Nach dem Abfall der Hafsiden unter Yahya I. (1229-1249) von den Almohaden organisierte er das Reich und baute Tunis zum wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum des Staates aus. Gleichzeitig wurden viele Muslime aus Andalusien aufgenommen die vor der Reconquista in Kastilien und Aragon auf der Flucht waren. Sein Nachfolger Muhammad I. (1249-1277) nahm den Titel eines Kalifen an. Das Reich umfasste Tripolitanien, Tunesien und Ostalgerien.
Trotz mehrerer Handelsverträge mit Venedig, Genua und Aragon begann im 14. Jahrhundert der wirtschaftliche Niedergang des Reiches. Zwar gelang es den Hafsiden noch zeitweise das Reich der Abdalwadiden von Tlemcen in Algerien zu unterwerfen, doch wurde das Reich zwischen 1347 und 1357 zweimal von den Meriniden aus Marokko erobert. Diese konnten allerdings nicht die Beduinen besiegen, so dass die Hafsiden ihr Reich zurückerobern konnten. Da gleichzeitig Pestepidemie zu einem erheblichen Bevölkerungsrückgang führten wurde die Herrschaft der Hafsiden weiter geschwächt.
Da der Seehandel von Venedig, Genua und Aragon beherrscht wurde verlegten sich die Hafsiden auf die Piraterie, die unter Azzuz (1394-1434) einen großen Aufschwung nahm. Azzuz nutzte die Gewinne für umfangreiche Bautätigkeiten und die Förderung von Kunst und Kultur. Allerdings rief die Piraterie auch Gegenaktionen von Aragon und Venedig hervor, die mehrmals Küstenstädte in Tunesien angriffen. Unter Utman (1435-1488) erreichte das Reich seinen letzten Höhepunkt indem der Karawanenhandel durch die Sahara und mit Ägypten, sowie der Seehandel mit Venedig und Aragon gefördert wurde. Danach machten sich die Städte des Reichs und die Beduinen weitgehend unabhängig von den Hafsiden, so dass diese nur noch Tunis und Constantine kontrollierten.
Im 16. Jahrhundert gerieten die Hafsiden zunehmend in den Machtkampf zwischen Spanien und den von den Osmanen unterstützten Korsaren. Diese eroberten erstmals 1569 und endgültig 1574 Tunis von Spanien, das die Hafsiden als ihren Oberherren anerkannt hatten.
Literatur: Ulrich Haarmann, Geschichte der Arabischen Welt, C.H. Beck München, 2001
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