Bekannt wurde er durch seine Kon-Tiki-Expedition im Jahre 1947. Diese Expedition zeigte, dass es keine technischen Gründe gab, die die Einwohner Südamerikas von der Besiedelung Polynesiens abhielten. Trotzdem sind heute die meisten Anthropologen, gestützt auf physische und genetische Belege, der Ansicht, dass Polynesien vom asiatischen Festland aus gen Osten besiedelt wurde. Bei der Expedition gingen Heyerdahl und ein kleines Team nach Südamerika, um dort aus Baumstämmen (Balsa-Holz) und anderem dort heimischen Material ein Floß zu bauen, mit dem sie den Pazifischen Ozean nach Polynesien überquerten. Die einzige moderne Ausrüstung an Bord waren Funkgeräte. Ihre Nahrung fingen sie im Meer. Der Dokumentarfilm über die Expedition wurde mit einem Oscar ausgezeichnet.
Ra I und II
1969 versuchte er mit dem Papyrusboot Ra I von Marokko aus Amerika zu errreichen. Die Expedition scheiterte. Doch Heyerdahl gab nicht auf und konnte 1970 mit der Ra II die Insel Barbados erreichen.
Tigris
1977 folgte noch die Reise mit dem Schilfboot Tigris von Al Qurnah (Irak) nach Dschibuti. Dort musste er die Reise wegen der aktuellen kriegerischen Lage abbrechen. Aus Protest verbrannte er die Tigris am Strand.
Weitere
In den folgenden Jahren beteiligte sich Heyerdahl an vielen anderen Expeditionen (etwa zur Osterinsel) und archäologischen Projekten. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er überwiegend auf Teneriffa, wo er die Pyramiden von Güímar erforschte.
"Wenn sie mir als 17-Jährigem gesagt hätten, ich würde auf einem Floß über das Meer segeln, hätte ich vollständig geleugnet, dass das in Frage kommt. Zu dieser Zeit war ich wasserscheu."
Thor Heyerdahl wurde mit zahlreichen Medaillen und Preisen ausgezeichnet. Er empfing auch 11 Ehrendoktortitel von Universitäten in Europa, Nord- und Südamerika.
Es gibt ein nach ihm benanntes Traditionssegelschiff. Der Eigner dieses Schiffes - Detlef Soizek - war auf der Tigris-Expedition einer der Navigatoren.
Zwei der Schiffe Heyerdahls (Kon-Tiki und Rha II) kann man heute im Kon-Tiki-Museum besichtigen, dass Teil des Norwegischen Seefahrtsmuseums in Oslo ist.
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