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Hämatit

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Hämatit (von griechisch αιματoεις (haimatoeis): blutig), auch Blutstein, Eisenglanz, Specularit, Iserin, Roteisenstein, Roteisenerz oder Rötel genannt, ist ein im trigonalen Kristallsystem kristallisierendes Oxid-Mineral der chemischen Zusammensetzung Fe2O3. Seine Härte liegt zwischen 5 und 6, seine Farbe ist rotbraun, stahlgrau oder schwarz. Die Strichfarbe ist meist ein charakteristisches blutrot - von ihr leitet sich der Name des Minerals ab. Das Mineral kann geringe Gehalte von Magnesium, Mangan und Titan aufweisen.


Inhaltsverzeichnis


1 Varietäten

2 Vorkommen

3 Bedeutung als Rohstoff

4 Geschichte

5 Literatur

6 Weblinks


Varietäten

Hämatit kristallisiert meist als Eisenglanz in stahlgrauen bis eisenschwarzen, metallglänzenden, oft irisierenden Kristallen, oder in blätterigschuppigen Kristallen als Eisenglimmer oder Eisenrahm.


Hämatit in unterschiedlichen Einlagerungen nennt man:


  • mit niedriger Oberfläche und faseriger Struktur: roter Glaskopf,
  • mit Ton vermischt und daher weich: Eisenocker, roter Ocker oder Rötel
  • als oolithisch sedimentäre Bildung: Minette-Erze
  • feinschuppig: Eisenglimmer, Eisenrahm,
  • als völlig dichtes Roteisenerz im Erzgebirge: Blutstein (nicht zu verwechseln mit Blutjaspis)


Begleitmineralien sind Magnetit, Pyrit und Rutil.


Vorkommen

Hämatit entsteht in Gängen der Tiefengesteine, es ist ein allerdings seltener Bestandteil magmatischer Gesteine. Häufig findet man es in Sedimentgesteinen aus dem Erdzeitalter des Archaikums, den gebänderten Eisenerzformationen.


Mit Hämatit treten häufig auch andere Eisenerze wie Magnetit, Limonit oder Eisenspat auf. Das Ganggestein besteht hauptsächlich aus Kalzit, Dolomit, Quarz oder Thon und die Verunreinigungen sind meist Schwefelkies und Apatit.


Das Mineral findet sich weltweit, in Deutschland u.a. im Lahngebiet, das zu den größten Eisenkonzentrationen der Erde gehört, in der Eifel, dem Harz (bei Elbingerode und Büchenberg) und im thüringischen Erzgebirge. Weitere europäische Vorkommen liegen im englischen Cumberland und in Nord-Lancastershire, im belgischen Vezin und Namur, auf der italienischen Insel Elba und in Spanien. In Afrika ist Algerien ein nennenswerter Produktionsstandort, in den USA findet es sich am Oberen See und am Missouri. Mehr als die Hälfte allen Eisenerzes kommt heute aber aus China, Brasilien und Australien.


Bedeutung als Rohstoff

Hämatit enthält im reinen Zustand 70 Prozent Eisen und ist das wichtigste Eisenerz.


Die wirtschaftliche Bedeutung hat Hämatit allerdings zum Teil eingebüßt, da in Tagebauen heutzutage Eisen viel billiger abgebaut wird. Als Beispiel lässt sich die Insel Elba mit dem Monte Calamita anführen, wo heute noch geschätzte 18 Millionen Tonnen Eisenerz unter der Erdoberfläche liegen.


Weiterhin findet Hämatit noch seine Anwendung als Poliermittel und als Eisenoxidpigment. Als Pigment wird es zum Rotfärben der Knüpffäden für Teppiche verwendet, oder für die unterschiedlichsten Künstlerfarben wie Roter Bolus (stark tonhaltige Sorte, vor allem als Grundiermaterial bei Vergoldungen verwendet), Pompejanischrot, Englischrot, Venetianischrot, Terra Pozzuoli und das violettstichige Caput-mortuum.


Es ist ein ungiftiges Pigment und daher problemlos für alle Techniken verwendbar. Rötel wird auch zur Bemalung von Keramik und für Zeichnungen verwendet.


Geschichte

Der Abbau von Rötel war einer der frühesten Bergbauaktivitäten der Menschheit; das pulverförmige Mineral wurde in ca. 80.000 Jahre alten Grabstätten gefunden. Auch auf der griechischen Insel Thasos, bei Rydno in Polen und bei Lovas in Ungarn sind paläolithische Rötelgruben bekannt.


Auch in Deutschland findet man prähistorische Bergbauspuren bei Bad Sulzburg und im Münstertal mit vergleichbaren Umfang aus der Zeit um 5.000 v. Chr. die der Bandkeramischen Kultur am Oberrhein zuzuordnen sind.


Das ergiebige Vorkommen des Eisenglanzes der Insel Elba wurde schon von den Etruskern abgebaut.


Die kristalline Form des Hämatit wurde wegen ihre hohen Reflektivität lange Zeit als Spiegel genutzt.


Siehe auch: Liste von Mineralen


Literatur

  • W. E. Tröger, U. Bambauer, F. Taborsky und H. D. Trochim (1981): Optische Bestimmung gesteinsbildender Minerale, Teil 1: Bestimmungstabellen. Stuttgart (Schweizerbarth).


Weblinks



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