und sonst noch pflanzliches Eiweiß, Phytosterine, Alkoloide, Provitamin A, VitamineB1, B2, B6, Pantothensäure, Niacin, Biotin, Folsäure, Kieselsäure, Linolsäure, diverse Mineralstoffe und Spurenelemente. Von allen gängigen Getreidearten enthält er den höchsten Mineralstoffgehalt. Der hohe Eisengehalt ist vergleichbar mit vielen Fleischsorten. Obwohl es am Ende der Produktionslinie steht, ist es eines der besten Getreide.
Der Hafer ist als Unkraut aus der eurasischen Urheimat nach Mitteleuropa gekommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist der Anbau zurückgegangen, zum Teil wegen der Motorisierung, die Zugpferde (als Haferkonsumenten) mehr und mehr überflüssig machte und damit die Nachfrage senkte. In den letzten Jahrzehnten nahm die Produktion wieder zu, da der Reitsport an Popularität gewonnen hat.
Hafer fördert Wachstum, den allgemeinen organischen Aufbau, die Festigkeit der Knochen, sowie die Blutbildung. Er wird auch nach Magen- und Darmoperationen eingesetzt.
Bei Nierenerkrankungen, Kreislauferkrankungen und Zwölffingerdarmerkrankungen. Hafer beruhigt das Herz. Die Pflanze ist auch gut gegen Müdigkeit. Der regelmäßige Genuss von Hafer bzw. Haferkleie, z.B in Form von Haferflocken, kann den Cholesterinspiegel des Blutes senken. Haferstrohbäder helfen gegen Hautverletzungen und gegen Hexenschuss aber Haferstroh wird auch als Streu für Tiere genutzt. Haferextrakte oder Hafersaft wird auch in der Raucherentwöhnung verwendet. Und Hafer ist auch ein wertvolles Tierfutter bei Pferden und Geflügel. Produkte des Hafers sind Stroh, Haferflocken, Hafermilch, Hafermehl, verschiedene Extrakte für die Medizin und Furfural eine Chemikalie die aus den Spelzen gewonnen wird.
Der früheste Nachweis für den Haferanbau ist durch die bronzezeitlichen Pfahlbausiedlungen in der Schweiz belegt. Bereits Germanen schätzten den Hafer. Durch seine Vitamine und Mineralstoffe verlieh er ihnen Kraft mit denen sie den Römern das Fürchten lehrten. Die Römer bezeichneten die Germanen als "Haferfresser". Heute findet man noch bei deutschen Familien die Silbe Hafer, das deutet darauf hin das der Hafer für unsere Vorfahren eine wichtige Rolle gespielt hat. Der Hafer benötigt ein feuchtkühles Klima und regelmäßige Wasserversorgung. Seine Ansprüche auf dem Boden sind bescheiden.
Die Pflanze ist ein einjähriges Rispengras (Grasgattung), mit einer 15 bis 30 cm langen allseits wendigen Rispe (Blütenstand), die zum Teil wiederum verzweigte Rispen trägt, die sich sanft nach unten neigen. An der Spitze tragen die Rispen Ährchen mit 2 bis 3 Blüten, von denen meist nur zwei fruchtbar sind. Hafer ist ein Selbstbestäuber. Die spindelförmigen Körner sind bei der Reife mit der kurzbegrannten Deckspelze und der Vorspelze fest verwachsen. Die Spelzen umgeben das eigentliche Korn.
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