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Griechenland

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Diese Seite beschäftigt sich mit der heutigen Republik Griechenland. Für die Geschichte des alten Griechenland siehe Antike, für Spätantike und Mittelalter siehe Oströmisches Reich, für die frühe Neuzeit siehe Osmanisches Reich.

Tabelle

Griechenland (griech.: Ελλάδα / Elláda) liegt in Südost-Europa und grenzt an Albanien, Mazedonien, Bulgarien und die Türkei und ist ein Anrainerstaat des Mittelmeers.


Griechenland ist eine parlamentarische Demokratie. Griechenland hat ein Einkammerparlament mit 300 Abgeordneten, von denen 288 auf vier Jahre gewählt und 12 von den Parteien gestellt werden.


Inhaltsverzeichnis


1 Geographie

2 Verwaltungsgliederung

3 Bevölkerung

4 Religion

  4.1 Religionsgeschichte

5 Politik

6 Gesundheitswesen

7 Kultur

  7.1 Griechische Küche

  7.2 Griechische Literatur

  7.3 Sport

8 Geschichte

9 weiterführende Literatur

10 Weblinks


Geographie

Ungefähr ein Viertel der griechischen Fläche entfällt auf etwa 3.000 Inseln, von denen 167 bewohnt sind.


Die größten davon sind:




Siehe auch: Liste griechischer Inseln


Regionen auf dem griechischen Festland:




Die Region Makedonien im Norden Griechenlands ist nicht mit dem selbständigen Staat Mazedonien zu verwechseln.


Siehe auch Liste der Städte in Griechenland


Verwaltungsgliederung

Siehe: Verwaltungsgliederung Griechenlands


Griechenland ist in 13 Verwaltungsregionen (griech. περιφέρειες/peripheries, Sg. περιφέρεια/peripheria) gegliedert, die wiederum in 51 Präfekturen (griech. νομοί/nomoi, Sg. νομός/nomos) untergliedert sind.


Bevölkerung

Neben der griechischsprachigen Mehrheitsbevölkerung existieren noch einige sprachliche Minderheiten. Die wichtigsten Minderheitssprachen sind:




Religion

Nominell gehören 95% der Bevölkerung der Griechisch-orthodoxen Kirche an, auf dem größten Teil des Festland dem Autokephalen Orthodoxen Erzbistum von Griechenland mit Sitz in Athen, auf den Inseln und dem Ostzipfel des Festlandes um Thessalonike dem "Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel" mit Sitz in Istanbul. Die Zahl regelmäßiger Kirchenbesucher ist in Griechenland noch deutlich höher als in den meisten anderen Ländern Europas. Die Orthodoxe Kirche übt auch wesentlichen Einfluss auf das Bildungswesen aus und ihre besondere Stellung als Staatskirche ist in der griechischen Verfassung festgelegt; andererseits untersteht sie teilweise dem Staat, zum Beispiel müssen alle Bischöfe vom Parlament bestätigt werden.


[Bild extern:] Klimadiagramm Athen


Daneben gibt es unter den Bürgern etwa 100.000-140.000 Muslime (größtenteils türkischer Abstammung), etwa 50.000 katholische Christen des griechischen und des lateinischen Ritus, etwa 50.000 Zeugen Jehovas, etwa 30.000 protestantische (meist evangelikale) Christen verschiedener Richtungen, und etwa 5.000 Juden.


Die etwa 700.000 Albaner in Griechenland sind meist nominell Muslime, Katholiken, oder Orthodoxe, aber die überwiegende Mehrheit praktiziert ihren Glauben nicht.


siehe auch: Katholische Kirche in Griechenland


Religionsgeschichte

Siehe: Griechische Mythologie


Politik

Am 7. März 2004 fand in Griechenland ein Regierungswechsel statt. Die konservative Partei Nea Dimokratia (ND) löste die bisher regierende sozialistische Partei PASOK ab. Am 8. März 2004 beauftragte Staatspräsident Konstantinos Stefanopoulos den Spitzenkandidaten der Konservativen Kostas Karamanlis mit der Regierungsbildung. Schon einen Tag später, am 9. März 2004 stellte er seine neue Regierungsmannschaft vor. Zum neuen Außenminister ernannte er den Diplomaten Petros Molyviatis. Dieser gilt als Fachmann für die Zypernfrage. Die Verhandlungen über die Wiedervereinigung der Insel scheiterten jedoch durch die Ablehnung des Annan-Planes durch die griechischen Zyprioten Ende April 2004.


Die neue griechische Regierung hat 19 Minister, darunter zwei Frauen. Karamanlis erklärte zudem die Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele im August 2004 zur Chefsache, da sein Regierungsteam unter großem Zeit- und Handlungsdruck steht. Die mit Hilfe der UNO geführten Verhandlungen über eine Wiedervereinigung Zyperns scheiterten, weshalb am 1. Mai 2004 nur der griechische Teil der Mittelmeerinsel der EU beitrat. Außerdem hinken die Vorbereitungen für die Olympischen Spiele in Athen im August 2004 hinter dem Zeitplan her.


Die neue Regierung wird nach Presseberichten weiter eine Annäherung mit der Türkei anstreben. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan war einer der ersten Politiker, die Karamanlis zu seinem Sieg gratulierten.


Gesundheitswesen

Im griechischen Gesundheitssystem genießen, ähnlich wie in England, alle griechischen und ausländischen Bürger, die in Griechenland tätig sind, einen staatlichen Versicherungsschutz. Der Arzt kann wählen zwischen dem Dienst im öffentlichen Bereich oder einer Privatpraxis; beide Varianten zusammen sind nicht möglich. Die Versorgung kann in zwei Kategorien eingeteilt werden:


Die primäre Versorgung der staatlichen Versicherung, wobei hier ungleiche Verhältnisse bei den ärztlichen Dienstleistungen in Städten, städtischen Randgebieten und ländlichen Bezirken bestehen. In den städtischen Zentren ist die primäre staatliche ärztliche Versorgung deutlich besser als auf dem Land, weil es gut organisierte Ärztehäuser gibt, die von den Versicherten aller Bereiche zwecks ihrer Behandlung aufgesucht werden.


Die sekundäre private Versorgung, wie man sie gewöhnlich in Privatpraxen sowie den Hauptstädten der Regierungsbezirke und in den Städten der größeren Inseln findet. Die von zahlreichen Touristen in Anspruch genommene ärztliche Versorgung der Inseln wird hauptsächlich von einzelnen, frei praktizierenden Ärzten, von privaten Gesundheitszentren mit meist sehr guter Facharztausstattung, sowie von Landärzten wahrgenommen.


Die staatliche Versorgung ist äußerst notdürftig, während die Privatversorgung mitteleuropäischen Standard hat. Teilweise ist sogar in Notfällen kein Vorzeigen des persönlichen Krankenheftes notwendig, wenn der Patient nicht stationär behandelt wird.


Dies gilt für alle Personen in Griechenland. Dieser Umstand ist darauf zurückzuführen, dass die Finanzbuchhaltungen in den Krankenhäusern und in den Gesundheitszentren während der Nachmittagsstunden geschlossen bleiben.


Kultur

Griechische Küche

Hauptartikel: Griechische Küche


Griechische Literatur

Hauptartikel: Griechische Literatur


Sport



Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Griechenlands, siehe auch: Griechenland (Liste der Herrscher).


Das antike Griechenland samt den kleinasiatischen Städten wird als Wiege Europas bezeichnet.


[Bild extern:] um 1888

[Bild extern:] Santorini


Santorini

typisch griechische Architektur


1829 erlangte Griechenland die Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich.


Erster König wurde der Bayer Otto I. (Griechenland).


Dieser Staat umfasste jedoch nur den kleineren Teil des heutigen Staatsgebiets. Die meisten Inseln sowie der Norden Epirus und Nordosten Makedonien des heutigen Staates (mit Thessaloniki) kamen erst durch die beiden Balkankriege 1912-1913 an Griechenland, als das schwächelnde Osmanische Reich sich dort nicht mehr gegenüber den mit Serbien und zeitweise Bulgarien verbündeten Griechen behaupten konnte.


Nach dem Ersten Weltkrieg versuchte das mit der Entente verbündete Griechenland, mit der Billigung der Siegermächte die türkische Niederlage zu nutzen, um außer dem von Bulgarien gewonnen Westthrakien auch noch Osthrakien und das Gebiet von Smyrna (heute Izmir) unter seine Kontrolle zu bringen. Ziel war die Umsetzung der Megali Idea (Großen Idee), das heißt die Wiederherstellung des byzantinischen Reiches mit Konstantinopel (Istanbul) als Hauptstadt. Doch 1922 endete der Griechisch-Türkische Krieg mit einer verheerenden griechischen Niederlage in Kleinasien. Im Vertrag von Lausanne 1923 wurde ein radikaler Bevölkerungsaustausch vereinbart. Alle noch in großen Teilen der Türkei verstreut lebenden Griechen (mit Ausnahme der Istanbuler Griechen und einiger Inselgriechen) wurden nach Griechenland vertrieben (etwa 1,5 Mio.), im Gegenzug mussten an die 500.000 meist türkische Muslime Griechenland verlassen, mit Ausnahme der Muslime in Thrakien. Die Flüchtlingsquote in Griechenland nach diesem Krieg betrug ca. 25%, wesentlich mehr als etwa in Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg.


Im Zweiten Weltkrieg lehnte Griechenland (General Metaxas) ein italienisches Ultimatum zur Kapitulation ab. (Der Tag der Ablehnung wird heute als Nationalfeiertag "Nein-Tag" begangen.) Daraufhin wurde Griechenland von Italien angegriffen, konnte aber die italienischen Truppen schlagen und bis weit hinter die albanische Grenze zurückdrängen. Erst durch das militärische Eingreifen der deutschen Wehrmacht im April-Mai 1941 über Jugoslawien und Bulgarien wurde der griechische Widerstand gebrochen. Italien, Deutschland und Bulgarien errichteten ein hartes Besatzungsregime. Gegen die bald erstarkende Partisanenbewegung griffen die Besatzungsmächte mehrfach brutal durch. In verschiedenen Orten, unter anderem Kalavrita und Distomo, wurde als "Vergeltung" für Partisanenüberfälle die jeweilige Dorfbevölkerung von der Wehrmacht oder "Sondereinheiten" ermordet. Gleichzeitig bekämpften sich kommunistische und royalistische Partisanen untereinander.


Nach dem Weltkrieg kam es zum Bürgerkrieg in Griechenland: Die Kommunisten versuchten, unterstützt von der Sowjetunion und anfangs auch Jugoslawien, die Herrschaft zu erlangen.


Im Gegensatz zu allen anderen osteuropäischen Staaten gelang ihnen dies jedoch nicht. Im auf beiden Seiten mit äußerster Härte, auch gegenüber der Zivilbevölkerung, geführten Bürgerkrieg wurden sie immer mehr nach Nordwesten zurückgedrängt. Das Ende der Unterstützung durch Jugoslawien besiegelte das Ende der kommunistischen Erhebung.


Im Sinne eines strikten Antikommunismus blieben noch bis in die 1960er Jahre viele bürgerliche Freiheiten eingeschränkt. 1952 wurde Griechenland in die NATO aufgenommen und so strategisch im Westen verankert.


1967 ergriff in Reaktion auf Liberalisierungstendenzen ein Militärregime unter Georgios Papadopoulos die Macht, während dem zahlreiche Oppositionelle eingesperrt, gefoltert, ermordet oder ins Exil getrieben wurden, darunter der Komponist Mikis Theodorakis (sog. Obristenputsch). Das Zypernabenteuer der Junta führte 1974 zum Zusammenbruch der Diktatur und zur Rückkehr zur Demokratie unter Konstantinos Karamanlis.


Seit 1981 ist Griechenland Mitglied der EU. Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Modernisierung wurde durch die hohen EU-Hilfsgelder (unter anderem für die Landwirtschaft) gefördert, doch der Abstand zu den entwickelteren EU-Staaten blieb bestehen.


Angesichts der Umwälzungen auf dem Balkan ab 1989 versuchte Griechenland eine eigenständige außenpolitische Rolle zu spielen, oft in deutlicher Abgrenzung von EU und NATO. Dies zeigte sich in der Namensfrage der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien oder im Bosnien- und Kosovokonflikt.


In jüngster Zeit wurden unter der Regierung Simitis Schritte zur Entkrampfung des griechisch-türkischen Verhältnisses, aber auch der Beziehungen zu den Nachbarstaaten auf dem Balkan unternommen, die wirtschaftlich zunehmend interessant werden für den griechischen Außenhandel und für Auslandsinvestitionen.


weiterführende Literatur

  • Bötig, Klaus: Griechenland: Festland und Peleponnes, DuMont : Köln 1996, 396 S., ISBN_3-7701-3456-7
  • Müller, Michael (Hrsg.): Griechenland. Reisehandbuch, Michael Müller Verlag : Erlangen, 8. Aufl. 2002, 768 S., ISBN_3-923278-60-08


Weblinks



Siehe auch: Portal Südosteuropa roa-rup:Gârtsii tokipona:ma Elena


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