Griechen lebten von der Antike an schon weit außerhalb ihres ursprünglichen Siedlungsgebietes. Die Diasporagriechen siedelten zu Beginn des 20.Jahrhunderts in weit größerer Bevölkerungszahl außerhalb des heutigen griechischen Staatsgebietes als innerhalb.
Der zu Albanien gehörende nördliche Teil der Region Epirus ist auch heute noch griechisch besiedelt. Die Region um die Stadt Agyrokastro, auf AlbanischGjirokaster, wurde von mehr als 100.000 Griechen bewohnt. Über die heutige Zahl existieren recht unterschiedliche Angaben. Viele dürften nach Öffnung der Grenze aufgrund der katastrophalen WirtschaftslageAlbaniens nach Griechenland eingewandert sein. Zudem ist die Frage der Minderheitenrechte in Albanien ungeklärt. Dennoch dürfte die Zahl der Griechen in der Region bei ca. 50.000 (ca. 2% der Bevölkerung Albaniens) liegen. Auch in den albanischen Städten Vlora und der HauptstadtTirana leben einige tausend Griechen, deren Familien aber ursprünglich allesamt aus dem Nordepirus stammen.
Die Pontier sind die größte Gruppe der Griechen die um das Schwarze Meer siedelte. Ihr Siedlungsgebiet reichte von der Stadt Sinop, griechisch Σινώπη, im Westen bis kurz vor Batumi im Osten. Größte Stadt des Gebietes war Trabzon, griechisch Τράπεζους. Viele Städte in der Region waren bis 1922 von nahezu 100% Griechen bevölkert. Doch nach dem verlorenen Krieg gegen die Türkei mussten alle Griechen das Land verlassen und es wurde von Türken besiedelt. In dieser Region leben heute keine Griechen mehr.
An der georgischen Schwarzmeerküste siedelten sich Griechen aus dem Pontos im Mittelalter ebenso an, wie die Urumer in Abchasien. Viele dieser griechischen Familien haben sich aber mit den einheimischen assimiliert. Die anderen sind nach dem Fall des Eisernen Vorhangs meist nach Griechenland eingewandert.
Daneben siedelten Griechen bis ins 20 Jahrhundert an der bulgarischen Schwarzmeerküste um die Stadt Burgas, sowie in Ostthtrakien. In den Städten Constanta, Plovdiv, griechisch Phillipopolis, sowie Odessa bildeten die Griechen ebenso ein große Gemeinde wenn auch nicht die Mehrheit der Bevölkerung, wie in Teilen der Krim
Außer den bereits angesprochenen Pontiern lebten bis 1922 auch in anderen Regionen Kleinasiens mehrheitlich Griechen. Größte griechische Stadt in dieser Zeit war Smyrna, heute Izmir. Fast die gesamte türkische Ägäisküste war von Griechen besiedelt. In großen Regionen stellten sie die überwiegende Bevölkerungsmehrheit. Auch an der Südküste, in der heutigen türkischen Provinz Hatay, lebten viele Griechen. All diese mussten im Zuge des Bevölkerungsaustauschs nach 1922 innerhalb des griechischen Staates angesiedelt werden. Heute leben außer auf den türkischen Ägäisinseln Imbros und Tenedos, sowie in Istanbul keine Griechen mehr in der Türkei. Die verbliebenen Griechen in der Provinz Hatay mussten zwangsweise Türkisch lernen und sprechen, so dass sie sich schnell assimilierten.
Griechen im Nahen Osten
Während noch zu Beginn des 20.Jahrhunderts fast 500.000 Griechen in Ägypten, in und um die Stadt Alexandria lebten, waren es 1950 nur mehr noch knapp 100.000 und im Jahr 2000 kaum mehr als 5.000. Daneben gab und gibt es auch noch heute einige kleinere griechische Gemeinden im Irak und im Libanon. Die Griechen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Bahrain sind als Gastarbeiter oder Geschäftsleute in den letzten Jahrzehnte dorthin abgewandert.
Griechen in Nordamerika
Als Teil der europäischen Einwanderungswellen im 19. und zu Beginn des 20.Jahrhundert wanderten auch viele Griechen in die USA und nach Kanada aus. Viele von ihnen bewahrten ihre kulturelle Identität. Die griechische Botschaft in den USA schätzt die Zahl der Griechen auf über 2.000.000. Nochmals etwa 400.000 Griechen leben in Kanada.
In und um Chicago leben etwa 250.000 Griechen, in und um New York weitere 200.000. In Montreal und Toronto in Kanada schätzt man die Zahl der griechischen Einwohner auf jeweils 90.000. Straßen sind in den Wohngebieten in Nordamerika oftmals auch in griechisch beschildert.
Griechen in Südamerika
Während der Auswanderungswelle nach Nordamerika, verschlug es auch etwa 50.000 Griechen nach Südamerika, vor allem nach Brasilien, wo alleine in Sao Paolo 20.000 Griechen leben.
Etwa 1.000.000 Griechen waren im Laufe der Gastarbeiterzeit in der BundesrepublikDeutschland. Da aber eine dauernde Fluktuation herrschte erreichte die Wohnbevölkerung mit 400.000 Griechen im Jahre 1974 ihren Höchststand. Heute leben knapp 310.000 Griechen in Deutschland Die Verteilung ist allerdings regional sehr unterschiedlich. Es existiert ein starkes Nord-SüdGefälle. Außerdem leben mehr Griechen in städtische Gebieten als auf dem Land.
Kuriosa
Zu den Kuriosa zählen wohl die Kafir-Kalas, ein Volk was im heutigen Afghanistan in einer abgeschiedenen Bergregion lebt und welches von Ethnologen in den 90er Jahren näher untersucht wurde. Dabei stellte sich heraus, dass es sich um direkte Nachfahren der Makedonen aus Zeiten von Alexander dem Großen handelt. Ihre Sprache ist dem Griechischen der heutigen eng verwandt. Viele Wort klingen ähnlich, zudem benutzen sie ähnliche Laute wie die in der griechische Sprache.
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