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Giuliani, Mauro
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Mauro Giuliani(* 27. Juli 1781 in Bisceglie; † 8. Mai 1829 in Neapel) war ein italienischer Gitarrist und Komponist.


Die "endgültige" Modifizierung der Gitarre ist in den letzten Dezimien des 18. Jahrhunderts anzusiedeln, also etwa zwischen 1770 und 1800. In genau dieser Zeit wurden diejenigen Komponisten geboren, die der Gitarre das enorme Ansehen verschafften, das sie schließlich im 19. Jahrhundert besaß: im Februar 1778 Fernando Sor, im April 1784 Dionisio Aguado, schon 1781 Mauro Giuliani und andere mehr. Wir stehen an der Schwelle zur Blütezeit der Gitarre, kurz vor der "Vollendung" des Instruments (Peter Päffgen).


Inhaltsverzeichnis


1 Biografie

2 Der Virtuose

3 Das Werk

  3.1 Werke für Gitarre allein

  3.2 Werke für zwei Gitarren

  3.3 Kammermusik

  3.4 Konzerte mit Orchester

4 Literatur


Biografie

Mauro Giuliani studierte in seiner Jugend Gitarre, Violoncello und Flöte. Im Laufe der Zeit widmete er sich aber ausschließlich dem Gitarrespiel. Mit 18 Jahren konzertierte er in Italien und in Frankreich. 1806 ging er nach Wien, wo er als Solist, Lehrer und Komponist wirkte und sich schon bald einen Namen machte als Gitarrist und Gitarrenlehrer. Er freundete sich mit Anton Diabelli, Johann Nepomuk Hummel und Ludwig Spohr an und musizierte mit ihnen.


1823 zog es Giuliani nach Neapel, wo er bis zu seinem Tode lebte.


Der Virtuose

Giuliani wurde zu einer der glanzvollsten Erscheinungen unter den Gitarrenvirtuosen des 19. Jahrhunderts. Als Virtuose war er der größte Vertreter seiner Epoche. Seine Interpretation zeichnete sich aus durch individuelles künstlerisches Temperament, das stets Bewunderung und den Enthusiasmus der Zuhörer weckte. Die Berichte über das Auftreten Giulianis in Wien überschlugen sich vor Begeisterung. So schreibt die "Allgemeine musikalische Zeitung" (AMZ) im Mai 1808:"Am 3ten dieses Monats gab M. Giuliani, vielleicht der erste aller Gitarre-Spieler, welche bisher existieren, im Redoutensaal eine Akademie mit verdientem Beyfalle. Man muss diesen Künstler durchaus selbst gehört haben, um sich einen Begriff von seiner ungemeinen Fertigkeit und seinem präcisen, geschmackvollen Vortrage machen zu können" (Konrad Ragossnig).


Am 13. Januar 1815 schreibt die AMZ: "Auch Hr. Louis Spohr...gab am 11ten, und Hr. Mauro Giuliani am 26sten Concert im kl. Red. Saale. Beyde Künstler bewahrten ihren Ruf als vollendete Meister ihrer Instrumente, erster auf der Violine, letzterer auf der Guitarre" (Konrad Ragossnig).


Das Werk

Mauro Giuliani hat über 200 Werke für Gitarre komponiert, die oft natürlich dem Geschmack der Zeit entsprachen. Er veränderte auch das Notenbild: Giuliani war einer der ersten Gitarrenkomponisten, der für das Instrument eine polyphone Notation verwendete, bei der sich die Stimmen durch die Richtung der Notenhälse unterscheiden:


Werke für Gitarre allein

  • 24 Etüden, op. 48
  • Leichte Variationen, op. 47
  • Le Papillon, op. 50
  • Sonate C-Dur, op. 15
  • Variationen über ein Thema von Händel, op. 107
  • Grande Ouvertüre (o.A.)
  • Gran Sonata Eroica, op. 150
  • Giulianate, op. 148
  • Le Rossiniane Nr. 1, op. 119; Nr. 2, op. 120; Nr. 3, op. 121


Werke für zwei Gitarren

  • Grandi variazioni concertanti, op. 35
  • Variazioni concertanti, op. 130


Kammermusik

  • Gran Duetto concertante, op. 52 für Fl (Vl) und Git
  • Große Sonate e-moll, op. 25 für Vl und Git
  • Große Sonate A-Dur, op. 85 für Fl und Git
  • Große Serenade D-Dur, op. 82 für Fl und Git
  • Duettino facile, op. 77 für Fl (Vl) und Git
  • Serenate, op. 19 (Trio) f+r Git/Vl/Vc
  • Quintett, op. 65 für Gitarre und Streichquartett


Konzerte mit Orchester

  • Concerto A-Dur, op. 30
  • Concerto A-Dur, op. 36
  • Concerto F-Dur, op. 70 (für Terzgitarre)


Literatur

  • Peter Päffgen: Die Gitarre, Mainz 1988
  • Konrad Ragossnig: Handbuch der Gitarre und Laute, Mainz 1978


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