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Grundfarbe

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Eine Grundfarbe (Primärfarbe) ist in einem Farbmischsystem eine Farbe, die zu denjenigen Farben gehört, aus denen alle anderen Farben gemischt bzw. geschaffen werden können.


Man unterscheidet in der gängigen Farbenlehre zwischen der additiven und der subtraktiven Farbmischung, bei denen jeweils Mischfarben (Sekundärfarben) enststehen.


Inhaltsverzeichnis


1 Subtraktive Farbmischung

2 Additive Farbmischung

3 Farbkreis nach Newton

4 Kritik

5 Grundfarben in anderen Sprachen und Kulturen

6 Weblinks


Subtraktive Farbmischung

[Bild extern:] Additive Farbmischung

Subtraktive Farbmischung

Die Subtraktive Farbmischung basiert auf dem Prinzip, dass aus Licht mit einer bestimmten spektralen Zusammensetzung (meist gleichmässig, daher weiss) mit Hilfe von Filtern bestimmte Anteile ausgefiltert werden.


Als Filter fungieren Farbstoffe, die in Abhängigkeit von ihrer Dichte das Licht mehr oder weniger stark absorbieren.


Bedingt durch die drei Rezeptorenarten unseres Sehsinns, die möglichst unabhängig gereizt werden sollen, findet man in der Praxis meist die Filterfarben Cyan, Magenta, Gelb.


Im wesentlichen handelt es sich dabei um das weiter unten beschriebene Prinzip der additiven Farbmischung aus rotem, grünem und blauem Licht. Im Gegensatz zur additiven Mischung wird aber dabei nicht eine rote (grüne, blau usw.) Lichtquelle in ihrer Stärke verändert, sondern aus vorhandenem weissen Licht wird der rote, grüne und blaue Anteil durch ausfiltern entsprechend gesteuert.


So filtert ein Cyan-Filter hauptsächlich rotes Licht. Ist der Cyanfilter dichter, wird mehr rotes Licht absorbiert. Analog filtert ein Magenta-Filter das grüne Licht und ein gelbes Filter hautpsächlich nur das blaue Licht.


Praktische Farbstoffe sind allerdings nicht perfekt. D.h. ihre spektrale Absorptionskurve ist kein Rechteck (gleichmässige Absorption in dem gewünschten Spektralbereich und gar keine Absorption bei den anderen Wellenlängen), sog. Blockfarbstoffe, sondern sie überlappen sich und sind z.B. eher glockenförmig (Filmfarbstoffe). Ihre Überlagerung ist daher nichtlinear und kann nicht ohne weiteres in RGB umgerechnet werden. In der Praxis reicht aber oft eine lineare Näherung.


Eine Grundfarbe ist in einem Farbmischsystem eine Farbe, die zu denjenigen Farben gehört, aus denen alle anderen Farben gemischt bzw. geschaffen werden können.


Additive Farbmischung

[Bild extern:] Subtraktive Farbmischung

Additive Farbmischung

Die Additive Farbmischung mischt den Farbeindruck aus mehreren Lichtern. D.h. Licht bestimmter spektraler Zusammensetzung.


Fälschlicherweise wird immer angenommen, dass es drei Grundfarben gibt aus denen man alle anderen Farben mischen kann. Dies ist jedoch falsch.


Einerseits kann jede Farbe (d.h. jedes Licht bestimmter spektraler Zusammensetzung) als Grundfarbe dienen, andererseits müssen es nicht genau drei sein.


Mit einer Grundfarbe kann man nur diesen einen Farbeindruck in unterschiedlicher Helligkeit erzeugen.


Mit zwei Grundfarben alle Farben die dazwischen liegen, d.h. im Farbraum auf einer Strecke zwischen den Farborten der Grundfarben liegen. Mit drei verschiedenen Grundfarben können alle innerhalb dieses Dreiecks (Farbebene) oder Spates (Farbraum) liegenden Farbeindrücke erzeugt werden.


Sind diese Grundfarben ein möglichst gesättigtigtes Rot, Grün und Blau dann kann ein maximal grosser Farbraum damit reproduziert werden. Jedoch auch nicht alle!


Das Wesen der Additiven Farbmischung ist nicht das Mischen von RGB sondern eine Vektoraddtion im Farbraum resultierend aus der linearen Addition der Lichtstärken beliebiger Grundlichtquellen deren Farbeindruck im Farbraum als Vektor dargestellt werden kann.


Farbkreis nach Newton

[Bild extern:] Farbkreis nach Newton

Farbkreis nach Newton

Die Grundfarben sind abhängig vom speziellen Aufbau des menschlichen Auges.


Für andere Lebewesen gibt es andere Grundfarben, es können auch mehr oder weniger sein als die drei des Menschen.


Kritik

Das Prinzip der Mischbarkeit aller Farben aus den Newtonschen Grundfarben ist lediglich ein Modell, das eine Analogie zieht, zu dem Atom-Modell für die Materie. Es gibt andere Modelle, die die Sinneswahrnehmung der Farben weit mehr in den Vordergrund stellen, etwa Goethes Farbenlehre.


Grundfarben in anderen Sprachen und Kulturen

Was als Grundfarbe angesehen wird, hängt oft von kulturellen Traditionen ab.


Ganz unabhängig von den oben genannten Grundfarben, die eine gewisse Berechtigung haben, da der Mensch für gewöhnlich drei verschiedenen Arten von zum Farbsehen nötigen Zapfen hat, werden je nach Sprache und Kultur zwischen zwei und mehr als sechs Grundfarben unterschieden. Farbbenennungssysteme


Menschen mit nur zwei verschiedenen Zapfen (meist Männer, siehe Genetik und Chromosom) sind meist rot-grün-blind Rot-Grün-Blindheit; Menschen mit vier verschieden Zapfen (selten, aber gibt's auch!) können mehr Farbnuancen als andere wahrnehmen!


Kulturen die nur zwei "Grundfarben" unterscheiden, kennen für gewöhnlich nur jeweils ein Wort für "schwarz" und "weiß", bzw. "hell" und "dunkel".


Das heute weit verbreitete europäische System geht von vier oder besser sechs "Farben" aus.: schwarz, weiß, rot, blau, gelb, grün. Dieses System ist relativ jung (noch im Althochdeutschen konnte man lat.: "flavus" (gelb) mit "blao" übersetzen) und ist wohl germanischen Ursprungs, weshalb auch germanische Farbnamen in die meisten romanischen Sprachen eindrangen. "Gelb" (altertümlich "gel") und engl: "yellow" z.B. als "giallo" ins italienische aber auch in andere rom. Sprachen. Auch "blanc", "bianco", "blanco" "branco" ist germanischen Ursprungs ("blank"). Das alte lateinische Wort war "albus", "weiß" (vergleiche "Album"), heute noch im port.: "alvo" und rum.: "alb".


"Blau" drang als franz.: "bleu", ital.: "blu" und katalanisch: "blu" auch ins romanische ein. Daneben leben aber "azur" im (süd)franz. ("Cote d'Azur"), "azurro" bzw. "azul" weiter.


Die Antike kannte unser "rot, blau, gelb, grün" nicht, was sich in Wörten wie griechisch: "chloros" gelb-grün (siehe auch "Chlor" und "Chlorophyll") oder lat. "glaucus" "stumpf-blau-grau-grün" z.B. in "Glaukom" zeigt.


Als Regel gilt, dass Sprachen die mehr als zwei Farben (schwarz/weiß) unterscheiden, zuerst "rot" als dritte "Farbe" kennen. Das japanische kennt bis heute, trotz der Entlehnung von "gurin" (green) aus dem engl. eigentlich keine Kategorie "grün" und fasst "grün" als Schattierung von "blau" auf. Hierzu wäre noch einiges weitere zu sagen, Stichwort: Ausbausprache. (Siehe auch: Halsbandsittich in vielen Sprachen).


Weblinks



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