Fußball ist eine der populärsten Sportarten weltweit.
Insbesondere in Europa, Südamerika und Afrika, aber auch in Teilen Asiens dominiert der Fußball die Sportberichterstattung. Auch wenn der Frauenfußball weitaus weniger präsent in den weltweiten Medien ist, ist Fußball auch bei Frauen in den meisten Ländern der Welt die beliebteste Sportart.
Fußball ist sowohl die Bezeichnung für eine Mannschaftssportart als auch für das Spielgerät selbst (siehe dazu:Fußball (Sportgerät)).
Fußball wird normalerweise von zwei Mannschaften aus je elf Spielern oder Spielerinnen auf einem rechteckigen Spielfeld gespielt. Ziel des Spieles ist es, den Ball möglichst oft in das gegnerische Tor zu befördern, ohne dabei Arme oder Hände zu Hilfe zu nehmen. Gleichzeitig versucht man zu verhindern, dass die gegnerische Mannschaft Tore erzielt.
Die Tore befinden sich in der Mitte der beiden kurzen Seiten des Spielfelds. Bewacht werden sie von einem besonderen Spieler der jeweiligen Mannschaft, dem Torwart, der innerhalb des Strafraums den Ball auch mit den Händen spielen darf. Die anderen zehn Spieler jeder Mannschaft werden Feldspieler genannt und unterteilen sich in Abwehr-, Mittelfeld- und Sturmspieler.
Sieger ist die Mannschaft, die die meisten Tore erzielen konnte. Bei Gleichstand endet das Spiel unentschieden. Eine Ausnahme bilden Spiele in so genannten KO-Runden: Da in diesem Fall ein Sieger ermittelt werden muss, geht das Spiel nach Ablauf der regulären Spielzeit in die Verlängerung, steht es auch danach noch Unentschieden, wird der Sieger durch Elfmeterschießen ermittelt. Dieser Modus kommt bei Welt- und Europameisterschaften, internationalen Pokalfinalspielen und in einigen Ländern, z. B. in Deutschland, auch im nationalen Pokalwettbewerb zur Anwendung.
Geschichte
Mittelalter »Fußball« wird in England gespielt, indem zwei Dörfer versuchen, einen Ball in das gegnerische Stadttor zu befördern. Dabei war alles erlaubt, schlimme Verletzungen kamen häufig vor. Das »Spielfeld« lag immer zwischen zwei Dörfern, selbst wenn diese mehrere Kilometer auseinander lagen.
Seit dem 15. Jahrhundert wird in Florenz das Calcio Storico praktiziert, eine Art Fußballspiel bei dem es recht rüde zugehen kann. Vgl.: [1]
1846 Studenten der Universität Cambridge verfassen die ersten Fußball-Regeln. Danach besteht eine Mannschaft aus 15 bis 20 Spielern.
1864 Vorschriften zur Spielkleidung: Hosen müssen die Knie bedecken und die Mützen mit Quasten versehen sein.
1865 Begrenzung der Tore mit einer Schnur in Höhe von 2,44 m.
1866 Erste Modifizierung der Abseitsregel: Ein Spieler ist nur dann abseits, wenn er bei der Ballannahme weniger als drei Gegner vor sich hat. Im «Sheffield Code" werden Eckball und Freistoß eingeführt.
1870 Die FA beschränkt die Zahl der Spieler auf 11.
1871 Die FA verbietet allen Feldspielern das Handspiel, nur der Torwart darf den Ball in der eigenen Hälfte mit der Hand spielen, hat ihn aber nach zwei Schritten wieder freizugeben.
1872 Festlegung einer einheitlichen Ballgröße. Erstes offizielles Länderspiel findet in Glasgow zwischen Schottland und England statt. (Endstand 0:0)
1878 Erstes Spiel bei elektrischer Beleuchtung "Flutlicht findet in Sheffield auf dem Bramall-Lane-Platz statt. In Nottigham wird erstmals eine Pfeife vom Schiedsrichter benutzt.
1902 Aus dem Strafraumhalbkreis wird ein Rechteck.
1903 Dem Torwart wird das Handspiel nur noch im eigenen Strafraum gestattet.
1904 Die FIFA definiert den Begriff «gefährliches Spiel", führt den direkten Freistoß ein und hebt die Bestimmung auf, wonach die Hosen der Spieler die Knie bedecken müssen.
1906 Neue Regeln verbieten dem Torwart, beim Elfmeter die Torlinie zu verlassen, er darf sich aber bewegen, um den Schützen zu irritieren. Ferner werden Metalleinlagen in den Fußballschuhen untersagt, der Ball muss aus Leder sein und die Schiedsrichter sind gehalten, ein Spielprotokoll anzufertigen.
1907 Das Abseits in der eigenen Spielhälfte wird aufgehoben.
1909 Bestimmungen zum Platzverweis werden festgelegt.
1913 Der «gebührende Abstand" zwischen Schütze und Gegenspielern beim Freistoß wird auf 10 Yards = 9,15 Meter festgelegt.
1965 In der englischen Liga wird die Auswechslung eines verletzten Spielers während der gesamten Spielzeit gestattet.
1966 Die englische Liga führt ein neues Auswechsel-System ein. Unabhängig von Verletzungen dürfen zwei Spieler während des gesamten Spiels ausgewechselt werden. Diese Regel gilt bald weltweit.
1970 Einführung der gelben und roten Karten. Einwechslung von zwei Ersatzspielern bei der WM erlaubt. Einführung des Elfmeterschießens nach Verlängerung.
1974 Automatische Sperre nach mehreren gelben Karten.
Beim Fußball wird zwischen dem Spiel auf dem freien Feld und Fußball in der Halle (Hallenfußball) unterschieden.
Das Spiel auf freiem Feld unterliegt im allgemeinen folgenden Regeln:
Gespielt wird auf einem rechteckigen Feld, das eben und frei von Hindernissen ist. Normalerweise besteht der Bodenbelag im Profifußball aus Rasen, seltener wird auf einem Hartplatz oder Kunstrasenplatz gespielt.
Die Länge der kurzen Seiten (Torauslinie) sollte zwischen 45 m und 90 m, die der langen Seiten (Seitenauslinie) zwischen 90 m und 120 m betragen (üblich sind 70 m auf 105 m). Bei Länderspielen muss das Feld in der Länge zwischen 100 m und 110 m, in der Breite zwischen 64 m und 75 m sein.
Das Spielfeld wird durch weiße Linien (in der Regel Kalk) begrenzt. Alle Linien dürfen höchstens 12 cm breit sein.
Diese markieren außerdem die Mittellinie, den Anstoßkreis, den Strafraum und den Torraum.
[Bild:] Fußball. Umfang: 68-71 cm; Gewicht: 410-450 g.
In der Mitte der kurzen Seiten befindet sich je ein Tor. Es besteht aus zwei "Pfosten", die 2,44 m (8 Fuß) hoch sein sollen. Sie sind oben durch die 7,32 m (8 yards) lange "Querlatte" verbunden. Pfosten und Querlatte müssen silber oder weiß gefärbt sein. Die Tore sind mit Netzen versehen, die den Ball auffangen und einen Torerfolg anzeigen sollen.
Der Ball soll rund sein und aus einem geeigneten Material bestehen, zum Beispiel aus Leder. Er soll einen Umfang von 68 cm bis 70 cm haben und zwischen 410 g und 450 g schwer sein.
Der Ball darf mit dem ganzen Körper gespielt werden, außer mit Armen und Händen.
Davon ausgenommen ist der Torwart. Er ist als solcher durch Kleidung gekennzeichnet, die sich deutlich von den Trikots der Feldspieler und des Schiedsrichters unterscheidet. Er darf als einziger während des laufenden Spiels den Ball auch mit Händen und Armen berühren, jedoch nur innerhalb des eigenen Strafraums und nur, wenn der Ball nicht absichtlich vom eigenen Mitspieler mit dem Fuß zu ihm zurückgespielt wurde. Außerhalb dieser Zone verhält er sich wie ein normaler Feldspieler. In jeder Mannschaft übernimmt ein Spieler die Rolle des Torwarts, dessen Aufgabe normalerweise darin besteht, als letzte Abwehrmaßnahme gegnerische Tore zu verhindern. Ein Spiel darf nicht angepfiffen werden, wenn kein Spieler als Torwart gekennzeichnet ist.
Auch Feldspieler dürfen ausnahmsweise den Ball mit den Händen spielen, und zwar beim Einwurf, um den Ball wieder ins Spiel zu bringen, nachdem er die Seitenauslinie überquert hat.
Jedes andere absichtliche Berühren des Balles mit der Hand ist verboten. Als "absichtlich" ist ein Handspiel immer dann zu werten, wenn der Spieler eine Bewegung mit der Hand oder dem Arm zum Ball ausführt. Wird eine Hand in natürlicher Haltung angeschossen, liegt kein absichtliches Handspiel vor.
Die Spielzeit beträgt im Erwachsenenbereich 90 Minuten, aufgeteilt in zwei Spielhälften von je 45 Minuten Dauer mit einer Halbzeitpause von maximal 15 Minuten. Die tatsächliche Spieldauer ist jedoch meist länger als 90 Minuten, da der Schiedsrichter aufgrund von Unterbrechungen die Spieldauer um eine entsprechende "Nachspielzeit" verlängern kann.
Eine Mannschaft besteht aus 10 Feldspielern und einem Torwart. Durch Platzverweise ("Rote Karte" oder "Gelb-rote Karte") kann sich die Zahl der Spieler reduzieren. Insgesamt dürfen maximal 3 Ersatzspieler bei Bedarf eingewechselt werden, um erschöpfte oder verletzte Spieler auszutauschen oder taktische Änderungen vorzunehmen. Kann eine Mannschaft nur noch weniger als acht Spieler aufbieten, kann der Schiedsrichter das Spiel auf Verlangen des Spielführers der dezimierten Mannschaft abbrechen.
Die Einhaltung der Regeln wird von einem Fußballschiedsrichter auf dem Spielfeld überwacht.
Er wird bei höherklassigen Spielen von zwei Schiedsrichterassistenten (Linienrichtern) an den Längsseiten des Spielfeldes unterstützt. Bei vielen internationalen Spielen (Europapokal, Champions-League, EM, WM) und auch in der Bundesliga steht zudem ein weiterer Assistent, der so genannte "4. Mann" zur Verfügung. Seine Aufgabe ist es, das Verhalten der Trainer, Betreuer und Ersatzspieler zu überwachen, Ein-/Auswechslungen abzuwickeln und die Nachspielzeit anzuzeigen.
Verstößt ein Spieler gegen die Regeln, entscheidet der Schiedsrichter auf Foul. Das Spiel wird unterbrochen, und die Mannschaft, der dieser Spieler nicht angehört, erhält einen Freistoß, oder, wenn das Foul im Strafraum begangen wurde, einen Strafstoß. Wenn die Spielunterbrechung eine für die geschädigte Mannschaft vorteilhafte Spielsituation unterbrechen würde, liegt es im Ermessen des Schiedsrichters auf "Vorteil" zu erkennen und das Spiel weiterlaufen zu lassen.
Auf direkten Freistoß entscheidet der Schiedsrichter, wenn das Spiel eines absichtlichen Handspiels oder wegen eines Fouls (mit Körperkontakt) unterbrochen wurde. In anderen Fällen, also bei Abseitsstellungen oder gefährlichem Spiel, sowie bei Unterbrechungen aus disziplinarischen Gründen (Protestieren u.ä.) entscheidet der Schiedsrichter auf indirekten Freistoß. Aus einem direkten Freistoß kann direkt ein Tor erzielt werden. Nach einem indirekten Freistoß ist der Ball erst im Spiel, wenn ein zweiter Spieler (egal welcher Mannschaft) den Ball berührt hat. Es kann also nur ein Tor erzielt werden, wenn ein Spieler der eigenen oder der gegnerischen Mannschaft den Ball auf dem Weg ins Tor berührt.
Außerdem kann der Fußballschiedsrichter eine Verwarnung gegen den foulenden Spieler aussprechen. Dies zeigt er durch die "Gelbe Karte" an.
Bei schweren Regelverstößen kann er den Spieler auch des Platzes verweisen.
Ein Platzverweis wird durch die "Rote Karte" angezeigt.
Zu einem Platzverweis führt auch, wenn ein Spieler die zweite Gelbe Karte in einem Spiel bekommt, diese zieht dann automatisch eine rote Karte nach sich, weshalb sie auch "gelb-rote Karte" genannt wird. Für den Fall, dass ein Spieler die "Rote Karte" gezeigt bekommt, muss er sofort das Spielfeld verlassen und muss sofort in die Kabine gehen, denn ein weiterer Aufenthalt bei den Ersatzbänken ist nicht zulässig!
Insbesondere sollen Fouls oder Handspiel dann mit einem Feldverweis (rote Karte) bestraft werden, wenn dadurch eine klare Torchance des Gegners verhindert wird. Ein Torwart, der außerhalb seines Strafraums den Ball absichtlich mit der Hand spielt, ist ebenfalls des Feldes zu verweisen.
Als komplizierteste Regel im Fußball gilt allgemein das Abseits. Ein Spieler befindet sich im Abseits, wenn er zum Zeitpunkt der Ballabgabe nach vorn vor dem Ball steht - es sei denn, er hat noch mindestens zwei gegnerische Spieler vor sich oder auf gleicher Höhe. Eine Abseitsstellung soll nicht bestraft werden, wenn ein Spieler nicht in das aktuelle Spielgeschehen eingreift ("passives Abseits"). Der Schiedsrichter verhängt einen indirekten Freistoß, der an der Stelle auszuführen ist, wo der im Abseits befindliche Spieler stand.
Das Fußballspiel hat sowohl als Spitzensportart mit Aktienbörsen-Präsenz als auch als Breitensportart große Bedeutung. Es wird in Vereinen und Schulen gespielt, aber auch in Straßenmannschaften und mit freierer Regelinterpretation auf Bolzplätzen und beliebigen Freiflächen. In einigen ärmeren Ländern, z. B. in Brasilien ist der Traum, ein Fußballstar zu werden, eine der wenigen Möglichkeiten, den Armenvierteln zu entrinnen.
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