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Geschichte Thüringens

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Das Land Thüringen hat eine sehr lange Geschichte. Es ist benannt nach einem germanischen Stamm der "Thüringer" ("jene, die Thor verehren"), die schon im 4. Jahrhundert das Land besiedelten. Im Laufe der Geschichte zerfiel es in zahlreiche Herrschaften, die sich immer wieder veränderten.


Inhaltsverzeichnis


1 Frühgeschichte und Altertum

2 Mittelalter

  2.1 Königreich Thüringen

  2.2 Herzogtum Thüringen

  2.3 Landgrafschaft Thüringen

3 Neuzeit

  3.1 Reformationszeit

      3.2 17. und 18. Jahrhundert

    3.3 19. Jahrhundert

  4 20. Jahrhundert

  4.1 Weimarer Republik und Drittes Reich

  4.2 Nachkriegszeit und DDR

  4.3 Thüringen als Land der Bundesrepublik Deutschland

5 Siehe auch

6 Literatur

7 Weblinks


Frühgeschichte und Altertum

Das heutige Thüringen lag in der Altsteinzeit an den südlichsten Ausläufern der eiszeitlichen Gletscher (Elster-Eiszeit). Die ältesten Funde menschlicher Besiedlung im Land stammen aus Bilzingsleben, Ehringsdorf (bei Weimar) sowie aus Ranis.


Um 100 v. Chr. wandern Hermunduren aus dem Gebiet der unteren Elbe nach Thüringen ein und vertreiben die Kelten beziehungsweise vermischen sich mit ihnen. Letztere lebten bis um Christi Geburt südlich des Thüringer Waldes und erbauten dort ihr einziges Oppidum auf dem Gebiet der nordöstlichen Bundesländer, die Steinsburg bei Römhild.


3 n. Chr. vereinigt Markomannenfürst Marbod Hermunduren, Quaden, Langobarden und Semnonen in seinem Reich. 19 n. Chr. vertreibt Wibilo, König der Hermunduren, den Markomannen Katwalda, den Nachfolger Marbods, und verleibt sich so das böhmische Markomannenreich ein. Laut Tacitus (98 n. Chr.) entspringt die Elbe im Gebiet der Hermunduren. Die Elbquelle liegt im nordöstlichen Böhmen.


Die Römer herrschen zwar niemals in Thüringen, dennoch unterhalten sie Handelsbeziehungen und unternehmen einige Expeditionen dorthin. Vielfach wurden im Land römische Münzen gefunden, und eine in Haarhausen bei Erfurt ausgegrabene Töpferei ist fast identisch mit denen der Römer.


Im 3. Jahrhundert brechen Angeln und Warnen von Norden nach Thüringen ein. Im 4. Jahrhundert wird der Name Toringi erstmals durch Flavius Vegetius Renatus schriftlich erwähnt.


Mittelalter

Königreich Thüringen

Das Königreich Thüringen existierte etwa von Christi Geburt bis zur Zerschlagung durch die Franken und Sachsen im Jahre 531. Es geht insbesondere auf den germanischen Stamm der Hermunduren (Ermunduren = Duringer = Thüringer) zurück. Die Quellen sind spärlich, genau zu datieren ist nur das Ende.


Nach dem Hunneneinfall und ihrem Abzug im Jahre 452 kann König Bisinos (Bisinus) einen riesigen Machtbereich kontrollieren. Sein Reich erstreckt sich nach Süden über den Main hinaus. Bisinos residiert in der Bisinesburg (Bösenburg, Saalkreis).


Um 500 heiratet Bisinos' Sohn Herminafried (Ermanfried, Hermenefred) die Gotin Amalaberga, eine Nichte des Ostgoten Theoderich. 526 stirbt Theoderich. Das Thüringische Reich verliert den gotischen Schutz, die Franken planen den Krieg.


531 ist das Ende des Reiches gekommen - in der Schlacht bei Burgscheidungen an der Unstrut besiegen die merowingischen Franken mit den verbündeten Sachsen die Thüringer. Durch Flucht, Deportation und Mord (Herminafried 534 in Zülpich) fand die thüringische Königsfamilie ihr Ende. Die letzte Angehörige des Könishauses, Radegundis, stirbt 587 im französischen Exil und wird später heiliggesprochen.


Das Reich wird zerschlagen, bleibt aber eine Verwaltungseinheit. Der Norden nördlich des Harzes geht an die Sachsen, der Süden an die Franken. Das Gebiet östlich der Saale kann von den Franken nicht gehalten werden und wird von Slawen besiedelt.


594 wird ein Aufstand der Warnen von den Franken niedergeschlagen.


Herzogtum Thüringen

Um 620 richteten die Merowinger in Thüringen ein Herzogtum unter der Herrschaft des Herzogs Radulf ein. Über ihn und seine Nachfolger (Heden I., Heden II.) ist fast nichts bekannt. Unklar ist, ob es sich bei Radulf um einen Herzog Hruodi handelt, der etwa zeitgleich in der Würzburger Gegend herrschte. Das Herzogtum bestand bis ins späte 7. Jahrhundert.


Landgrafschaft Thüringen

An der Hauptverkehrsstraße, der Via Regia, bildete sich die Thüringer Städteachse mit den Orten Eisenach, Gotha, Erfurt und Buttelstedt. Um 1800 verschob sich die Verkehrsachse auf die Städte Eisenach, Gotha, Erfurt und Weimar sowie Jena und Gera.


1067 erbaut Ludwig der Springer, ein Graf aus dem Geschlecht der Ludowinger, die Wartburg. Seine Nachkommen erhalten 1130 die Würde eines Landgrafen von Thüringen. Die Thüringer Landgrafen waren:




Durch sie wird die Wartburg im 12. und 13. Jahrhundert ein Zentrum deutscher Kultur. Bekannt sind der Sängerkrieg (1207) und das Wirken der heiligen Elisabeth (1204-1236).


Der letzte Ludowinger, Heinrich Raspe, versucht 1246 die deutsche Königskrone zu erlangen, stirbt jedoch ein Jahr später. Das Land fällt zum Großteil an den Wettiner Heinrich den Erlauchten, der Westteil des ehem. ludowingischen Herrschaftsgebietes, die durch Heirat zur thüringischen Landgrafschaft hinzugekommenen hessischen Grafschaften, nehmen seit 1264 wieder eine eigene Entwicklung und bilden die Landgrafschaft Hessen.


Die Wettiner führen seit Mitte des 13. Jahrhunderts den Titel "Landgraf von Thüringen". Ihre thüringischen Besitzungen werden schrittweise in den wettinischen Gesamtstaat integriert, zu dem auch die Markgrafschaft Meißen und seit 1423 das Kurfürstentum Sachsen-(Wittenberg) gehören.


Neuzeit

Reformationszeit

1485 kommt es zur Leipziger Teilung, bei der die wettinischen Lande zwischen den Albertinern und den Ernestinern aufgeteilt werden. Der Hauptteil von Thüringen fällt dabei an die Ernestiner. Ihr Gebiet wird später in eine Vielzahl von Zwergstaaten aufgesplittert. Der Norden Thüringens verbleibt bei den Albertinern und damit beim späteren Kurfürstentum Sachsen.


Während der Reformation spielt Thüringen eine bedeutende Rolle. Martin Luther hält sich 1521 bis 1522 auf der Wartburg versteckt und übersetzt dort das Neue Testament ins Deutsche.


1525 ist Thüringen neben Südwestdeutschland ein Zentrum des Deutschen Bauernkrieges. Bei Bad Frankenhausen kommt es am 15. Mai 1525 zu einer von dessen bedeutendsten Schlachten, wenige Tage später wird Thomas Müntzer in Mühlhausen aufgegriffen und hingerichtet.


1531 schließen sich die protestantischen Reichsstände in Schmalkalden zum Schmalkaldischen Bund gegen Kaiser Karl V. zusammen. Die Ächtung der führenden Vertreter dieses Bundes im Jahr 1546 führt zum Schmalkaldischen Krieg von 1546/47. Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige, ein Ernestiner, dem auch Thüringen gehört, steht dabei auf der Seite der Protestanten. Sein ebenfalls protestantischer Vetter, Herzog Moritz, ein Albertiner, unterstützt hingegen den Kaiser.


Durch die Wittenberger Kapitulation von 1547 verliert Johann Friedrich der Großmütige Teile seines Besitzes und auch die Kurwürde an Herzog Moritz. Die Ernestiner behalten lediglich ihre thüringischen Besitzungen, die sich wie folgt zusammensetzen: die Ämter, Städte und Schlösser Gerstungen, Eisenach, Wartburg, Creuzburg, Tenneberg, Waltershausen, Leuchtenburg, Roda, Orlamünde, Gotha, Jena, Kapellendorf, Roßla, Weimar, Wachsenburg, Dornburg, Camburg, Buttstädt, Arnshaugk, Weida und Ziegenrück.


Hierzu kamen nach dem Tode des Herzogs Johann Ernst von Coburg (1553) noch die Ämter Coburg, Sonneberg, Hildburghausen, Königsberg, Veilsdorf und Schalkau und durch den Naumburger Vertrag (24. Februar 1554) Altenburg, Eisenberg, Sachsenburg und Herbesleben, welche Kurfürst August abtrat, sowie 1555 durch Tausch mit den Grafen von Mansfeld die Herrschaft Römhild. Schließlich erwarb das Ernestinische Haus aus der hennebergischen Erbschaft (1583), definitiv allerdings erst 1660 die Ämter Meiningen, Themar, Maßfeld, Behrungen, Henneberg, Milz, Ilmenau, Kaltennordheim, Frauenbreitungen, Sand und Wasungen.


Durch die nach dem Tod Johann Friedrichs des Großmütigen 1554 einsetzende Erbteilung der Ernestinischen Lande beginnt die Aufteilung Thüringens in zahlreiche kleine Einzelstaaten.


17. und 18. Jahrhundert

Die zerfallenen ernestinischen Gebiete (Ernestinische Herzogtümer) waren zeitweise in bis zu zehn Einzelstaaten aufgespalten, davon hatte im 17. Jahrhundert Sachsen-Gotha (mit Ernst dem Frommen), im 18. Jahrhundert Sachsen-Weimar-Eisenach die Vorherrschaft.


Noch im 18. Jahrhundert wurde Thüringen als ein Teil Sachsens aufgefasst, wie die folgende Textstelle aus dem Schauspiel Minna von Barnhelm (1767) von Gotthold Ephraim Lessing zeigt.


WIRT (schreibt). "von Barnhelm" - Kommend? woher, gnädiges Fräulein?
FRÄULEIN. Von meinen Gütern aus Sachsen.
WIRT (schreibt). "Gütern aus Sachsen" - Aus Sachsen! Ei, ei, aus Sachsen, gnädiges Fräulein? aus Sachsen?
FRANZISKA. Nun? warum nicht? Es ist doch wohl hierzulande keine Sünde, aus Sachsen zu sein?
WIRT. Eine Sünde? Behüte! das wäre ja eine ganz neue Sünde! - Aus Sachsen also? Ei, ei! aus Sachsen! Das liebe Sachsen! - Aber wo mir recht ist, gnädiges Fräulein, Sachsen ist nicht klein und hat mehrere - wie soll ich es nennen? - Distrikte, Provinzen. - Unsere Polizei ist sehr exakt, gnädiges Fräulein. -
FRÄULEIN. Ich verstehe: von meinen Gütern aus Thüringen also.
WIRT. Aus Thüringen! Ja, das ist besser, gnädiges Fräulein, das ist genauer. - (Schreibt und liest.) "Das Fräulein von Barnhelm, kommend von ihren Gütern aus Thüringen, nebst einer Kammerfrau und zwei Bedienten" -

Um 1800 wurde Weimar durch Herzogin Anna Amalia und Herzog Karl August ein Zentrum der deutschen Kultur, hier wirkten Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller.


19. Jahrhundert

Der Reichsdeputationshauptschluss hebt 1803 die geistlichen Fürstentümer und fast alle Reichsstädte in Deutschland auf. Dies betrifft in Thüringen die kurmainzischen Gebiete Erfurt und Eichsfeld sowie die freien Reichsstädte Nordhausen und Mühlhausen. Die kleinen Fürstentümer der Ernestiner, der Reußen und der Schwarzburger bleiben hingegen erhalten. Sachsen-Weimar-Eisenach wird von Napoleon I. zum Großherzogtum ernannt.


1806 siegt Napoleon in der Schlacht bei Jena und Auerstedt über das Königreich Preußen.


Am Ende der Napoleonischen Ära wird Thüringen zum Ursprungsland der Burschenschaften - 1815 wird die erste derartige Studentenverbindung in Jena gegründet. 1817 findet eine der bedeutendsten Aktionen der Burschenschaften in Thüringen statt - das Wartburgfest.


Nach dem Wiener Kongress gibt es in Thüringen immer noch 12 unabhängige Staaten, die sich bis Ende des 19. Jahrhunderts auf acht reduzierten. Alle anderen Gebiete des heutigen Freistaates Thüringen fallen an Preußen. Nur das Gebiet um Schmalkalden gehört zu Hessen-Kassel, mit dem es 1866 ebenfalls preußisch wird.


Nach dem Aussterben der Linie Sachsen-Gotha-Altenburg wurden die ernestinischen Herzogtümer neu aufgeteilt. Das Herzogtum Sachsen-Meiningen erhielt ganz Sachsen-Hildburghausen, dessen Herzog zum Ausgleich Sachsen-Altenburg erhielt, und den Saalfelder Teil von Sachsen-Coburg-Saalfeld, das daraufhin mit Sachsen-Gotha in Personalunion zum Doppelherzogtum Sachsen-Coburg und Gotha vereinigt wurde.


Die sächsischen Herzogtümer sowie die preußischen und schwarzburgischen Staaten wurden zusammenfassend als Thüringische Staaten bezeichnet. Zum Ende des 19. Jahrhunderts waren dies folgende Länder:




20. Jahrhundert

Weimarer Republik und Drittes Reich

Vom 6. Februar bis 30. September 1919 tagt in Weimar die verfassunggebende Nationalversammlung. Sie verabschiedet am 11. August die so genannte "Weimarer Verfassung", nach der die bis 1933 bestehende deutsche Republik die Bezeichnung "Weimarer Republik" erhält.


Die neun Staaten werden im Zuge der Novemberrevolution von 1918 Bundesstaaten mit republikanischer Verfassung. Die beiden ehemaligen reußischen Fürstentümer schließen sich schon 1919 zu dem Volksstaat Reuß zusammen. Mit Ausnahme des Freistaates Coburg, der sich 1920 Bayern anschloss, vereinigen sich die übrigen sieben Volks- beziehungsweise Freistaaten am 1. Mai 1920 zum Freistaat Thüringen mit einer Fläche von 11760 km². Das erste Landeswappen hatte sieben Sterne auf rotem Grund, welche die ehemaligen Bundesstaaten symbolisierten.


Hauptstadt wird Weimar. Der Staat erhält am 11. Februar 1921 eine Verfassung.


Die Regierungschefs von Thüringen trugen zu dieser Zeit den Titel Vorsitzender des Staatsministeriums. Dies waren zwischen 1920 und 1945:




Auch in Thüringen ist die Zeit der Weimarer Republik von politischen Wirren geprägt. Im Oktober 1923 bildet der sozialdemokratische Ministerpräsident August Frölich auf legalem Weg eine Regierung mit der KPD. Jedoch wird diese "Arbeiterregierung" wenig später durch den Einmarsch der Reichswehr zerschlagen. Gleiches geschieht zu dieser Zeit auch im benachbarten Sachsen.


Anfang 1930 gibt es in Thüringen die erste völkisch-nationalsozialistische Regierung in Deutschland, nach ihrem nationalsozialistischen Innenminister Wilhelm Frick als Frick-Regierung bezeichnet, und schon 1932 kann die NSDAP in Thüringen mit Fritz Sauckel als Leitenden Staatsminister allein die Regierung bilden. Nach der Machtergreifung Adolf Hitlers wird Weimar zur Gauhauptstadt ausgebaut, das so genannte "Gauforum" existiert noch heute. Der bisherige Ministerpräsident Fritz Sauckel wird Reichsstatthalter. Der neue Ministerpräsident Willy Marschler (NSDAP) hat nur noch geringe Machtbefugnisse. Außerdem werden in Thüringen die Konzentrationslager Buchenwald (1937) und Dora-Mittelbau (1943) errichtet.


Am 1. April 1944 wird der zur preußischen Provinz Sachsen gehörige Regierungsbezirk Erfurt sowie der zur preußischen Provinz Hessen-Nassau gehörige Landkreis Herrschaft Schmalkalden dem Reichsstatthalter in Thüringen unterstellt. Der achte Stern im heutigen Wappen - ein Löwe auf blauem Grund - symbolisiert die 1944 angeschlossenen preußischen Gebiete.


Nachkriegszeit und DDR

Nach dem Zweiten Weltkrieg wird das Gebiet zunächst amerikanisch besetzt. Die Amerikaner setzten Hermann Brill als Präsident der Landesverwaltung ein. Auf Grund alliierter Vereinbarungen wird Thüringen quasi als Austausch für Westberlin zwischen 2. und 6. Juli 1945 von sowjetischen Truppen besetzt, unter denen Rudolf Paul zum Regierungspräsidenten (auch Landespräsident) ernannt wird. 1947, nach Pauls Flucht in die amerikanische Besatzungszone, wird schließlich Werner Eggerath Regierungspräsident.


In der Folgezeit gibt es einige Grenzänderungen zwischen der amerikanischen und sowjetischen Besatzungszone. Siehe dazu im Einzelnen den Artikel zur Geschichte der Verwaltungsgliederung Thüringens. 1946 erhält das Land Thüringen eine Verfassung, und 1950 wird der Regierungssitz von Weimar nach Erfurt verlegt. Das Gebiet des Landes Thüringen besteht jetzt aus dem ehemaligen Freistaat Thüringen ohne die Exklave Allstedt, ferner aus dem Gebiet des früheren preußischen Regierungsbezirkes Erfurt und der Herrschaft Schmalkalden mit einer Gesamtfläche von 15.585 km².


Ein Jahr später wird Thüringen Teil der DDR, aber schon am 25. Juli 1952 beschließt der Landtag das Gesetz über die weitere Demokratisierung des Aufbaus und der Arbeitsweise der staatlichen Organe in Thüringen. Damit wird das Land aufgelöst. Fortan bestehen die Bezirke Erfurt, Gera und Suhl, wobei die Bezirke Erfurt und Gera im Vergleich zum aufgelösten Land Thüringen Gebietsänderungen beziehungsweise Grenzbegradigungen zu den Nachbarländern Sachsen-Anhalt und Sachsen erfahren, welche meist den heutigen Landesgrenzen entsprechen.


Thüringen als Land der Bundesrepublik Deutschland

Nach der politischen Wende in der DDR wird das Land Thüringen mit dem Ländereinführungsgesetz vom 22. Juli 1990 mit Wirkung zum 14. Oktober 1990, 11 Tage nach der Wiedervereinigung, aus den Bezirken Erfurt, Gera und Suhl sowie unter Einbeziehung der Kreise Altenburg, Artern und Schmölln wieder gebildet. In Anlehnung an den Bundesstaat in der Weimarer Republik nennt es sich Freistaat Thüringen. Landeshauptstadt wird diesmal Erfurt. 1992 werden einige Gemeinden des früheren Bezirkes Gera sächsisch, siehe hierzu Geschichte der Verwaltungsgliederung Thüringens.


Auf einer Sitzung auf der Wartburg am 25. Oktober 1993 verabschiedet der Thüringer Landtag eine neue Verfassung, die am 16. Oktober 1994 durch eine Volksabstimmung angenommen wird.


Seit den ersten freien Landtagswahlen war immer die CDU Regierungspartei, dabei von 1990 bis 1994 in einer Koalition mit der FDP und von 1994 bis 1999 in einer Großen Koalition mit der SPD. Ministerpräsidenten waren 1990 bis 1992 Josef Duchac, 1992 bis 2003 Bernhard Vogel und seit 2003 Dieter Althaus.


Siehe auch



Literatur

  • Sigrid Dusek (Hrsg.), Ur- und Frühgeschichte Thüringens. Ergebnisse archäologischer Forschung in Text und Bild (Stuttgart 1999), ISBN_3806215049.

  • Ulrich Hess, Geschichte Thüringens 1866 bis 1914. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar. 1991, ISBN_3-7400-0077-5.

  • Karl Peschel, Thüringen in ur- und frühgeschichtlicher Zeit (Wilkau-Haßlau 1994), ISBN_3930036037.

  • Hans Patze und Walter Schlesinger (Hrsg.), Geschichte Thüringens. Mitteldeutsche Forschungen 48 (Köln [u.a.] 1967 ff.), ISBN_3412082856 ff.

  • Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte (Jena 1993 ff.), ISSN 0943-9846.


Weblinks



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