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Fuß (Maßeinheit)

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Das Fuß genannte Längenmaß ist neben der Fingerbreite, der Handbreite, der Handspanne, der Elle und dem Schritt eine der ältesten Längeneinheiten. Sie wurden wohl schon vor der Erfindung der Schrift benutzt. Ein Fuß beträgt stets ungefähr 30 cm, was immerhin der Schuhgröße 45 entspricht.


Inhaltsverzeichnis


1 Antike

2 Mittelalter und frühe Neuzeit

  2.1 Deutschsprachiger Raum

3 Gegenwart

4 Siehe auch


Antike

Der Fuß als Maß ist schon im vorgeschichtlichen megalithischen Yard dokumentiert; dieses betrug etwa 82,9 cm. Der megalithische Fuß ist also (82,9 cm ÷ 3 ~=) 27,6 cm lang. Schon seit vor- und frühgeschichtlicher Zeit wurde der Fuß stets in 16 Fingerbreit geteilt. Die etwa 4500 Jahre alte, damals weit verbreitete sog. 30-Digiti-Nippurelle verwendete genau die gleiche Fingerbreite wie das megalitische Yard. So beträgt diese Elle (82,9 cm ÷ 48 · 30 ~=) 51,8 cm. Noch vor der IV. Pharaonen-Dynastie teilten äyptische Geometer ebendiese Nippurelle - weil sie aufgrund einer trigonometrischen Approximation (20√2 / 28>= 1) eine 28-Digiti-Elle haben wollten - dann nur noch in 28 Teile. Dadurch wuchs der Fuß als Maß auf (51,8 cm ÷ 28 × 16 ~=) 29,6 cm. Genau diese Länge hatte das römische Fußmaß. Demnach unterhalten der megalithische bzw. Nippur-Fuß und der römische Fuß ein Verhältnis von genau 28 zu 30.


Ein Fuß (lat. pes ~ 29,6 cm) ist also vier Handbreit (lat. palmus ~ 7,4 cm) bzw. sechzehn Fingerbreit (lat. digitus ~ 1,85 cm). Das »Vier-Fuß-Maß« nannte man in der Spätantike auf Lateinisch ulna (Elle). Das »Maß von 1½ Fuß« ist die natürliche Elle (lat. cubitus). Das »Fünf-Fuß-Maß« ist der Doppelschritt (lat. passus). Das englische yard hat genau drei Fuß.


Im alten Griechenland zum Beispiel gab es neben dem hauptsächlich verwendeten, eigentlichen Fuß (griechisch pous) zu 16 Fingerbreit, auch eine sog. Pygme zu 18 Fingerbreit. Diese Pygme (Unterarm bis zum Handgelenk) wurde oft in Übersetzungen in Ermangelung eines geeigneten Wortes auch als »Fuß« bezeichnet. Dennoch kann festgehalten werden, dass über die gesamte Zivilisationgeschichte hinweg der Fuß stets 16 Fingerbreit beträgt. Wobei der »Finger« zu Recht als die eigentliche Grundeinheit angesehen werden kann.


Mittelalter und frühe Neuzeit

Erst im Mittelalter mit seiner Vorliebe für das Duodezimalsystem wurde dann der Fuß in zwölf Einheiten unterteilt. Dies ergab die Daumenbreite, das so genannte Zoll (lat. uncia, engl. inch, frz. pouce). Auch in anderen Kulturkreisen, z. B. in Japan oder China, sind Längenmaße in Größe des menschlichen Fußes bekannt.


Mit der Einführung des dezimalen Meters in Frankreich im Jahre 1800 brach man dann erstmals in der Menschheitsgeschichte mit der Verwendung aller, konkret auf den Menschen bezogenen Grundmaße. In bestimmten Bereichen, etwa der Landvermessung und Schifffahrt, wurden allerdings schon zuvor verschiedene geografische Meilen (z. B. 1 Äquatorgrad lang) und davon abgeleitete Größen verwendet. Der Meter wurde rein abstrakt als zehnmillionster Teil eines Meridianhalbbogens definiert. In der Folge verschwand das klassische menschliche Fußmaß im Geltungsbereich des Meters.


Zur Vereinfachung und besseren Akzeptanz der Umstellung auf den Meter wurde im 19. Jahrhundert vereinzelt versucht, das alte Fußmaß auf runde Werte des neuen Systems zu bringen. So gab es im Großherzogtum Hessen-Darmstadt einen Fuß von 25 cm, im Herzogtum Nassau gar von 50 cm (Schuhgröße 75!) und im von Napoleon gegründeten Großherzogtum Baden galt ein Fuß von genau 30 cm. Dabei wurde dann der Fuß meist durch zehn geteilt. Andere Autoritäten beschränkten sich darauf, ihren Fuß und andere Maßeinheiten in Abhängigkeit zum metrischen Systems zu definieren.


Deutschsprachiger Raum

Die verschiedenen alten deutschen Fußmaße sind durch den Norddeutschen Bund und die Übernahme seiner Gesetze bei der Gründung des Deutschen Reiches (1871) sowie den darauf folgenden deutschen Beitritt zur internationalen Meterkonvention (1875) ganz aufgegeben worden.


Regional entsprach dem Fuß der Schuh.


Beispiele des dt. Fußmaßes in einigen Ländern:


  • 28,325 cm in Sachsen
  • 29,641 cm in Oldenburg
  • 30,385 cm in Meiningen-Hildburghausen
  • 31,385 cm in Preußen
  • 31,608 cm in Österreich


Gegenwart

Das internationale Einheitenzeichen ist heute ft. für engl. foot bzw. feet, oft auch abgekürzt mit einem einfachen geraden Anführungszeichen: (ersatzweise: ').


Gemeint ist damit immer der internationale Fuß (»angelsächsischer Kompromissfuß«, 1959), der einem Drittel Yard oder zwölf internationalen Zoll à 2,54 cm entspricht, also exakt 30,48 cm misst:


1 ft. = 1' = 12 in. = 1/3 yd. = 30,48 cm = 0,3048 m

In der Wissenschaft gilt international das dezimale metrische Maßsystem und selbst in den USA wird in diesem Bereich der foot nicht mehr verwendet.


In vielen technischen Bereichen gibt es Fuß und insbesondere Zoll aus Kompatibilitätsgründen zum wichtigen nordamerikanischen Markt weiterhin. Da in den meisten Ländern die Verwendung des metrischen Systems gesetzlich vorgeschrieben ist, tauchen diese Einheiten meist nur in Gattungsbezeichnungen (z. B. »17″-Monitor«) auf. Oder die eigentlichen Fuß- bzw. Inchmaße werden metrisch umgerechnet und dann auch oft gerundet. Direkt ist Fuß am häufigsten in der Luftfahrt anzutreffen, denn dort wird die Flughöhe international einheitlich in Vielfachen von 100 ft. angegeben; nur wenige Staaten weichen davon ab, beispielsweise das Militär im ehemaligen Warschauer Pakt.


Siehe auch

Alte Maße und Gewichte, Geschichte von Maßen und Gewichten, Angloamerikanisches Maßsystem


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