Zwischen 1931 und 1933 führen ihn seine Reisen nach Ägypten und Griechenland. Zu Beginn der NS-Herrschaft 1933 mit einem bis 1940 andauernden Berufsverbot belegt, hält er sich in dieser Zeit als Hilfsarbeiter in Reutlingen über Wasser. 1940 wird Grieshaber als Soldat in die Wehrmacht eingezogen und ist z.T. in Hagenau/Elsaß stationiert. 1945 gerät er in einjährige Kriegsgefangenschaft und wird in Mons/Belgien interniert.
1947 kehrt er nach Reutlingen zurück und lebt und arbeitet von nun an auf der Achalm. 1950 wirkt er an der Neugründung des Deutschen Künstlerbundes mit. Zwischen 1951-1953 arbeitet er als Lehrer an der Bernsteinschule bei Sulz am Neckar und wird 1955 Nachfolger E.Heckels an der Kunstakademie in Karlsruhe, wo er bis 1960 bleibt. In den folgenden Jahren kann Grieshaber verschiedene Preise und Auszeichnungen sein eigen nennen; so erhält er 1957 den Oberschwäbischen Kunstpreis,1961 den Kunstpreis der Stadt Darmstadt,1962 den Corneliuspreis der Stadt Düsseldorf,1968 den Kulturpreis des Deutschen Gewerkschaftsbundes, sowie 1971 den Dürer-Preis der Stadt Nürnberg und 1978 den Gutenberg-Preis der Stadt Leipzig
Zu seinem 70. Geburtstag 1970 werden große Retrospektiven in vielen Museen in beiden Teilen Deutschlands gezeigt. Letztmalig wird Grieshaber 1980 ausgezeichnet, indem er den Kunstpreis der Stadt Konstanz erhält. Am 12.05.1981 stirbt Grieshaber im Alter von 72 Jahren auf der Achalm.
Künstlerische Bedeutung
HAP Grieshaber erneuerte nach dem Zweiten Weltkrieg den Holzschnitt und entwickelte ihn zum eigenständigen, monumentalen Wandbild.
Während der Herrschaft des Nationalsozialismus konnte der in Reutlingen lebende Künstler nur im Verborgenen künstlerisch arbeiten, da er als Gegner der Diktatur faktisch Ausstellungs- und Berufsverbot hatte. Dennoch entstand bereits in dieser Zeit ein beachtliches Holzschnittwerk. Landschaften der Schwäbischen Alb, Tiere, religiöse und mythologische Themen werden immer wieder im zeitgenössischen und politischen Kontext, aber auch davon losgelöst variiert. Während die frühen Arbeiten zunächst stark vom mittelalterlichen Linienholzschnitt ausgehen, gelingt Grieshaber seit den späten 30-er Jahren eine überzeugende Synthese des Linienschnittes mit dem Flächenholzschnitt.
Anfang der 50-er Jahre entstehen während seiner Tätigkeit an der Bernsteinschule die ersten lebensgroßen Holzschnitte Grieshabers, die er später zu teilweise mehrteiligen Zyklen erweiterte.
Den Weg zur Monumentalisierung des Holzschnitts führte er mit der documenta-Wand für die documenta1964 und in vielen Großbildern für öffentliche Bauten fort. Zu seinen größten Arbeiten zählt der 1965 für den Neubau des Rathauses von Reutlingen entstandene Sturmbock, ein zum Holzstock verarbeiteter Baumstamm von 12 Meter Länge, der im Foyer des Rathauses ausgestellt ist.
Seine Themen spannen sich dabei von der Flora und Fauna der Schwäbischen Alb über Liebespaare, religiöse und mythologische Darstellungen bis hin zu politischen, sozialen und ökologischen Fragen. Im Zentrum seines Werks stand dabei stets der Mensch, für den er kämpfte, wann immer es ihm nötig erschien.
Neben der Staatsgalerie Stuttgart verfügt das Städtische Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen über einen der umfangreichsten Bestände an Arbeiten Grieshabers, darunter zahlreiche Unikate und Künstlerexemplare.
1956 Janusköpfe: Mappe mit 6 Farbholzschnitten, 50 x 35 cm
1960 Afrikanische Passion (Triptychon): Farbholzschnitte, 120 x 90 cm, 120 x 68 cm, 120 x 103 cm
1964 The Lord's black nightingale gewidmet: Mappe mit sechs Farbholzschnitt und vier Holzschnitten in schwarz, 67,5 x 54 cm
1964 Osterritt: Mappe mit 39 Holzschnitten, 32 x 27 cm
1965Carl Orff: Carmina Burana / HAP Grieshaber / Jaques Prévert: Mappe mit 14 Farbholzschnitten, 68,5 x 54 cm
1965 Sturmbock: 14 Holzschnitte in einem 90 cm hohen und 1200 cm langen Abacchi-Stamm für das RathausReutlingen, Stamm über dem Eingang zum Ratssaal angebracht
1970 Josefs-Bilderwand in der Stadtkirche Stuttgart-Untertürkheim: 36 etwa 140 cm x 117 cm große Tafeln zeichnen in sechs Reihen den Lebensweg von Josef nach
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