Greifswalds Gründung in Pommern geht auf das Kloster Eldena zurück, dessen Ruinen ein berühmtes Motiv Caspar David Friedrichs sind. Bereits 1248 als Oppidum Gripheswaldis beschrieben, erhielt die Siedlung 1250 das Lübische Stadtrecht.
Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität wurde 1456 vom Bürgermeister Heinrich Rubenow gegründet. Sie gehört neben Heidelberg, Köln, Leipzig und Rostock zu den ältesten Universitäten Deutschlands und ist selbst die zweitälteste in Nordeuropa.
Im Dreißigjährigen Krieg starb das pommersche Herzogsgeschlecht aus und Greifswald wurde 1648 mit großen Teilen Pommerns den schwedischen Königen unterstellt, welche als HRR Reichsfürsten fungierten (Schwedisch-Pommern). Dies führte in der Folge zu den brandenburgisch-schwedischen Erbfolgekriegen, in denen Schweden die pommerschen Gebiete bis zur Peene an Brandenburg abtreten musste. (Noch heute finden sich vom Bombardement Kanonenkugeln in der Südostfassade der Kirche St. Marien). Obgleich das Gebiet Schweden unterstand, verblieb es im wesentlichen in der alten feudalistischen Gesellschaftsordnung, schwedische Gesetzgebungen u. ä. m. wurden kaum eingeführt. Die Greifswalder Ernst-Moritz-Arndt-Universität wurde dadurch Schwedens älteste Universität (Gründung der Universität Uppsala1477). Während der napoleonischen Kriege wurden die Schweden vertrieben, erhielten aber die Gebiete kurzzeitig 1806 zurück. Nach dem Wiener Kongress1815 mussten sie Schwedisch-Pommern an Preußen abtreten.
Greifswald gehörte nunmehr zum gleichnamigen Kreis im Regierungsbezirk Stralsund in der Provinz Pommern. Am 1. April1913 schied die Stadt aus dem Kreis Greifswald aus und bildete fortan einen eigenen Stadtkreis. Zum 1. Oktober1932 wurde der Regierungsbezirk Stralsund aufgelöst; Greifswald trat zum Regierungsbezirk Stettin. Am 1. April1939 wurden die Gemeinden Eldena und Wieck aus dem Landkreis Greifswald in den Stadtkreis eingemeindet.
Am 30. April1945 zum Ende des 2. Weltkriegs wurde Greifswald durch den Stadtkommandanten Oberst Rudolf Petershagen kampflos an die Rote Armee übergeben, weshalb die Altstadt mit ihren historischen Bauten (z.B. Rathaus, Häuser am Markt, Uni-Gebäude) weitgehend unzerstört blieb.
Nachfolgende Schädigungen und z.T. Verluste wichtiger Teile der Bausubstanz der attraktiven Altstadt sind auf zunächst unterlassene Restaurierungen und Instandhaltungen der sozialistischen DDR-Regierungen zurückzuführen. Abriss und historisierender Neubau verschmlimmerten die Situation nur (siehe auch in Gotha oder Cottbus). Insbesondere der komplette Abriss der nördlichen Hälfte der Altstadt anläßlich eines Honecker Besuches zur Einweihung des renovierten Domes hat unwiederbringliche Schäden verursacht. Ohne die Deutsche Einheit wäre die Altstadt weiter vernachlässigt worden. Die Wende kam allerdings eigentlich für Greifswald 3 Jahre zu spät. Liebevolle und aufwendige Sanierungen haben mittlerweile die trotzdem noch umfangreichen erhaltenen Teile der Altstadt wieder zu Glanz gebracht.
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