Handball ist eine Mannschaftssportart, bei der zwei Mannschaften versuchen, den Ball ins gegnerische Tor zu werfen.
Heute wird in der Regel in der Halle gespielt, der früher verbreitete Feldhandball spielt keine große Rolle mehr und wird vor allem in der Sommerpause bei Feldturnieren praktiziert, hier allerdings nur noch auf dem Kleinfeld (entsprechend dem Feld in der Sporthalle). Seit 1994, als der DHB die erste deutsche Beachhandball-Anlage einweihte und damit sein Projekt "Raus aus den Hallen" startete, boomt auch Beachhandball. Infos, Regeln und alles weitere dazu gibt es auf der Seite des DHB!
Jede Mannschaft besteht aus sieben Spielern - sechs Feldspielern und einem Torwart. Bis zu fünf weitere Mitspieler können als Auswechselspieler auf der Wechselbank Platz nehmen (Sonderregelung in den Bundesligen: Zusätzlich zwei U23 Spieler können nominiert werden). Der Wechsel der Spieler erfolgt fliegend und beliebig oft während des laufenden Spieles innerhalb des vorgeschriebenen Wechselraumes. Eine Auswechslung mit Anmeldung wie beim Fußball gibt es hierbei nicht.
Der Ball darf nicht nur mit der Hand berührt werden, sondern mit allen Körperteilen oberhalb des Knies (das Knie eingeschlossen), wobei, wie in anderen Ballsportarten auch, Fangen und Dribbeln unterschieden wird. Ohne Dribbeln darf der Spieler nur maximal drei Schritte machen, dann muss er den Ball durch Pass an einen Mitspieler oder durch einen Torschuss freigeben. Wenn ein Spieler in Besitz des Balles kommt, darf er jeder Zeit den Ball abspielen oder auf das Tor werfen, bewegt er sich mit dem Ball über das Spielfeld, so darf direkt nach der Ballannahme maximal drei Schritte und nach dem Dribbeln maximal drei Schritte gelaufen werden.
Sieger ist wer nach 2 x 30 Minuten (Frauen/Männer) die meisten Tore erzielt hat. In den Jugendklassen werden in der Regel bis 14/16 Jahre - 2 x 25 Minuten und darunter 2 x 20 Minuten gespielt. Je nach Alter werden auch die Ballgrößen von Größe 1-3 unterschieden.
Das Spielfeld hat die Form eines Rechtecks (ca. 40 m × ca. 20 m) und wird durch die Mittellinie in zwei gleiche Hälften geteilt. Die Besonderheit des Handballfeldes liegt in den zwei durchgezogenen "Kreisbögen", den so genannten 6-Meter-Kreisen (Torraum, Wurfkreis) und den beiden gestrichelten Kreisen, die einen Abstand von 9 Meter zum Tor haben. Diese haben die Form von abgeflachten Halbkreisen um das jeweilige Tor herum. Sie liegen in Richtung Mittellinie an den beiden kurzen Seiten des Spielfeldes. Ihre Grundseite ist, abhängig von der Hallen- oder Feldgrösse, eventuell kürzer ist als die kurze Spielfeldseite. 7 Meter vor dem Tor befindet sich die Strafwurflinie (vergleichbar mit dem Elfmeter-Punkt beim Fußball).
Hierbei gilt, dass die Linien zu dem Raum gehören, den sie begrenzen. Die einzige Ausnahme hierbei bildet die Mittellinie.
Der Wurfkreis darf prinzipiell durch Feldspieler nicht betreten werden. Der "Luftraum" über dem Wurfkreis ist allerdings frei. Sowohl Angreifer als auch Abwehrspieler dürfen innerhalb dieser Distanz Luftkämpfe den Regeln entsprechend austragen. So darf ein Angreifer vor dem Kreis abspringen und aus kurzer Distanz auf das Tor werfen, wobei der Ball die Hand verlassen haben muss, bevor dieser Spieler den Boden berührt. Ebenso wird ein Betreten des Kreises durch einen Abwehrspieler in der Regel nur dann geahndet, wenn er sich zum Zwecke der Abwehr hierdurch einen Vorteil verschafft. Dann ist die Strafe allerdings vorgeschrieben: 7 Meterwurf.
Das Tor ist 3 m breit und 2 m hoch.
Die Strategie
Beim Handball bewegen sich alle Feldspieler in die Hälfte der verteidigenden Mannschaft. Die Verteidiger (Abwehrspieler) bilden aufgrund der Topografie des Spielfeldes in der Regel eine Zonendeckung vor dem Wurfkreis. Es gibt eine Vielzahl von Varianten dieser Zonendeckung entsprechend der unterschiedlichen Angriffsstrategien der Angreifer. Die Angreifer versuchen entweder durch Einzelaktionen oder durch Spielzüge einen Spieler in eine günstige Schussposition zu bringen und ein Tor zu erzielen.
Bei der Verhinderung einer klaren Torgelegenheit durch ein Foul oder Abwehraktionen durch den Wurfkreis wird der angreifenden Mannschaft ein Siebenmeter-Wurf zugesprochen (ähnlich dem Elfmeter im Fußball).
Bei einfache Fouls bekommt der Angriffsspieler lediglich einen Freiwurf zugesprochen, der außerhalb des 9 Meter-Raumes ausgeführt werden muss. Der Abwehrspieler hat bei der Ausführung einen Abstand von min. 3 m einzuhalten.
Geschichte
Antike Handballähnliche Spiele werden bereits seit der Antike in der ganzen Welt gespielt. So berichtete Homer bereits im 8. Jahrhundert v. Chr. in seiner "Odyssee" vom Uraniaspiel der Griechen. Später berichtete der Arzt Claudius Galenus (130-200 n. Chr.) von einem Ballspiel der Römer namens "Harpaston". Eine weitere Nennung wurde von Walter von der Vogelweide (1170-1230) geschichtlich hinterlassen. Der Minnesänger rühmt in einem seiner Lieder ein Fangballspiel
1906
Vom dänischen Lehrer Holger Nielsen wurden die ersten Regeln entworfen und Wettkämpfe organisiert
1915
Oberturnwart Max Heiser (1879-1921) führt in Berlin Torball für Frauen ein
1917
Am 29.Oktober wird festgelegt, dass Torball künftig Handball heißen soll, der Ball hatte 71 cm Umfang . Heute sind es 54-56 (Größe II Frauen) bzw. 58-60 cm (Größe III Männer). Die Jugend spielt mit kleineren Bällen, die Minis (Kinder bis 8 Jahre) mit Größe 0 (inoffizielle Größe) 48 cm.
1919
Turnlehrer Carl Schelenz (1890-1956) führte den Drei-Schritt-Rhythmus ein Deutschland wurde im Hallenhandball 1978 unter Vlado Stenzel Weltmeister.
Heiner Brand, einer der besten Handballer aller Zeiten, wurde 1978 als Spieler Weltmeister und ist als Bundestrainer Europa- (2004) und Vize-Weltmeister (2003).
Europameister 2002 wurde der Gastgeber Schweden in einem historischen Spiel gegen Deutschland, das die Schweden in der Verlängerung gewannen.
Handballweltmeister 2003 wurde Kroatien durch einen 34:31 Sieg über Deutschland. Europameister 2004 ist Deutschland durch einen 30:25 Sieg über Slowenien.
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