Im "Fruchtbaren Halbmond" zwischen Mittelmeer dem Persischen Golf und den arabischen Wüsten siedelten sich in diesem klimatisch günstigen Gebiet im 8. und 9. Jt. v. Chr. erste autarke Bauern nieder. um 7700 bildete sich eine seßhafte Agrargesellschaft heraus. Die weltältesten Städte Jericho (8000 v. Chr) und Catal Hüyük (7000 v. Chr.) entstanden hier. Im 3. Jahrtausend v. Chr. besiedelten die Hattier Anatolien und bildeten die Urbevölkerung. Mit ihr vermischten sich die Hethiter als indogermanische (indoeurpäische) Sprachträger, die gegen Ende des 3. Jahrtausend v. Chr./Anfang des 2. Jahrtausend v. Chr. in dieses Gebiet einwanderten. Unter weiteren nomadischen Einflüssen kristallisierte sich Mitte des 2. Jahrtausend v. Chr. das Großreich der Hethiter heraus, zu dem weite Teile Anatoliens und zeitweise auch die nördliche Hälfte des heutigen Syrien zählten.
Die Herrscher Ägyptens und Babyloniens betrachteten die Hethiter als gleichrangige Partner, mit denen sie sowohl diplomatische Kontakte und Handelsbeziehungen unterhielten als auch Vormachtkämpfe führten. Ein einzigartiges Beispiel für dieses Spiel der Mächte ist die Schlacht von Kadesch (1285 v. Chr.) und der nachfolgende Vertrag zwischen Ramses II. und Hattusili III. Hierbei handelt es sich um den ältesten bekannten Friedensvertrag der Welt, von dem unter anderem eine Kopie - als ein Symbol für den Frieden - im UNO-Gebäude in New York zu sehen ist.
Mit dem Untergang des hethitischen Reiches Ende des 13. Jahrhunderts v. Chr., gekennzeichnet durch die Zerstörung der städtischen Zentren durch Brände und den Verlust unzähliger Schätze, verliert sich die Spur dieser immer noch rätselhaften Kultur.
Ihre Sprache zählt zur anatolischen Untergruppe der indogermanischen Sprachfamilie. Vermutlich sind sie aus Südrussland über den Kaukasus nach Anatolien eingewandert. Als Zeitraum der Einwanderung wird die zweite Hälfte des 3. Jahrtausends v. Chr. angenommen. Da weder eine gewaltsame Invasion noch eine Völkerverschiebung im großen Stil stattfand, ist keine genaue Datierung möglich. Anscheinend wanderten indogermanische Gruppen nach und nach in Anatolien ein und vermischten sich teilweise mit der einheimischen hattischen Bevölkerung. Etwa gleichzeitig kamen auch andere indogermanische Einwanderer: Die Luwier ließen sich im Süden und Westen und die Palaier im Norden und Nordwesten Anatoliens nieder.
Die Hethiter übernahmen von den Hattiern die Bezeichnung Hatti für das Land. Ihre Sprache nannten sie dagegen Nesisch, nach der Stadt Kanisch/Nesa.
Die Hauptstadt war zur Grossreichszeit Hattuscha (heute türk. Bogazköy/Bogazkale) im Norden von Zentralanatolien, etwa 150 km. östlich von Ankara.
In der hethitischen Frühzeit wurde der hattische Kulturraum von hethitischen Fürstentümern beherrscht. Über einen regen Handelsaustausch mit dem Zweistromland (Assur) bildete sich Kanisch/Nescha als bedeutendste hethitische Handelsmetropole heraus.
In dieser Zeit entwickelte sich unter Einfluss der Handelsbeziehungen die hethitische Kultur weiter (eine Übernahme der altassyrischen Keilschrift fand nicht statt), jedoch noch keine politische Einheit. So wurde ca. 1700 v.Chr. Hattuscha von einem verfeindeten hethitischen Fürsten zerstört. In diesem Zeitraum gingen auch die Handelsbeziehungen nach Assyrien abrupt zu Ende, wohl durch Blockade der Reisewege durch die in Syrien eingewanderten Hurriter.
Die Zeit des hethitischen Alten und Mittleren Reichs
(ca. 1600-1350 v. Chr.)
Der erste hethitische Großkönig, der in Hattuscha seine Residenz nahm, stammte ursprünglich aus der Stadt des einstigen Zerstörers. Er nahm aber den Namen Hattuschili, »der von Hattuscha«, an. Unter seiner Herrschaft kam es zur Einführung der mesopotamischen Keilschrift in einer nordsyrischen Variante (Keilschriftliteratur), die mit dem Zusammenbruch des assyrischen Handelsnetzes aus Anatolien wieder verschwunden war. Daraus entwickelte sich eine anatolische Schreibtradition, die zur Überlieferung einer Unmenge von Daten auf beschrifteten Tontafeln geführt hat: Hethitische Staatskorrespondenz und -verträge sind ebenso erhalten geblieben wie Gesetzessammlungen, Kultvorschriften, Orakel und altorientalische Literatur. Die seit 1906 ausgegrabenen Archive von Hattuscha mit rund 30.000 Tontafelfragmenten bilden den Hauptfundus.
Großkönig Hattuschili I. betrieb den Ausbau des Reiches durch gezielte Eroberungen in Inneranatolien und eine Expansion nach Süden über das Taurusgebirge hinweg nach Nordsyrien. Sein Nachfolger Murschili setzte die Eroberungen im Süden fort, deren Ziel die Ausschaltung der Syrischen Stadtstaaten und die KontroRaubzug nach Babylon (1200 km Luftlinie von Hattuscha!) beendete Dynastie von Hammurapi. Bald darauf wurde Murschili ermordet, und es folgte eine Zeit der Unruhe. Der direkte hethitische Machtbereich war am Ende dieser Zeit wieder auf die zentralanatolischen Gebiete geschrumpft, und der Staat befand sich in einer tiefen Krise.
Die Zeit des hethitischen Großreichs
(ca. 1350-1180 v. Chr.)
Großkönig Schuppiluliuma I. reformierte das Reich und konnte seine mächtigen Gegenspieler, das Volk der Mittani im Bereich von Euphrat und Tigris (heute Südosttürkei, Nordsyrien und Nordirak) zurückdrängen. Auch das im Westen gelegene, zwischenzeitlich zur Grossmacht aufgestiegene Reich Arzawa wurde zerschlagen. Das Hethitische Reich beherrschte nun fast ganz Kleinasien und Syrien. Das hethitische Gebiet in Syrien grenzte direkt an die nördlichste Provinz des ägyptischen Pharaonenreiches, und so kam es auch zwischen diesen beiden Mächten bald zu Kämpfen.
Als eines der bedeutendsten historischen Ereignisse der hethitischen Geschichte zählt die Schlacht von Kadesch (ca. 1274 v. Chr.), in der die Armeen des Großkönigs Muwattalli II. und Ramses II. aufeinandertrafen sowie der nachfolgende Vertrag zwischen Ramses II. und Hattuschili III. (ca. 1259 v. Chr.) Hierbei handelt es sich um den ältesten bekannten Friedensvertrag der Welt, von dem unter anderem eine Kopie - als ein Symbol für den Frieden - im UNO-Gebäude in New York zu sehen ist.
Unter Muwattalli II. verlor Hattuscha für kurze Zeit die Rolle der Hauptstadt. Er verlegte seine Residenz nach Süden (Datassa in Tarhuntassa, bisher noch nicht wiederentdeckt). Aber schon sein Nachfolger Murschili III. kehrte nach Hattuscha zurück, wurde jedoch bald von seinem Onkel Hattuschili III. abgesetzt. Unter diesem Großkönig und seinem Sohn Tudhaliya IV. erlebte die Stadt offensichtlich noch einmal eine Blüte. Hattuscha war nicht nur politische Hauptstadt, sondern auch das Kultzentrum des Landes - die Residenz der »Tausend Götter des Hatti-Landes.«
Wiederum konnten Thronfolgestreitigkeiten, Missernten und feindliche Angriffe den Staat gegen Ende des 13. Jahrhunderts v. Chr. schwächen. Es war eine Zeit der Unruhe im gesamten Ostmittelmeerraum, bei der besonders die küstennahen Länder unter dem Ansturm von Piraten, den so genannten Seevölkern, zu leiden hatten. Der letzte bekannte Großkönig, Schuppiluliuma II.. berichtet von Kämpfen vor und auf Alasija (Zypern) und in Arzawa (Westanatolien). Überall fanden Bevölkerungsverschiebungen statt, und in Zentralanatolien ergab sich kein Ersatz für die Reichsstruktur der Hethiter - das Land kehrte in einen Zustand bäuerlicher, teilweise nomadischer Lebensweise zurück. Das Ende der Bronzezeit fällt mit dem Zusammenbruch des Hethiterreiches und zeitgleich mit der Zerstörung von Troja (heth. vermutlich Wilusa) zusammen.
späthethitischen Fürstentümer
(1200-700 v.Chr.)
Etwa um 1200 v.Chr. ziehen sich die Hethiter nach Südostanatolien und Syrien zurück, wo luwische Bevölkerung und/oder Oberschichten in den so genannten späthethitischen Fürstentümern noch einige Jahrhunderte die Kultur des Großreichs weiterpflegen, bis sie dem neuassyrischen Reich zum Opfer fallen.
Dann verschwinden die Hethiter aus der Weltgeschichte.
Liste der hethitischen Großkönige (Daten nach der Kurzchronologie)
(Zu den Schreibungen: Die heth. Aussprache des Keilschriftzeichens Schin ist umstritten, deshalb findet sich in der Literatur die Umschrift 's' neben 'sch')
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