in Deutschland eine weiterführende Schulform, die sich nach der Aufspaltung der Volksschule1968 in Grundschule (Primarstufe) und Hauptschule (Sekundarstufe) den Schülern widmet, die mit ihren schulischen Leistungen voraussichtlich keine weiterführende Oberschule / Hochschule besuchen werden.
Heute lernen in der Hauptschule mehrheitlich Jungen. Nur wenige Schüler erhalten nach der Schule einen Ausbildungsplatz, um ins Berufsleben ein zu steigen. Hier ist die Gesellschaft (Eltern, Lehrer, Wirtschaft) gefragt, auch diesen Kindern eine Zukunft zu bieten.
In Niedersachsen startet ab 2004 ein Modellversuch um Hauptschülern besser einen Arbeitsplatz vermitteln zu können. So soll es einmal in der Woche einen "Praxistag" geben, an dem die Schüler in verschiedene Unternehmen gehen und so eine bessere Qualifikation für das Berufsleben aufweisen können.
Im Saarland gibt es seit wenigen Jahren keine Hauptschulen mehr. Sie wurden durch die Erweiterten Realschulen ersetzt, in der die Schüler in den Klassen 5 und 6 gemeinsam, und ab der 7. Klasse in verschiedene Zweige aufgeteilt werden (Zweig zum Hauptschulabschluss und Zweig zur Mittleren Bildungsreife).
In Bayern geraten seit der Einführung der sechsstufigen Realschule (sukzessive ab 1999) die Hauptschulen durch Schülermangel zunehmend unter Druck. Besonders in bevölkerungsarmen Regionen müssen zunehmend Teilhauptschulen geschlossen werden - die Schüler werden in zentralen Hauptschulen zusammengefasst und dort unterrichtet.
Um die Chancen für schwächere Schüler auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern, wurden spezielle Praxisklassen (so genannte P-Klassen) für lernschwache, praktisch begabte Schüler eingerichtet. Für Hauptschüler, die ihrer Begabung zufolge auch eine Realschule besuchen könnten, existieren M-Klassen, in dem das Erreichen des Mittleren Schulabschlusses nach einem zusätzlichen zehnten Jahr in der Hauptschule möglich gemacht wird.
Österreich
in Österreich eine vierjährige Pflichtschule, eine Schule, in der Schüler im Alter unterrichtet werden, die in die Unterrichtspflicht fällt. Sie folgt der Volksschule. Als Alternative zur Hauptschule bieten sich den Schülern diverse Gymnasien. In Hauptschulen werden die Hauptgegenstände als verschiedene Leistungsgruppen geführt, sodass einerseits Begabungen, andererseits Lernschwächen in den einzelnen Fächern besser gefördert werden können. Um sich gegenüber den Gymnasien besser zu profilieren und drohenden Schließungen auf Grund sinkender Schülerzahlen entgegen zu wirken, haben sich in den letzten Jahren spezialisierte Formen wie Sporthauptschule oder Musikhauptschule entwickelt.
In der Regel besuchen Schüler nach Absolvierung der Hauptschule den Polytechnischen Lehrgang oder ein Jahr einer berufsbildenden Schule (wie die Handelsschule), um die 9-jährige Pflichtschulzeit zu erfüllen. Jedoch ist es auch nach der Hauptschule möglich, mittels Besuch eines Oberstufen(real)gymnasiums (4 Jahre) oder einer berufsbildenden höheren Schule (5 Jahre, z.B. Höhere Technische Lehranstalten oder Handelsakademien) den Weg zur Matura zu gehen.
Schulerhalter sind wie bei den Volksschulen die Gemeinden, während auch die Lehrer von den Bundesländern gestellt werden.
Durch insgesamt weniger Kinder und andererseits durch stetige Imageschwächen der Hauptschulen flammen immer wieder Diskussionen über die Einführung einer Einheitsschule auf.
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