Graf Gottfried V. erhielt 1106 das Herzogtum Niederlothringen; sein Urenkel Heinrich I. nahm 1190 den Titel eines Herzogs von Brabant an. Die Herzöge gelangten bald zu Macht und Selbständigkeit, wurden aber mit den Nachbarn in vielfache Fehden verwickelt und schwankten zwischen der Hinneigung zum Heiligen Römischen Reich und Frankreich. Von ihnen sind besonders merkwürdig: Johann I., der durch den Sieg bei Worringen (1288) Limburg mit Brabant vereinigte und auch als Minnesänger bekannt ist; sein Sohn Johann II., welcher 1312 den Grund zu einer ständischen Verfassung legte, die später in der Joyeuse entrée geregelt wurde, und Johann III., welcher die Bestimmungen erweiterte durch die so genannte Brabanter Goldene Bulle1349, wonach die Brabanter nur von einheimischen Gerichten nach Brabanter Recht gerichtet werden durften, was Kaiser Karl IV. bestätigte.
Nach Johanns III. Tod 1355 vereinigte der Gemahl seiner Tochter Johanna, Wenzel von Luxemburg, Bruder Kaiser Karls IV., Brabant mit seinem Erbland; unter ihm aber kam das Land in große Verwirrung. Nach Wenzels Tod 1383 setzte seine Witwe Johanna ihre Nichte Margarete von Flandern und deren Gemahl, Herzog Philipp den Kühnen von Burgund, als Erben ein; die Regierung übernahm zunächst Philipps zweiter Sohn,
Durch den Aufstand der Niederlande ward der nördliche Teil (Herzogenbusch) losgerissen und 1648 unter dem Namen der Generalitätslande der niederländischen Union einverleibt, während Südbrabant bis 1714 der spanisch-österreichischen Linie verblieb. Nach dem österreichischen Erbfolgekrieg fiel Brabant mit den übrigen südlichen Provinzen der Niederlande an das deutsch-österreichische Kaiserhaus zurück. Als unter Joseph II. sich ein heftiger Streit über die provinziellen Rechte Brabants, welche es in der Joyeuse entrée besaß, entspann, sagten sich die Stände Brabants 1790 von dem Haus Österreich los, fügten sich aber wieder, als Leopold II. ihnen die verlangten Rechte zurückgab.
1794 ward Brabant von den Franzosen erobert und im Frieden zu Campo Formio 1797 mit Frankreich vereinigt. Das nördliche Brabant wurde das Departement Deux-Nethes, mit der Hauptstadt Antwerpen, das südliche das Departement Dyle, mit der Hauptstadt Brüssel, genannt.
Als Napoleon I.1810 auch das holländische Brabant mit dem französischen Reich vereinigte, wurde aus demselben nebst einem Teil von Geldern das Departement Bouches-du-Rhin gebildet. Infolge des Pariser Friedens von 1814 und der Beschlüsse des Wiener Kongresses wurde Brabant Teil des Vereinigten Königreichs der Niederlande und bildete die drei Provinzen Nordbrabant, Antwerpen und Südbrabant. Letztere mit der Hauptstadt Brabants, Brüssel, war 1830 der Herd des belgischen Aufstandes. Südbrabant (als Provinz Brabant) und Antwerpen wurden Teil des neuen Königreichs Belgien, während Nordbrabant bei den Niederlanden verblieb.
Eine wichtige Persönlichkeit, die aus Brabant hervorging, ist die Heilige Gudula, die Nationalheilige von Belgien und Patronin der europäischen Parlamentshauptstadt Brüssel.
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