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Geschichte Indiens

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Die Indus-Tal Zivilisation ist eine der ältesten Hochkulturen der Welt. Ihre Geschichte reicht mindestens 5.000 Jahre zurück. Arische Stämme drangen etwa 1500 v. Chr. in das Gebiet ein. Die Verschmelzung zwischen Ariern und den frühen Bewohnern der Region ließ die klassische indische Kultur entstehen und prägte den damals entstehenden Hinduismus entscheidend.


Ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. entfaltete sich der Buddhismus, der während rund 1500 Jahren eine der maßgeblichen Geistesströmungen Indiens darstellte. Arabische und Türkische Invasionen begannen im 8. und 12. Jahrhundert und wurden ab dem 15. Jahrhundert durch europäische Händler fortgesetzt.


Im 19. Jahrhundert hatte England die vollständige politische Kontrolle über alle Indischen Territorien.


Der gewaltfreie Widerstand gegen die britische Kolonialherrschaft, vor allem unter Mahatma Gandhi und Jawaharlal Nehru, führte 1947 zur Unabhängigkeit. Der Subkontinent wurde in zwei Staaten aufgeteilt, den säkularen (Hindu-)Staat Indien und den kleineren islamischen Staat Pakistan. Nach zwei vorangegangenen Kriegen mit Pakistan führte ein dritter Krieg 1971 zur Abspaltung Ost-Pakistans und zur Gründung des neuen Staates Bangladesch.


Heute sind die fundamentalen Probleme Indiens einerseits der fortdauernde Streit mit Pakistan um die Region Kaschmir, andererseits die starke Überbevölkerung, die zunehmende Umweltverschmutzung, die ausgedehnte Armut sowie ethnische und religiöse Konflikte zwischen Hindus und Moslems.


Inhaltsverzeichnis


1 Geschichtliche Daten

  1.1 Vedismus

  1.2 Das klassische Zeitalter

  1.3 Britische Kolonie

  1.4 Indisches Kaiserreich

  1.5 Neuzeit (seit 1947)

2 Weblinks


Geschichtliche Daten

2500-1500 v. Chr.: Entfaltung der antiken Hochkultur von Harappa und Mohenjo-Daro im nordwestlichen Industal (heute Pakistan). Um 1400 v. Chr.: Die Arier dringen von Nordwesten zunächst in das Gebiet des heutigen Panjab ein und bringen die indogermanischen Sprachen nach Indien.


Vedismus

1000-600 v. Chr.: Die Arier gelangen in das Zweistromland von Ganges und Yamuna. Entstehung der ersten vedischen Texte (Brahmanas und Upanishaden) und damit des Vedismus und Brahmanismus, aus denen sich später der heutige Hinduismus entfaltete. In die gleiche Zeit fällt die Entstehung des Kastensystems zur Abgrenzung gegenüber den Ureinwohnern.


6. Jahrhundert v. Chr.: Entstehung des Buddhismus und des Jainismus. Ende der vedischen Epoche.


Das klassische Zeitalter

326 v. Chr.: Alexander der Große dringt nach Indien vor.

um 322 v. Chr.: Chandragupta Maurya legt die Grundlagen für das erste indische Großreich.


Um 270-235 v. Chr.: Ashoka dehnt das Reich der Maurya über ganz Indien aus (ausgenommen bleibt der südlichste Zipfel des Subkontinents (dravidisische Staaten)). Hauptstadt wird Pataliputra (das heutige Patna). Kaiser Ashoka, der sich zum Buddhismus bekennt, begründet das erste Großreich auf indischem Boden; zugleich den ersten, auf friedfertiger Toleranz beruhenden sozialen Wohlfahrtsstaat der Antike (Abschaffung der Kriegsführung als Mittel politischer Macht). Das Reich zerfällt um 184 v. Chr. (nach anderen Angaben um 72 v. Chr.) in zahlreiche Einzelstaaten.


Um 250-100 v. Chr.: In der Nachfolge der Alexanderzüge entsteht im nordwestlichen Grenzgebiet von Baktrien und Gandhara (heute: Afghanistan und Pakistan) das hellenistische Gräko-aktrische Reich. Entfaltung der buddhistischen Kunst und Kultur. Das Reich zerfällt mit dem Eindringen der aus Zentralasien stammenden Skythen, die von den Indern Shaka genannt werden.


Um 50 v. Chr.: Die iranischen Parther verdrängen die Skythen (Shakas), werden ihrerseits aber von den Yüe-tschi (Clan der Kushana) geschlagen, die in Baktrien und Gandhara ein blühendes Reich errichten, das unter König Kanishka (1./2. Jahrhundert n. Chr.) seine größte Macht erreicht. Förderung und Entfaltung des Buddhismus (Kunstschulen von Mathura und Gandhara). Das Reich zerfällt gegen Ende des 3. Jahrhundert n. Chr.


320-510 n. Chr.: In Nordindien herrscht die Dynastie der Gupta.


5. Jahrhundert: Errichtung der buddhistischen Universität von Nalanda (mit über 10.000 Studenten die größte Lehrstätte der antiken Welt).


6./7. Jahrhundert: Hunneneinbrüche verwüsten Nordindien.


606 - 647: Reich des Harshavardhana in Nordindien. Er gilt als einer der letzten großen Förderer des Buddhismus.


7.-9. Jahrhundert: In Indien entsteht eine hinduistische Renaissance. Der Buddhismus wird allmählich zurückgedrängt.


Ab dem 8. Jahrhundert: Beginn der arabischen bzw. islamischen Infiltration in Indien.


1199: Die eindringenden Muslime versetzen dem Buddhismus mit der Eroberung der bengalischen Pala-Dynastie den Todesstoß. Ende der buddhistischen Kultur auf indischem Boden.


1206-1290: Die Muslime begründen das Sultanat von Delhi.


1398: Die Mongolen unter Timur Leng erobern und verwüsten Delhi.


1526-1857: Das Reich der islamischen Großmoguln (vgl. Mogulreich) beherrscht Nord- und Zentralindien.


Britische Kolonie

1627-1761: Reich der Marathen (gegründet von Shiwaij) in Südwestindien, die letzte indische Großmacht vor der britischen Herrschaft.


1746: Beginn der Ausbeutung durch europäische Fremdherrschaft (Portugiesen, Franzosen, Briten).


1813-1948: Britische Vormacht in Indien. Indien wird als britische Kolonie ausgebeutet.


1866: Burma wird von Großbritannien besetzt und Britisch-Indien angeschlossen (bis 1937).


Indisches Kaiserreich


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1877 nahm Königin Victoria von England den Titel "Kaiserin von Indien" an. Das Kaiserreich Indien in Personalunion mit Großbritannien umfasste das heutige Indien, Pakistan, Bangladesch und Burma und bestand bis 1947.


1915 (Januar): Mahatma Gandhi (*1869) nimmt den gewaltlosen Kampf gegen die britische Fremdherrschaft auf. Er wird am 30. Januar 1948 von einem fanatischen Hindu ermordet.


Neuzeit (seit 1947)

Indien erlangt am 15. August 1947 die Unabhängigkeit von Großbritannien. Das Land wird in einen hinduistischen und islamischen Staat (Indien und Pakistan) geteilt. Indien bleibt eine Monarchie innerhalb des Britischen Commonwealth. Staatsoberhaupt ist König Georg VI. von Großbritannien. Das Amt des Regierungschef übernimmt Jawaharlal Nehru (1889-1964), er war einer der zentralen Führer im indischen Freiheitskampf.


Am 26. November 1949 konstituiert sich Indien als Republik. Erster Präsident wird Rajendra Prasad (1950-1962), am 26. Januar 1950 tritt die erste indischen Verfassung in Kraft.


Am 1. November 1954 gibt Frankreich die letzten unter französischer Herrschaft stehenden Gebiete (Französisch-Indien) an die Indische Union zurück (Pondicherry, Karikal, Mahé und Yanam).


Indien gewährt 1959 dem Dalai Lama, dem Oberhaupt der Tibeter, politisches Asyl. Dieser bildet in Dharamsala (Himajal Pradesh) eine tibetische Exilregierung.


Mit der Annexion von Portugiesisch-Indien (Goa, Diu und Damão) werden im Dezember 1961 die letzten Kolonien auf indischem Boden beseitigt.


Am 20. Oktober 1962 beginnt der Indisch-Chinesische Krieg. China annektiert im Norden und Nordosten (Himalaya-Region) indisches Territorium.


1962 wird der international angesehene Philosoph Sarvepalli Radhakrishnan indischer Präsident.


Nach Nehrus Tod 1964 übernimmt Jawaharlal Nehrus Tochter Indira Gandhi am 24. Januar 1966 nach einer zweijährigen Zwischenphase die Regierung und wird Premierministerin.


Indien greift im Dezember 1971 in Ostpakistan zugunsten eines unabhängigen Bangladesh ein. Am 18. Mai 1974 zündet Indien seine erste Atombombe.


Die zweite Hälfte der ersten Regierungszeit Indira Gandhis ist geprägt von Unruhen und Separationsbewegungen einzelner Landesteile, so dass sie Mitte der Siebziger Jahre den Notstand ausruft und die demokratische Rechte beschränkt.


Um ihren Kurs vom Volk absegnen zulassen, ruft sie 1977 Wahlen aus, was aber zu ihrem Sturz führt. Nach drei turbulenten Jahren kann sie 1980 ein triumphales Comeback feiern.


Mitglieder der Religion der Sikhs rebellieren am 19. Juli 1982 in Amritsar und rufen mit der Forderung nach einem unabhängigen Sikh-Staat im Panjab zum Kampf gegen die Regierung auf. Als der Konflikt weiter eskaliert und Gruppen im Pandschab versuchen, einen Sikhstaat Khalistan zu gründen, lässt Indira Gandhi im Juni 1984 den Goldenen Tempel in Amritsar stürmen. Aus Rache wird sie am 31. Oktober 1984 von einem ihren Sikh-Leibgardisten ermordet. Inzwischen war am 3. Dezember 1984 eine Giftgaskatastrophe durch eine US-Firma in Bhopal mit mehr als 2000 Toten eingetreten.


Unter ihrem Sohn Rajiv Gandhi, der ihr problemlos im Amt nachfolgte, wurden in Indien Liberalisierungen in der Wirtschaft eingeführt. Wegen Korruptionsvorwürfen verliert Rajiv Gandhi am 29. November 1989 jedoch die Macht. Trotz des realtiv guten Abschneidens der Kongresspartei bei der Wahl 1989 bildete sich eine Koalition gegen eine von der Kongresspartei geführte Regierung.


Es folgten erst kurzlebige Koalitionsregierungen unter verschiedenen Premierministern, ehe 1991 P. V. Narasimha Rao die Regierung stabilisieren konnte und bis 1996 konsequent wirschaftliche Reformen durchsetzte.


Bei einer Wahlkampfrede zu Regionalwahlen in Südindien wurde Rajiv Gandhi an 21. Mai 1991 von separatistischen Terroristen aus Sri Lanka (Tamil Tigers) ermordet.


Im Jahre 1997 übernimmt mit Kocheril Raman Narayanan erstmals ein Kastenloser als Staatspräsident das höchste Amt im Staate.


Der Parteivorsitzende der Advani löste mit Hetzparolen bei der Zerstörung Ayodhyas 1992 Unruhen in Bombay aus und verstärkte die Spannungen zwischen den Religionsgruppen. Das war wohl einer der Gründe, dass Rao die Wahl von 1994 nicht klar gewann und er 1996 durch Koaltionswechsel einiger Parteien abgelöst wurde. Es trat eine neue Phase der Instabilität auf. Erst Atal Behari Vajpayee kann am [[19. März] 1998 wieder eine stabile Regierung bilden, welche die Wahlen von 1999 klar gewinnt.


Diese Wahl bringt die Indischen Volkspartei BJP an der Spitze Indien. Mit nationalistischen Parolen und den Marsch auf Ayodhya hatte die BJP die Wahlen gegen die Kongresspartei gewonnen. Die polarisierende und pro-hinduistisch ausgerichtete Politik steht ganz im Zeichen der Hindutva-Bewegung, welche die Hinduisierung Indiens zum Ziel hat.


Vajpayee reformierte jedoch erfolgreich die Wirtschaft, was zu einem Boom führte, der aber die Lage vor allem die ärmeren Inder kaum verbesserte.


In den Jahren 2002 und 2003 droht Indien ein Krieg mit Pakistan wegen dessen anhaltender Unterstützung muslimischer Rebellen in Kaschmir.


Nach einem Anschlag auf einen Zug mit Pilgern im Jahre 2002 begannen Massaker in Gudscharat, die von der dort regierenden Indischen Volkspartei nur halbherzig bekämpft wurden. Diese Unruhen haben dann moderate Hindus zu einem gewissen Umdenken gebracht, zumal die von der Indischen Volkspartei hochgehaltenen Vision eines Shining India ("Glänzenden Indiens") weite Teile der Bevölkerung, die nicht vom Boom der letzten Jahre profitierten, ob der hochgesteckten Ziele eher skeptisch werden ließen.


Bei der Parlamentswahl vom Mai 2004 erzielte die oppositionelle Kongresspartei unter Sonia Gandhi dann einen unerwarteten Sieg. Sonia Gandhi (*1946), Ehefrau des 1991 ermordeten Premierministers Rajiv Gandhi, stößt wegen ihrer italienischen Herkunft jedoch auf Widerstand und verzichtet auf das Amt als Regierungschefin. Neuer Ministerpräsident wurde am 22. Mai 2004 der 1932 geborene Manmohan Singh - ein Angehöriger der Sikh-Religion.


Siehe auch: Liste der Premierminister Indiens


Weblinks



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