Hagen ist Amts- und Landgerichtsitz sowie Sitz mehrerer überregionaler Institute, Behörden und Verwaltungsstellen. In der Stadt befindet sich die einzige Fernuniversität Deutschlands - mit über 44.000 Studenten die größte Universität des Ruhrgebiets.
Hagen liegt romantisch eingebettet in einer von vier Flüssen durchzogenen Mittelgebirgs-Landschaft, die seit der Eiszeit von Menschen bewohnt wird. Der Raum Hagen gilt seit dem 19. Jahrhundert als eine klassische Fundstelle der Paläontologie und Archäologie. 775 wurde die nahe der Hagener Stadtgrenze zu Dortmund gelegene sächsische Hohensyburg durch Truppen Kaiser Karl der Große erobert. Erste Schriftquellen, die sich direkt auf Hagen beziehen, datieren in das 12. Jahrhundert, anfänglich ein kurkölnischer Besitz und Kirchspiel. Nach der Eroberung der Burg Volmarstein im Jahr 1324 wurde Hagen ein Teil der Grafschaft Mark, 1609/66 kam es zu Brandenburg-Preußen. 1709 wurde der heutige Stadtteil Hohenlimburg mit erweiterten Freiheitsprivilegien ausgestattet, 1717 erhielt Hagen eine Akzise, 1739 ein "rathäusliches Reglement". Hagen besitzt seit 1746 die Stadtrechte. Von 1807 bis 1813 war Hagen in der Zeit der französischen Herrschaft als Hauptstadt des Arrondissements Hagen dem Großherzogtum Berg im Ruhr-Departement angegliedert. Im Zweiten Weltkrieg wurde im Zuge der "Battle of the Ruhr" die Hagener Innenstadt total zerstört. Die durch den raschen Wiederaufbau entstandenen "Bausünden" werden seit den 1990er Jahren unter anderem durch die Volmegalerie, die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes und dem Neubau des Rathauses behoben. Hagen zählt heute über 200.000 Einwohner. Zuletzt erhielt Hagen bundesweite Aufmerksamkeit im März 2004 durch die Sprengung des Sparkassen-Hochhauses "Langer Oskar".
Im Laufe der Geschichte wuchs die Stadt Hagen durch mehrere Eingemeindungen. Diese sind im Einzelnen:
Die intensive Nutzung der Wasserkraft an Ruhr, Lenne, Volme und Ennepe im Hagener Raum fördert bereits vor dem 15. Jahrhundert eine bedeutende Metallverarbeitung. Seit dem 17./18. Jahrhundert folgen die Textil- und Stahlindustrie sowie die Papierherstellung. Solinger Klingenschmiede lassen sich in Eilpe nieder ("Lange Riege" von 1665). Im Zuge der Industrialisierung wird Hagen 1848 an das Eisenbahnnetz angeschlossen und wird wichtiger Eisenbahnknotenpunkt. Die Andreas-Brauerei wird ein Jahr später gegründet, große Eisen- und Stahlwerke bilden sich aus den Fabrikbetrieben. 1877 wird die Vormann Brauerei in Dahl gegründet. 1887 entsteht in Wehringhausen die Akkumulatoren Fabrik (ab 1962 - VARTA Batterie AG), die sich zu einem der weltweit größten Batterienhersteller entwickelt hat. 1912 ist das Geburtsjahr des Brandt-Zwiebacks in Haspe - das Unternehmen produziert seit 2003 nur noch in Ohrdruf in Thüringen. Wichtige Arbeitgeber sind heute eine der größten Papierfabriken der Welt Stora Enso in HA-Kabel, das Druckzentrum in HA-Bathey, und die Hochschulen (FernUniversität Hagen, Fachhochschule Südwestfalen).
Bergbau- und Stahlgeschichte
Wie viele andere Ruhrgebietsstädte hat auch Hagen eine entsprechende Bergbaugeschichte vorzuweisen:
Seit mindestens dem 18. Jahrhundert befanden sich im Norden von Hagen kleine Bergwerke, die im Stollen- und Pingenbau die Gewinnung von Steinkohle betrieben. Neben Steinkohlezechen existierten Bergwerke für Eisenerz, Kupfererz, Zinkerz, Bleierz, Aulaunschiefer und Schwefelkies.
Von 1766-1780 war in Hagen zudem das Westfälische Bergamt angesiedelt.
Weitaus bedeutender als der Bergbau ist in der Hagener Industriegeschichte jedoch die Erzeugung von Stahl gewesen. Beispielhaft sind hier die 1982 stillgelegten Klöckner Werke Hagen - Hasper Hütte zu nennen, wo auf fünf Hochöfen zeitweise über 7.000 Menschen arbeiteten.
An dem Niedergang der Schwerindustrie mit der Schließung der Hasper Hütte und anderen großen Werken leidet Hagen allerdings heute noch. Durch die Sanierung des ehemaligen Hüttengeländes und die Ausweitung neuer Gewerbeflächen im Lennetal ist seit den 1970er Jahren Platz für die Ansiedlung von neuen Unternehmen geschaffen worden.
Hohenhof mit Jugendstilsiedlung - Homepage (Wohnsitz von Karl Ernst Osthaus und geplantes Zentrum der "Gartenstadt Emst", heute ein öffentliches Museum)
Utz Brocksieper, Bildhauer, *1939, (u.a. Plastik "Hervorbrechende Kraft" aus Cortenstahl (massiv), grüner Dolomit, Schulzentrum Boelerheide und Brunnenplastik aus Eisen (massiv), Ziegelstein, Einkaufs- und Bürozentrum in Eilpe)
Alfred Dörner, Goldschmied und Metallgestalter, *1906, †1971, (u.a. goldene Kugel für das Sonnenzimmer des Ratskellers (Mittelpunkt des Hagener Planetensystems))
Paul Gerhardt, Maler, Kunst am Bau, *1912, †1975, (u.a. Sgraffiti Volksschule Bergstr., Betonglasfenster Henry van de Velde-Schule, Betonrelief Ev. Gemeindehaus Frankstr.)
Uwe Nickel, Grafiker, freier Maler und Gestalter, *3.07.1942 in Zoppot, lebt und arbeitet in Hagen
Karl Ernst Osthaus, Wegbereiter des Hagener Impulses, Mäzen und Initiator der Museumsreformbewegung, *15. April1874 in Hagen, †25. Maerz 1921 in Meran. Nach ihm ist ein Hagener Museum ( Karl Ernst Osthaus Museum) benannt
Ingrid Kötter, Kindergeschichtenschreiberin für das Vorschulprogramm des NDR, Drehbuchauthorin für Fernsehserien in ARD und ZDF (Feuerrotes Spielmobil, Denkste, Neues aus Uhlenbusch), *23. Juni1934, lebt in Tübingen
Herbert Reinecker, Schriftsteller und Drehbuchautor, *24. Dezember1914, (u.a. Edgar Wallace:Der Hexer, Der Kommissar, Derrick, Polizeiinspektion 1, Jakob und Adele, Siska, uvm.)
Theo Thünken, Sänger (Tenor) & Schauspieler, (Der Zigeunerbaron, My fair Lady)
Hansjörg Thurn, Regisseur und Drehbuchautor, *1960, (u.a. einige Schimanski-Folgen)
Eroc (Joachim Heinz Ehrig), Musiker, *15.11.51 in Weimar und in Hagen aufgewachsen, bis 1983 Schlagzeuger bei Grobschnitt, hat auch Soloalben produziert (Wolkenreise). - Homepage
Der Name Hagen bezeichnete im ausgehenden Mittelalter einen niedrigen Erdwall mit Pfählen, oft durch Weidengeflecht verbunden, um ein Gehöft vor Eindringlingen zu schützen und das Fortlaufen des Viehs zu verhindern.
Manchmal trat an Stelle der Pfähle lebendes Buschwerk, der Hagedorn mit der Hagerose und den Hagebutten.
Hier in seinem Hagen saß der Bauer geschützt und sicher, es war ihm behaglich.
Er hegte seinen Besitz, und wer ihm ins Gehege kam, dem konnte leicht unbehaglich werden.
Stadtbezirke
Hagen gliedert sich in fünf Stadtbezirke (Daten 31.05.2004):
42% des Hagener Stadtgebietes setzen sich aus Wald zusammen, mehr als in jeder anderer NRW-Großstadt.
Die vier Flüsse erstrecken sich über Länge von 52,2 km. Ruhr 11,5 km, Lenne 13,1 km, Volme 21,3 km und Ennepe 6,3 km.
Der Höhenunterschied vom tiefsten Punkt an der Ruhr bei Vorhalle (86 m ü.N.N.) zum höchsten Punkt östlich von Bölling (438 m ü.N.N.) 7°33'48"E, 51°17'30"N beträgt 352 m.
Hagen ist im Jahr 1928Großstadt geworden, als die Bevölkerungszahl die 100.000-Marke überschritten hat, im Jahr 1964 wurde die 200.000-Grenze überschritten. Die höchste Einwohnerzahl hatte Hagen nach der Neugliederung1975 mit rund 230.000 Einwohnern. In der Rangliste der Großstädte in Deutschland steht Hagen mit heute etwa 200.000 Einwohnern an 37. Stelle zwischen Freiburg und Erfurt.
Entwicklung der Einwohnerzahl (Stand jeweils am 31. Dezember):
Zahlreiche Bars und Diskotheken wie zum Beispiel Fun-Park, Liverpool, Spinne, Jekyll & Hyde, Seppl, Salt n'Pepper, Columbus, Max, Cafe und Bar Celona die sich alle im Stadtzentrum befinden.
Immer auf dem Laufenden und mit zahlreichen Terminen zu Parties, Konzerten und Musik aus Hagen prall gefüllt, sowie Informationen zu lebendigen Hagener Musik-Szene mit vielen Band-Präsentationen, auch aus dem weiteren Umland, ist das Internetprotal Hagen-Rocks.de
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