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Häresie

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Häresie ( von griechisch αιρεσις, hairesis "Wahl, Auswahl") bedeutet im frühchristlichen Griechisch Wahl des Glaubens oder auch Partei (von der Orthodoxie abweichenden Gläubigen). Synonym verwendet werden Irrlehre und Ketzerei (von griech. καθαρος, katharós: rein; nach dem Namen der mittelalterlichen Bewegung der Katharer).


Im Besonderen bezeichnet Häresie auch den Vorgang der Abspaltung von der Majorität selbst. Des Weiteren hat sich der Begriff Häretiker als allgemein verwendeter Oberbegriff für bestimmte christliche Bewegungen des Mittelalters durchgesetzt.


Inhaltsverzeichnis


1 Begriffsverwendung

2 Häresien im Christentum

  2.1 Häresien im Ur- und Frühchristentum

    2.1.1 Synkretistische Häresien

    2.1.2 Christologische Häresien

    2.1.3 Ekklesiologische Häresien

  2.2 Katholische Kirche und Häresie

    2.2.1 Definition von Häresie in der Katholischen Kirche

    2.2.2 Vorgehen gegen Häresie

    2.2.3 Die katholische Kirche und die Reformation

    2.2.4 Häretische Gruppen in der Neuzeit

  2.3 Evangelische Kirchen und Häresie

  2.4 Liste christlicher "Häresien"

3 Häresien im Judentum

4 Häresien im Islam

5 Häresien im Buddhismus

6 Weitere Religionen und Weltanschauungsgruppen

  6.1 siehe auch


Begriffsverwendung

Die Bezeichnung wird besonders in christlichen Kirchen, dem Katholizismus, den orthodoxen Kirchen, protestantischen Kirchen und im Judentum verwendet, das Konzept gibt es jedoch auch im Islam und in einigen anderen Religionen (siehe unten).


Häresie bedeutet "Heterodoxie" (Andersglaube) im Gegensatz zu "Orthodoxie" (Rechtgläubigkeit). Als solches kann eine Lehre im Prinzip nur von ihren "orthodoxen" Gegnern als häretisch bezeichnet werden. (Während das Wort Katharer = Ketzer ursprünglich eine Selbstbezeichnung bestimmter Gruppen war).


Häresie wird unterschieden von Apostasie (dem völligen - individuellen - Lossagen von einer Religion) und von Schisma (der Trennung von der Organisation einer Kirche, deren Rechtmäßigkeit bestritten wird - wobei die Lehre ebenfalls gemeint sein kann oder auch nicht).


Häresien im Christentum

Häresien im Ur- und Frühchristentum

Bereits im Urchristentum traten Lehrer auf mit mehr oder weniger kontroversen und/oder von der apostolischen Autorität abweichenden Meinungen bezüglich Christus, Gott, Erlösung und anderen zentralen Glaubensaussagen. Für die Kirche erwuchs die Notwendigkeit der Unterscheidung, welche dieser Lehren akzeptabel, und welche zu verwerfen waren.


Zu Lebzeiten der Apostel lag die letzte Autorität über die richtige Lehre bei den Aposteln (zum Beispiel beim Apostelkonzil).


Die Alte Kirche kannte bis ins 4. Jahrhundert zunächst keine zentrale Autorität, die über solche Fragen der Lehre hätte entscheiden können (auch der Bischof von Rom war zur damaligen Zeit keine solche Autorität). Es entwickelten sich zuerst drei gleichberechtigte kirchliche Metropolen in Antiochia, Alexandria und Rom. Konstantinopel und in weit geringerem Maße Jerusalem kamen später noch hinzu. Deren Bischöfe waren in ihrem Umkreis bestimmend.


Daneben entstanden durch herausragende Personen im Laufe der Zeit auch noch andere theologische Schwerpunktzentren wie zum Beispiel in Nordafrika durch Augustinus und in Kleinasien durch die Kappadozier. Diese Theologen setzten sich mit den in ihrer Umgebung kursierenden abweichenden Lehren auseinander, wobei ihnen außer Argumenten und der Exkommunikation (dem Kirchenausschluss) nicht viele Machtmittel zur Verfügung standen. Eine solche Exkommunikation traf den Häretiker in der damaligen Zeit weit weniger als im europäischen Mittelalter, da das Christentum ja noch nicht Staatsreligion war. Außerdem war der Häretiker ja davon überzeugt, dass er dem rechten Glauben anhing, und sich die Kirche im Irrtum befände.


Vom 4. bis ins 8. Jahrhundert waren es die ökumenischen Konzilien, die Lehrentscheidungen für die ganze Kirche treffen konnten. Diese Lehrentscheidungen sind bis heute bei den orthodoxen, katholischen und den meisten protestantischen Kirchen anerkannt. Sie wurden ja auch zeitlich weit vor dem Schisma (Abtrennung von der orthodoxen Kirche) und der protestantischen Bewegung beschlossen.


Gewöhnlich ging einer Verurteilung einer Lehre durch ein ökumenisches Konzil eine Zeit der intensiven Auseinandersetzung, Diskussion und Argumentation voraus.


Die Lehrentscheidungen der ersten Jahrhunderte wurden in der Regel auf der Basis eines Mehrheitskonsenses getroffen. In einigen Fällen, zum Beispiel bei der Auseinandersetzung mit dem Arianismus lag die politische Macht allerdings auf der nicht-orthodoxen Seite (siehe auch Basilius von Caesarea, Gregor von Nazianz, Ambrosius von Mailand).


Synkretistische Häresien

Eines der frühesten Probleme des Christentums war, sich in der synkretistischen Kultur des Hellenismus gegenüber synkretistischen Religionen wie Gnostizismus und Manichäismus abzugrenzen, die die christlichen Dogmen ganz oder teilweise mit anderen Religionen oder Eigenkonstruktionen vermischten. Solche Bewegungen waren




Das apostolische Glaubensbekenntnis entstand als Reaktion auf synkretistische Häresien.


Christologische Häresien

Die orthodoxen, katholischen und protestantischen Kirchen lehren, dass Christus völlig göttlich ("wahrer Gott") und gleichzeitig völlig menschlich sei ("wahrer Mensch") und dass die Personen der Trinität gleich und ewig seien.


Die Formulierung der trinitarischen Lehre wurde im Verlauf von Jahrhunderten entwickelt, wobei die Definitionen immer wieder verfeinert wurden, um neu aufgekommene Meinungen bezüglich der Natur Jesu Christi, dem Verhältnis zwischen Christus und Gott der Vater und der Trinität abzuwehren.


Zu diesen Häresien gehörten:




Das nicäische Glaubensbekenntnis ist als Reaktion auf christologische Häresien entstanden.


Ekklesiologische Häresien

  • Donatismus 4. Jahrhundert: Gültigkeit christlicher Sakramente (insbesondere Taufe, Priesterweihe) hingen vom Charakter und Glauben des Priesters ab (das heißt Taufen und Priesterweihen durch während der Verfolgung abgefallene Priester sind ungültig und müssen von einem nicht abgefallenen Priester neu gespendet werden; Abgefallene dürften nach der Verfolgung nicht wieder in die Kirche aufgenommen werden.)
  • Pelagianismus: 5. Jahrhundert. Lehnt die Erbsünde ab und lehrt, der Mensch könne von sich aus alle Gebote Gottes einhalten.


Katholische Kirche und Häresie

Definition von Häresie in der Katholischen Kirche

Die katholische Kirche differenziert zwischen einzelnen abweichenden Erscheinungsformen des Glaubens und deren Nähe zur ausdrücklichen Häresie.


Nur ein Glaube, der direkt einem Artikel des Glaubens zuwiderhandelt oder der ausdrücklich festhält, was durch die Kirche zurückgewiesen wird, wird tatsächlich "Häresie" genannt, wobei zwingende Voraussetzung ist, dass der Häretiker vorher katholischer Christ war. Häresie ist die beharrliche Leugnung oder das beharrliche Zweifeln an einer zu glaubenden Wahrheit, nachdem die Taufe empfangen wurde. Während die Bezeichnung häufig von Laien verwendet wurde, um jeden möglichen falschen Glauben als Heidentum zu denunzieren, kennzeichnet diese Definition nur jenen als Häretiker, der als ursprünglicher Gläubiger der Katholischen Kirche später von dieser rechtgläubigen Kirche zugunsten eines gegensätzlichen Glaubens abwich.


Einen Glauben, der die Kirche nicht direkt abgewiesen hat, oder der im Gegensatz zu einer weniger wichtigen Kirchenlehre steht, nennt man sententia haeresi proxima, "eine Meinung nahe der Häresie".


Ein theologisches Argument oder ein Glaubenssystem, das keine Häresie behauptet, aber zu als häretisch Schlussfolgerungen führen könnte, nennt man propositio theologice erronea, eine "irrige theologische Angelegenheit".


Wenn eine theologische Position nur Konflikte wohl denkbar macht, aber nicht notwendigerweise dazu führt, sprach man abgemildert von suspecta sententia de haeresi, "vermuteter Abweichung".


Vorgehen gegen Häresie

Im Mittelalter war Häresie nicht nur ein Problem der Kirche, sondern ebenso der weltlichen Macht, die eine Abweichung vom rechten Glauben einer staatsfeindlichen Haltung gleichsetzte. Es kam vor, dass weltliche Fürsten von der Kirche forderten, Häretiker zur Ordnung zu rufen.


Im 11. und 12. Jahrhundert befahlen Päpste, Häresie mit Gefangenschaft und Einzug des Eigentums zu bestrafen und drohten den Fürsten, die Häretiker nicht bestraften, mit Exkommunikation.


Exkommunikation galt im Mittelalter als schwerste Bestrafung, und wurde auch so empfunden, da sie die einzelne Person vom Leib Christi, seiner Kirche, trennte und somit die Erlösung verhinderte. Die Exkommunikation oder die Androhung der Exkommunikation genügten oft, Häretiker zum Abgehen von ihren Überzeugungen zu bewegen.


Nach Auseinandersetzungen mit Sekten wie den Katharern (Albigensern) oder kirchlichen Gruppierungen wie den Waldensern wurde im 13. Jahrhundert die Inquisition gegründet, nachdem Kaiser Friedrich I. ein Gesetz erlassen hatte, das Ketzer zum Feuertod verurteilte. Die Inquisition war von Anfang an eine Zusammenarbeit zwischen Kirche und Staat gegen Häretiker.


So klagt König Philip IV. von Frankreich (Philip der Schöne) den Templerorden wegen Ketzerei und Homosexualität an. Da er hoch verschuldet war, unter anderem auch bei den Templern, wollte er sich die legendären Reichtümer des Ordens aneignen. Am 13. Oktober 1307 wurden alle Templer in Frankreich verhaftet. Am 22. März 1312 hebt Papst Klemens V. auf dem Konzil von Vienne unter dem Druck von König Philip den Orden auf. Am 18. März 1314 werden der letzte Großmeister des Templerordens Jacques de Molay zusammen mit Geoffroy de Charnay in Paris auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Näheres siehe Inquisition.


Die katholische Kirche und die Reformation

Die Reformation wurde von der katholischen Kirche zuerst auch als Häresie angesehen und in katholischen Gegenden entsprechend verfolgt.


Der moderne Protestantismus an sich wird heute von der katholischen Kirche nicht mehr als Häresie angesehen, wohl aber wurden die einzelnen Personen, die an seiner Entstehung beteiligt waren und die der katholischen Lehre in wesentlichen Punkten widersprachen, durch die Kirche zu Häretikern erklärt. Einige der Lehren des Protestantismus, die die katholische Kirche als häretisch einstuft, sind der Glaube, dass die Bibel (und nicht die Kirche) einzige Quelle und Richtschnur des Glaubens sei ("sola scriptura"), dass nur der Glaube alleine zum Heil führen könne ("sola fide") und dass das allgemeine Priestertum der Glaubenden das Weihepriestertum überflüssig mache.


Sobald die Protestanten grundsätzlich die römisch-katholische Kirche in Frage stellten, galten sie als Schismatiker, nicht als Häretiker.


Eine Reaktion auf die Reformation war die Einrichtung der Kongregation für die Glaubenslehre (Sanctum Officium), die bis heute in der katholischen Kirche die letzte Instanz für Glaubensfragen ist.


Häretische Gruppen in der Neuzeit

In der Neuzeit wurde die Lehre von häretischen Gruppen offiziell vom Papst als Häresie verurteilt, es kam jedoch nicht mehr zu weltlichen Bestrafungen von Häresie.


Neuzeitliche Bewegungen innerhalb der katholischen Kirche, die als Häresie verurteilt wurden:




Evangelische Kirchen und Häresie

Auch der Protestantismus glaubte bereits in der Reformationszeit die Notwendigkeit zu sehen, sich gegen radikale Bewegungen abzugrenzen, wobei die Bezeichnung Häresie im protestantischen Kontext kaum gebräuchlich ist. Zu weltlichen Strafen wegen Häresie kam es im evangelischen Raum nur im 16. und 17. Jahrhundert.


Dabei wurde in protestantischen Gegenden das Bündnis von Staat und Kirche gegen Häresien weitergeführt, wobei die abweichende Lehre manchmal auch eher das war, was der Staat als gefährlich ansah.


Lehren der katholischen Kirche, die bereits in der Reformation als Häresie gegen das biblische Christentum gesehen wurden, sind die Heiligenverehrung und die Lehre von der Transsubstantiation. Später kam auch die Marienverehrung dazu, die von den Reformatoren selbst nicht verurteilt wurde.


Verfolgt und verurteilt wurden bereits während der Reformationszeit Vertreter der radikalen Reformation, zum Beispiel Thomas Müntzer, die Wiedertäufer, oder der Antitrinitarier Michael Servetus.


Im 18. Jahrhundert kam es zu gegenseitigen Lehrverurteilungen von Calvinisten und Methodisten, insbesondere wegen der unterschiedlichen Auffassung von Prädestination. Dies blieb jedoch im Rahmen von theologischen Disputen ohne weltliche Konsequenzen - und da die Kontrahenten unterschiedlichen Kirchen angehörten auch ohne Kirchenstrafen.


Im 20. Jahrhundert hat der Gnadauer Verband und die deutsche Evangelische Allianz in der Berliner Erklärung von 1909 die Pfingstbewegung als Bewegung von unten (das heißt vom Teufel) verurteilt, was von manchen pietistischen Kreisen immer noch so gesehen wird. Auch da handelt es sich um eine theologische Stellungnahme ohne weltliche oder kirchliche Strafen.


Fundamentalistische protestantische Gruppierungen sehen oft alles als Häresie an, was ihrer eigenen Ausprägung (die als die absolut Wahre gilt) widerspricht, insbesondere die katholische Kirche, aber auch die großen evangelischen Kirchen, die Ökumene und die Evangelische Allianz.


Liste christlicher "Häresien"



Häresien im Judentum

Das orthodoxe Judentum stuft als häretisch ein, was von den traditionellen - biblisch-talmudischen - jüdischen Grundregeln des Glaubens abweicht. Zwei schon in der Antike beziehungsweise Spätantike bekannte heterodox-häretische Gruppen bilden die nationale Sondergruppe der Samaritaner und die antitalmudischen Karäer. Im 17. Jahrhundert haben die messianisch inspirierten Anhänger des Sabbatai Zwi als jüdische Häretiker von sich reden gemacht.


Das heutige ultraorthodoxe Judentum ist der Ansicht, dass überhaupt alle Juden, die ihr spezifisches Verständnis von Maimonides' 13 Grundregeln des jüdischen Glaubens zurückweisen, Häretiker sind. Ultraorthodoxe Juden und die meisten modernen orthodoxen Juden betrachten jüdische Reformbestrebungen (Reformjudentum, teilweise sogar schon das konservative Judentum) als häretische Bewegungen.


Häresien im Islam

Die zwei islamischen Hauptbekenntnisse, die Sunna (offizielles Bekenntnis der meisten arabischen Länder und Hauptströmung in der - im übrigen laizistischen - Türkei) und die Schia (Staatsreligion in Iran seit 1501), sahen einander lange Zeit gegenseitig als jeweils häretisch an. Schon viel früher als Katholische und Orthodoxe Kirche im Christentum (Aufhebung des gegenseitigen Bannes Anfang 1964) haben sie sich jedoch in den 1930er Jahren zu gegenseitiger Anerkennung durchgerungen.


Folgende Gruppierungen im Islam können als häretisch gelten:


Ahmadiya, Assassinen, Babis und Baha'i, Drusen, Hurufi, Karmaten


Andere Bewegungen oder religiöse Haltungen, vor allem mystisch inspirierte (vergleiche Sufi, Derwischtum, Bektaschi), sind wohl allgemein einem erhöhten Misstrauen von Seiten der Orthodoxie ausgesetzt, können aber keinesfalls an sich als häretisch bezeichnet werden. Zudem werden heute je nach Land einige dieser Gruppen zugelassen, beziehungsweise von islamischen Gerichten und religiösen Institutionen respektiert, während andere, zum Beispiel die Ahmadis, seit 1974 in Pakistan) ausgeschlossen und verfolgt werden.


Häresien im Buddhismus

Im tibetanischen Buddhismus hat der Dalai Lama die Dorje-Shugden-Verehrung verboten, da sie eine einseitige Tradition sei. Auch die Neue Kadampa Tradition wurde aus der Buddhistischen Union ausgeschlossen. Im japanischen Nichiren-Buddhismus betrachten die verschiedenen Schulen sich gegenseitig als Häretisch.


Weitere Religionen und Weltanschauungsgruppen

Die Häresie ist ein grundlegendes Problem fast aller Weltreligionen, aus strukturellen Gründen aber besonders der monotheistischen - von fundamentalistischen Sondergruppierungen ("Sekten"), die "Häretiker" (wenn nicht gar "Dämonen") am laufenden Band produzieren und bekämpfen, ganz zu schweigen.


Die Scientology Organisation verwendet die Bezeichnung "squirreling" für nicht autorisierte Änderungen ihrer Lehre oder Methoden, bezeichnet Häretiker als Verbrecher und verfolgt sie, insbesondere unter der Anklage wegen angeblicher Copyright-Verletzungen. Die Freie Zone wird von der Scientology Kirche als Häretiker angesehen und mit allen Mitteln bekämpft.


Auch rein säkulare Ideologien der Moderne sind hier oft als Erben des alten monotheistischen Einzigkeits- und Einheitsanspruches zu erkennen. Besonders oft hervorgehoben oder vermutet wird diese Parallele für den Marxismus-Leninismus: in der Form des Stalinismus hat die Verfolgung und Verurteilung von Abweichlern (von der offiziellen Parteidoktrin), die man als Opportunisten, Revisionisten oder Renegaten brandmarkte, in ihrer mörderischen Intoleranz deutliche Parallelen zur den christlichen und islamischen Ketzerverfolgung und übertraf diese oft noch an Opferzahlen. Das gleiche gilt, oft mit starken Einschränkungen, auch für viele nationale, oft antikoloniale Erweckungsbewegungen weltweit. Schließlich ist zu erwähnen, dass in vielen schulbildenden Beiträgen zum Ideenreservoir der Moderne (zum Beispiel Psychoanalyse, Surrealismus, Ökologiebewegung und so weiter) das häretische Problem zumindest latent anwesend ist.


siehe auch



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