Die Bezeichnung Iran besteht seit dem 21. März1935 für das alte Persien. Zeit seines Bestehens wurde es immer wieder erobert und hat sein Territorium verändert.
"Nur wenige Völker haben ihre nationale Identität über einen so langen Zeitraum hinweg zu wahren vermocht." (Willy Brandt)
Frühe Hochkulturen (ca. 4.000 v. Chr. bis 550 v. Chr.)
Bereits in der Jungsteinzeit (Neolithikum) wurde das Land, das als Iran bezeichnet wird, besiedelt, bzw. sind Siedlungsspuren nachweisbar.
Im 4. Jahrtausend v. Chr. gab es eine erste Wanderbewegung von Indogermanen, die mit den Indern gleichsam die Bezeichnung Arier (ariyānām) haben. Die Herkunft dieser Arier ist umstritten, zumindest aus dem Norden, darüber ist man sich einig.
Bereits gegen Ende des 4. Jahrtausend v. Chr. kann von einer städtischen Zivilisation gesprochen werden, die sich aus der Ackerbau betreibenden, sesshaften Bevölkerung entwickelte.
Das erste Reich auf iranischem Boden ist das Reich Elam, das heutige Gebiet um Chusistan (Khuzistan), das abseits der großen Weltgeschichte vom ersten Auftauchen um 2600 v. Chr. bis zur Niederlage gegen das Assyrische Reich, um 640 v. Chr., Bestand hatte. Die Könige nannten sich "von Anzan und Susa" eine Bezeichnung die später noch Verwendung finden wird.
Die zweite Wanderbewegung, (die eigentlichen Indoiranier), um 1250 v. Chr., von indo-europäischen Reiternomaden aus den Steppen Südrusslands, lässt sich geschichtlich genauer fassen. Das Auftreten der Meder, (Madai), um 900 v. Chr., in deren Folge die mit den Medern verwandten Perser (Pārsa), aus dem Gebiet des Urmia-Sees stammend, nachzogen, veränderte die einheimische Bevölkerungsstruktur.
Das Meder-Reich war das erste große iranische Reich. Die Bewohner waren die Meder, als deren Nachfahren sich die heutigen Kurden (KurManji) ansehen. Ihre Sprache, Kultur und Abstammung war iranisch.
835 v. Chr. erwähnte der assyrische König zum ersten Mal die medischen Stämme. Bald nach ihrem Auftreten konnten sie große Bereiche des Assyrischen Reiches unterwerfen. Im Jahre 715 v. Chr. führte der Häuptlingsführer Deiokes die medischen Stämme ohne Erfolg gegen das Assyrische Reich. Ein Nachfolger, Phraortes, konnte die übrigen iranischen Stämme vereinen und das assyrische Königreich vernichten. Er gründete die medische Hauptstadt Ekbatana (das heutige Hamadan). Astyages, der letzte medische König, führte das Reich bis 550 v. Chr.
500 v. Chr. erhoben sich die Griechen gegen die persische Herrschaft, womit die Perserkriege eingeleitet wurden. Der Aufstand wurde 494 v. Chr. mit der Zerstörung Milets niedergeschlagen.
312 v. Chr. beginnt mit dem Aufstieg der Diadochen-Dynastie von Seleukos I. Nikator, einem Feldherrn Alexanders, die Seleukidenherrschaft.
280 - 200 v. Chr.: Das Reich der Seleukiden erstreckt sich über große Gebiete Vorderasiens bis zum Indusgebiet. Nach dem Zerfall gelangen die westlichen Reichsgebiete an das Römische Reich.
250 v. Chr. bis 224 n. Chr. : Entfaltung des Parther-Reichs.
Die Sassaniden
224-650: Das Reich der Sassaniden bildet die letzte altpersische Dynastie.
642: Die islamischenAraber erobern Persien. Sie besiegen die arabischen Heere und bekehren Persien zum Islam.
821-873 Ein persischer General mit dem Namen Taher, gründete 821 einen unabhängigen Kleinstaat in Khorasan (Iran), der unter seinen Nachfolgern bis Zentraliran reichte.
861-900 Im Südosten des Iran (Sistan) vereinigte der Schmied Yaaqub ibn Laith, die unzufriedene Bevölkerung, um die Fremdherrschaft Bagdads abzulegen. Nach der Eroberung von Khorasan, Kerman und Fars erfolgte sogar ein Angriff auf Bagdad, welcher durch Friedensverhandlungen des Kalifen abgewendet werden konnte. Mit der Ermordung des letzten Saffariden erlöschte diese Dynastie.
864-1005 Bereits unter den Tahiriden waren die Samaniden aus Khorasan, zu Gouverneuren von Westturkestan und Afghanistan aufgestiegen, die bis zur Dynastiegründung und Krönung reichte, sich jedoch den aufkommenden Gaznawiden beugen musste.
1206-1260: Die Mongolen unter Hülägü erobern und verwüsten Iran. Ihren Nachfolger verdankt das Land jedoch eine große wirtschaftliche und kulturelle Blüte.
1932: Persien widerruft die erteilte Konzession von 1901 an W. K. d'Arcy.
1934: Der zunehmende Einfluss von Deutschland veranlasst den Schah, Persien in Iran umzubenennen. Der Schah sah keine Veranlassung sich vom nationalsozialistischen Deutschland zu distanzieren, eher umgekehrt. Als "Super-Arier" sprich Ursprungsland der Arier, war auch die "arische Rassenpolitik" der Nazis für den Schah kein Problem.
1935: Gründung der Anglo-Iranian Oil Co. sowie der Universität in Teheran.
1936, 7. Januar: Der Schleier (Tschador) wird bei den Frauen verboten.
1937, 8. Juli: Ein Grenzvertrag zwischen der Türkei, Irak und Afghanistan wird auf 5 Jahre befristet abgeschlossen.
Zweiter Weltkrieg
1941, 24. August: Britische und sowjetische Truppen rücken von Westen und Süden in den neutralen Iran ein.
1941, 10. September: Waffenstillstand. Die neue Regierung akzeptiert die Forderungen Großbritanniens und der Sowjetunion. Unter anderem: Freistellung von Eisenbahn- und Straßenanlagen für den Transport von Kriegsmaterial an die Sowjetunion.
1942, 29. Januar.: Bündnisvertrag zwischen Großbritannien, der Sowjetunion und dem Iran. Unter Artikel 5 wird festgelegt, dass spätestens 6 Monate nach Kriegsende, die alliierten Truppen den Iran verlassen müssen.
1943, 8. April: Handelsabkommen, das den US-amerikanischen Zoll auf persische Teppiche und andere iranische Produkte gegen Konzessionen herabsetzte.
1943, 09.09.: Der Iran erklärt den Achsenmächten den Krieg.
1952, 16. Juli: Freiwilliger Rücktritt von Mossadegh auf Grund der Ölkrise. Der Schah sieht sich durch landesweite Proteste gezwungen, ihn wieder einzusetzen.
1953, 16. August: Flucht des Schahs ins Ausland. 19.08.: Mossadegh wird durch die Armee gestürzt - mit Hilfe der CIA, ("Operation Ajax") u.a. Colonel H. N. Schwarzkopf - sein Sohn, Norman Schwarzkopf, führte später die Allianz im Zweiter Golfkrieg an.
1954, 28. Oktober: Neuer Vertrag mit der Anglo-Iranian-Oil-Co. Die beteiligten 17 Ölkonzerne gestehen die Hälfte des Gewinnanteils an Iran zu.
1960, 14. September: Gründung der OPEC (Iran, Irak, Kuwait, Saudi-Arabien, Venezuela). Anlass der Gründung waren die Preisdiktate der Mineralölkonzerne.
1962: Einführung des Frauenwahlrechts, Landreform - Aufteilung der Krongüter unter landlose Bauern.
1963: Mohammad Reza Pahlavi leitet die Weiße Revolution zur Modernisierung des Landes ein (u.a. Bodenreform, Frauenstimmrecht), verweigert aber eine Demokratisierung der politischen Strukturen. Die Herrschaft Reza Pahlavis wird auch als Paradebeispiel eines korrupten und brutalen Marionettenregimes bezeichnet (Quelle:Zeit 34/2003).
1965: Chomeini wird vom Schah ins Exil in den Irak geschickt (Nadschaf).
1967: Gesetz zum Schutz der Familie. Dieses Gesetz erschwerte die Scheidung für Männer und erleichterte sie für Frauen, gab Frauen die Möglichkeit, das Sorgerecht für Kinder auszuüben. 26.10.: An seinem 48. Geburtstag krönt sich der Schah zum Kaiser (Ehefrau Farah Dibah).
Hegemoniale Politik des Irans:
Die Aufrüstung Irans zur größten Militärmacht der Region geschah zunächst mit US-Krediten, später sind bis zu 41.000 militärische und 20.000 zivile US-Berater im Iran.
1968, 9. Januar: Gründung der OAPEC - Organisation Arabischer Erdölexportländer.
1969: Konflikt mit Irak um die Grenze und Schiff-Fahrt am Schatt al-Arab. Iran kündigt den Vertrag von 1937.
1971: Bombastische 2500 Jahr-Feier Irans. Endgültiger Abzug von britischen Truppen am Golf.
Militärische Besetzung der Tumb-Inseln, Vertreibung der arabischen Bevölkerung. Errichtung von Marinestützpunkten zur Sicherung der Öltransporte durch die Straße von Hormus.
1973, 31. Juli: Abkommen mit dem internationalen Erdölkonsortium. Die National-Iranian-Oil-Co. übernimmt alle Anlagen der Erdölwirtschaft in Staatsbesitz. 6. - 25. OktoberJom-Kippur-Krieg. Daraufhin verhängen am 28.10. die sieben arabischen Ölländer der OAPEC einen Lieferboykott.
1975: Institutionalisierung eines Einparteiensystems. Abkommen mit Irak zur Regelung offener Grenzfragen.
1977: Versorgungskrise. Die von Intellektuellen getragene Nationale Front fordert das Ende der Diktatur des Schahs.
1978, 7/ 8. Januar.: Demonstrationen für Ayatollah Chomeini. 8. August: Der Schah verspricht politische Freiheiten, freie Wahlen, Pressefreiheit. Schwere Unruhen sind die Folgen. 13. August: Kriegsrecht in mehreren Städten. Konzession an die Schiiten: Rückkehr zum islamischen Kalender, Schließung der Spielkasinos, Politische Parteien werden wieder zugelassen. 7. September: Generalstreik, die Streikwelle legt die Ölproduktion still. Kriegsrecht auf alle Städte ausgedehnt. 16. September: Das schwerste Erdbeben der iranischen Geschichte fordert mindestens 25.000 Tote. 5. November: Chomeini und die Nationale Front bilden in Paris die Iranisch-Islamische Nationalbewegung. 6. November: Einsetzung einer Militärregierung.
Zu Beginn der Revolution wird Mehdi Basargan (*1908) Ministerpräsident der provisorischen Regierung.
1980: Am 25. Januar wird Abolhassan Bani-Sadr (*1934) Präsident (25.01.), muss jedoch aufgrund unüberbrückbarer Widerstände im Hinblick auf die zukünftige Politik am 10. Juni1981 der Iran verlassen. Er flieht nach Paris.
1981: Durch der Wahlsieg der religiösen Islamischen-Republikanischen Partei (IRP) löst sich der Revolutionsrat am 9. Mai auf. Ein verheerende Bombenanschlag am 29. August auf die Parteiversammlung der IRP bringt das Gefüge der Revolution völlig durcheinander. Parteiführer Ayatollah Mohammed Hussein Beheschti (*1929) und über 70 Abgeordnete werden getötet. Auch der neue Präsident Mohammed Ali Rajaj (*1933) und der neue Ministerpräsident Javad Bahonar (*1933) werden Opfer. Am 02.10. wird Hojatoleslam Ali Chamenei (*1939) Präsident - Mir Hossein Moussavi (*1941) wird Ministerpräsident.
1984: Bei den Parlamentswahlen am 15. April verliert die IRP die absolute Mehrheit, Moussavi bleibt jedoch Ministerpräsident.
1985: Ali Chamenei wird am 16. August als Präsident wiedergewählt.
1987: Die Auflösung der IRP am 2. Juni bestätigt nur das völlige Abweichen des ursprünglichen Revolutionsgedankens.
1988: Am 2. Juni ernennt Chomeini (der Iran steht im Krieg gegen den Irak am Rande einer Niederlage), den Parlamentspräsident Ali Akbar Rafsandjani (*1934) zum amtierenden Oberkommandierenden.
1989: ChomeinisFatwa gegen Salman Rushdie (14. Februar) isoliert den Iran außenpolitisch völlig. Mit dem Tod von Ayatollah Chomeini (3. Juni) beginnt der Kampf um die Nachfolge. Der bisherige Staatspräsident Ali Chamenei wird (4. Juni) vom Wächterrat zum neuen religiösen Führer bestimmt. Der Kampf um die Macht gewinnt aber Parlamentspräsident Rafsandjani. Er wird zum Staatspräsidenten gewählt und erhält durch eine Verfassungsänderung größere exekutive Befugnisse (Wegfall des Ministerpräsidentenamts).
1992: Bei den Parlamentswahlen (10. April) gewinnen die Anhänger Rafsandjanis rund 70% aller Sitze.
1993: Rafsandschani für weitere 4 Jahre im Amt (Staatspräsident) gewählt.
1997: Bei den Präsidentschaftswahlen (23. Mai) siegt der ehemalige Kulturminister Mohammed Chatami (*1943). Ein beschränkter Liberalisierungsprozess beginnt mit ihm, dessen Grenze stets von Wächterrat (Chamenei) eingeschränkt wird.
2003: Am 26. Dezember um 1:56 UTC kommt es zu einem der verheerenden Erdbeben in der Neuzeit des Irans, das mehrere tausend Menschen (es wird von mehr als 30.000 Opfern ausgegangen) das Leben kostet. Das Epizentrum des Bebens liegt in der Nähe der südiranischen Stadt Bam, die zum Großteil zerstört wird.
2004 - Nachdem bei den Wahlen vom 20. Februar tausende von liberalen Kandidaten ausgeschlossen waren und andere reformorientierte Politiker ihre Kandidatur zurückgezogen hatten, ist die Wahlbeteiligung nach offiziellen Angaben des Innenministeriums mit nur 50,57% die niedrigste seit Bestehen der Islamischen Republik. Im Anschluss an die Wahlen kommt es zu Straßenschlachten mit den Sicherheitskräften in mehreren Städten, bei denen acht Personen getötet werden.
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