutsch (Ahd.) 800 bis 1050
2. Mittelhochdeutsch (Mhd.) 1100 bis 1350
3. Frühneuhochdeutsch (Fnhd.) 1350 bis 1600/1650
4. Neuhochdeutsch (Nhd.) 1650/1700 bis Gegenwart

Es ergeben sich einige Probleme bei der genaueren Datierung. Zum einen ist mit dem Jahr 800 nur der vermutete Beginn althochdeutscher Sprache bezeichnet, da der bisherige Forschungsstand die ältesten bekannten schriftlichen Sprachquellen in dieser Zeit lokalisiert.


Weiterhin sind die Übergänge zwischen den einzelnen Epochen sehr fließend (über einen Zeitraum von ca. 50 Jahren). Der Sprachwandel vollzieht sich auf vielen Ebenen und beileibe nicht zeitgleich.


Weblinks



Siehe auch: Standardsprache, Schriftsprache, Umgangssprache, Dialekt


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