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Graubünden

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Der Kanton Graubünden ist ein Kanton im Osten der Schweiz.


Deutsch: Graubünden; Französisch: Grisons; Italienisch: Grigioni; Rätoromanisch: Grischun; Englisch: Graubunden (manchmal auch Grisons).


Tabelle


Inhaltsverzeichnis


1 Geografie

2 Bevölkerung

  2.1 Sprachen

  2.2 Religionen - Konfessionen

3 Verfassung

  3.1 Legislative

  3.2 Exekutive

  3.3 Judikative

  3.4 Gemeinden, Kreise und Bezirke

  3.5 Vertretung auf nationaler Ebene

4 Wirtschaft

  4.1 Tourismus

  4.2 Verkehr

5 Geschichte

6 Städte, Orte und Landschaften

  6.1 Bezirke

7 Weblinks


Geografie

Der Kanton nimmt den gesamten südöstlichen Teil der Schweiz ein und ist vor allem durch Berglandschaften und Täler geprägt. Graubünden hat daher für Touristen bedeutende Naturschönheiten zu bieten.


Gemeinsame Kantonsgrenzen hat Graubünden im Südwesten mit dem Kanton Tessin, im Westen mit Uri, im Norden mit Glarus und St.Gallen. Als Grenzkanton grenzt Graubünden an Liechtenstein im Norden, Vorarlberg und Tirol in Österreich im Nordosten, und an die italienischen Regionen Südtirol im Osten und Lombardei im Süden.


Der Rhein mit seinen Seitenarmen Vorderrhein und Hinterrhein entspringt in den zentralen Schweizer Alpen und entwässert einen großen Teil des Kantons Graubünden. Am Lunghin-Pass oberhalb von Maloja ist die Wasserscheide Europas. Von dort fliesst Richtung Norden die Julia, die via Rhein zur Nordsee führt, nach Süden die Maira, deren Wasser über den Po ins Mittelmeer kommt, und nach Osten der Inn, der in die Donau mündet und damit ins Schwarze Meer fliesst.


[Bild extern:] Lage des Kantons


Lage des Kantons


Graubünden ist flächenmässig der grösste Kanton der Schweiz, ist aber aufgrund der geographischen Bedingungen nur sehr dünn besiedelt. Von der Einwohnerzahl her belegt er Platz 15. Er hat somit genauso viele Einwohner wie der flächenmässig kleinste Kanton der Schweiz, Basel-Stadt.


Bevölkerung

Sprachen

Als einziger Kanton der Schweiz hat Graubünden drei Amtssprachen: Deutsch, Rätoromanisch und Italienisch. Aufgrund dieser Vielfalt, aber auch wegen seiner Form und Beschaffenheit wird der Kanton auch als kleine Schweiz innerhalb der Schweiz bezeichnet.


Die Gemeinden und Kreise sind autonom, ihre Amts- und Schulsprache festzulegen.


Die deutschen Mundarten Graubündens gehören zu zwei Gruppen des Schweizerdeutschen:


  • dem hochalemannischen Südostschweizerdeutschen, das in der Region Chur, in der Bündner Herrschaft, den Fünf Dörfern und im Domleschg gilt; diese Dialekte verbreiteten sich im Hochmittelalter und der frühen Neuzeit von Norden (Bodensee und Rheintal) bzw. von Nordwesten (Walensee-Seeztal) her und überlagerten ursprünglich rätoromanisches Siedlungsgebiet
  • dem höchstalemannischen Südwestschweizerdeutschen, das in den im Hochmittelalter vom Wallis her besiedelten Walserdörfern gesprochen wird.
  • dem Tirolischen (Bairisch-Österreichischen) hingegen gehört die Mundart von Samnaun an.


Für das Rätoromanische, das heute hauptsächlich in Vorderrheintal, Lugnez, Schams, mittlerem Landwassertal, Oberhalbstein, (bes. Unter-)Engadin und Münstertal gesprochen wird, gibt es sowohl fünf regionale Schriftdialekte als auch die einheitliche Schriftsprache Rumantsch Grischun.


Die italienischen Mundarten in Misox, Bergell, Bivio und Puschlav gehören dem Alpinlombardischen an.


Religionen - Konfessionen

Infolge der Souveränität der einzelnen Gemeinden konnte im 16. Jh. jede Gemeinde ihre Konfession autonom bestimmen. Graubünden gehört somit zu den traditionell paritätischen Kantonen. Ganz überwiegend katholisch sind Vorderrheintal mit Lugnez (aber ohne Safiental und Waltensburg) sowie Oberhalbstein (ohne Bivio) und mittleres Landwassertal (ohne Bergün), Misox und Puschlav, ganz überwiegend reformiert sind Prätigau, oberes Landwassertal, Hinterrheintal mit Avers sowie Engadin (ohne Tarasp und Samnaun) und Bergell, gemischt sind Domleschg und Münstertal.


Verfassung

Die gegenwärtige Kantonsverfassung datiert vom Jahre 2003.


Legislative

Gesetzgebende Behörde ist der Grosse Rat, der 120 Mitglieder zählt und vom Volk gemäss Majorzverfahren fest auf vier (nach der alten Verfassung erst auf zwei, dann auf drei) Jahre gewählt wird.


Das Volk ist überdies direkt an der Gesetzgebung beteiligt: 4000 Stimmberechtigte oder ein Siebtel der Gemeinden können eine Änderung der Verfassung verlangen, 3000 Stimmberechtigte oder ein Achtel der Gemeinden können ein Gesetz oder eine Gesetzesänderung vorschlagen (Volksinitiative), 1500 Stimmberechtigte oder ein Zehntel der Gemeinden können verlangen, dass ein vom Grossen Rat erlassenes Gesetz oder eine solche Gesetzesänderung der Volksabstimmung zu unterwerfen sei (Referendum). Änderungen der Verfassung unterliegen obligatorisch der Volksabstimmung.


Exekutive

Die Regierung (früher: Kleiner Rat) zählt fünf Mitglieder und wird vom Volk ebenfalls im Majorzverfahren auf ebenfalls vier (nach der alten Verfassung erst auf ein, dann auf zwei) Jahre gewählt. Das Präsidium wechselt turnusgemäss jährlich.


Judikative

Oberstes Gericht ist das Kantonsgericht. Untere Instanzen sind die Bezirksgerichte und die Kreispräsidenten. Daneben gibt es das Verwaltungsgericht, das auch als Verfassungsgericht waltet.


Gemeinden, Kreise und Bezirke

Graubünden ist derjenige Kanton, in dem die Gemeinden (212 an der Zahl) historisch bedingt die wohl ausgeprägteste Gemeindeautonomie der Schweiz haben.


(siehe: Gemeinden des Kantons Graubünden)


Autonomie geniessen ebenfalls die Kreise, die aus einer kleinen Zahl Gemeinden (ausnahmsweise aus einer einzigen Gemeinde) bestehen. Sie sind zugleich die Wahlkreise des Grossen Rats, wo die Grossräte teilweise noch an den traditionellen Landsgemeinden gewählt werden. Die Bezirke hingegen sind reine Verwaltungsorgane des Kantons ohne innere Autonomie.


(siehe: Kreise und Bezirke des Kantons Graubünden)


Vertretung auf nationaler Ebene

Für das Bundesparlament entsendet Graubünden wie jeder Vollkantone zwei Vertreter in den Ständerat und gemäss seinem Anteil an der Bevölkerung fünf Abgeordnete in den Nationalrat.


Wirtschaft

Die für die dauerhafte Besiedlung mancher Talschaften unabdingbare Berglandwirtschaft überlebt dank Nischenproduktion und großzügigen Subventionen vonseiten des Bundes und des Kantons. Wichtigster Wirtschaftszweig ist heute aber der Tourismus.


Tourismus

Der Fremdenverkehr ist sowohl im Sommer wie im Winter von großer Bedeutung, besonders in den Regionen Klosters, Davos, Arosa und St. Moritz, aber auch in zahlreichen weiteren Orten. Hervorzuheben ist auch der Bädertourismus in Vals und Schuls (Scuol). Nicht unerwähnt soll auch die teilweise bedeutende Baukunst bleiben: Graubünden ist derjenige Kanton mit der grössten Dichte an Burgen und weist mit dem Kloster von Müstair und der Kirche von Zillis Kulturgüter von Weltrang auf. Auch die Anlage der Rhätischen Bahn besonders im Albulatal und am Berninapass ist von großer architektonischer und touristischer Bedeutung.


Verkehr

Die wichtigsten Talschaften und die großen Tourismusorte Graubündens werden von der meterspurigen Rhätischen Bahn bedient. Zudem wird der Kanton in Nord-Süd-Richtung von einer Autobahn durchquert. Wichtigster Pass zwischen Nord und Süd ist heute der San Bernardino zwischen Rheinwald/Hinterrheintal und Misox/Tessin.


Geschichte

Das Gebiet des heutigen Kantons Graubünden wurde ursprünglich von den Rätiern bewohnt und 15 vor Christus von den Römern unterworfen. Der Septimerpass zwischen Oberhalbstein und Bergell war zu dieser Zeit eine der wichtigsten europäischen Nord-Süd-Verbindungen. Im Zuge der Christianisierung wurde in Chur das älteste Bistum nördlich der Alpen errichtet. Ab 536 gehörte das nachmalige Graubünden zum Fränkischen, später zum Römisch-Deutschen Reich (bis 1648; Rhäzüns und Tarasp bis 1803). Im 13. Jh. kam es von Westen her zur Einwanderung von Wallisern, die sich in den höchstgelegenen Tälern und Talstufen niederliessen (Walser); die Germanisierung der Region Chur hingegen geschah von Norden her ab etwa derselben Zeit, zog sich jedoch nur langsam hin. Infolge dessen gehören die deutschen Mundarten Graubündens bis heute zwei ganz verschiedenen Mundartgruppen an. Im Spätmittelalter formierten sich mehrere Bünde, um äussere Einflüsse abzuwehren: 1367 im Südosten und Zentrum der Gotteshausbund, 1395 im Westen der Obere oder Graue Bund und 1436 im Norden der Zehngerichtebund (Drei Bünde). Es bildete sich ein mehrstufiger Bundesstaat heraus, dessen souveräne Glieder die Gerichtsgemeinden waren; deren heutige Nachfolger sind teils die Kreise, teils die Gemeinden. Ein erstes Bündnis mit sieben der acht alten eidgenössischen Orten kam 1497/98 zustande. 1512 eroberten die drei Bünde das heute italienische Veltlin, das sie allerdings 1797/1815 infolge innerer Uneinigkeit wieder abtreten mussten. Über die Einführung der Reformation konnte aufgrund ihrer Souveränität jede Gerichtsgemeinde selbst entscheiden; etwas über die Hälfte (darunter die Stadt Chur) traten in der Folge zum neuen Glauben über. Im Rahmen der reformatorischen Bibelübersetzung kam es erstmals zu einer verschrifteten rätoromanischen Literatur. Im Dreissigjährigen Krieg geriet Graubünden in den Strudel europäischer Politik; die Parteinahme für Österreich bzw. Frankreich drohte das Land zu zerreissen. 1798 wurde Graubünden mit dem französischen Satellitenstaat der Helvetischen Republik vereinigt und 1803 gleichberechtigter, selbständiger Kanton der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Mit der Kantonsverfassung von 1854 wurde der Bündner Bundesstaat in den modernen Kanton umgewandelt und die Souveränität von den Gerichtsgemeinden auf das Volk übertragen, wobei die bis heute ausgeprägte Gemeindeautonomie auf die früheren bundesstaatlichen Verhältnisse verweist. 1892 erhielt der Kanton erneut eine neue Verfassung, die durch die jetzt gültige von 2003 abgelöst wurde. Der Versuch, mittels der neuesten Verfassung die mit Gemeinden, Kreisen und Bezirken überdifferenzierte Struktur des Kantons zu vereinfachen sowie für den Grossen Rat das Verhältniswahlrecht (Proporzverfahren) statt des Mehrheitswahlrechts (Majorzverfahren) einzuführen, schlugen dabei allerdings fehl.


Städte, Orte und Landschaften

  • Chur,ca. 34'000 Einwohner (2004)
  • Davos,10'931 Einwohner (2002)
  • Igis,7'121 Einwohner (2002)
  • Domat/Ems,6'631 Einwohner (2002)
  • St. Moritz, 5'013 Einwohner (2002)
  • Fläsch, 500 Einwohner (2002)


weitere Gemeinden siehe: Gemeinden des Kantons Graubünden


Bezirke

  • Albula
  • Bernina
  • Hinterrhein
  • Imboden
  • Inn
  • Landquart
  • Maloja
  • Moesa
  • Plessur
  • Prättigau/Davos
  • Surselva.


Sie entsprechen im Wesentlichen den natürlichen Landschaftsräumen.


siehe auch: Bezirke und Kreise des Kantons Graubünden


Weblinks



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