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Funksystem der BOS in Österreich

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Ein richtiges BOS-Funknetz in Österreich gibt es derzeit nicht.


Derzeit arbeiten alle Blaulichtorganisationen mit verschiedenen Systemen.


Vom Innenministerium wurde im Herbst 2001 ein BOS System, das auf dem europäischen Tetrasystem arbeitet ausgeschrieben. Es sollte bis 2004 fertig sein. Der Projektname ist Adonis.


Am 12. April 2002 erhielt das Bieter-Konsortium Master-Talk den Zuschlag. Das Auftragsvolumen umfasst 1,2 Milliarden Euro. Es ist das größte Einzelprojekt, dass Österreich je ausgeschrieben hat.


Master-Talk ist ein Joint-Venture zwischen Siemens und den Wiener Verkehrsbetrieben. Ursprünglich war geplant alle Polizei- und Gendarmeriedienstellen einzubinden. Erst nach und nach sollten alle anderen Blaulichtorganisationen wie Feuerwehr, Rotes Kreuz, etc. eingebunden werden.


Um das gesamte System kostengünstiger zu machen, sollten auch Firmen an diesem Funksystem teilhaben. Der Behördenfunk soll aber trotzdem abhörsicher sein. Das angepeilte Ziel lag bei 120.000 Teilnehmern (bei etwa 40.000 privaten Teilnehmern).


Für die anderen Organisationen wurden immer wieder Kosten von 1.000 Euro /Jahr und Funkgerät kolportiert. Exakte Zahlen wurden nie veröffentlicht. Deshalb entschloss sich die Feuerwehr nur auf Führungsebene (also nur mit einer geringen Anzahl von Geräten) daran teilzunehmen, da die Kosten von den einzelnen Wehren sicher nicht aufgebracht werden könnten.


Gleichzeitig kam aber Master-Talk mit der Errichtung zeitlich sehr in Verzug.


Mitte 2003 wurde das Projekt gestoppt und der Vertrag aufgelöst. Seither sind Gerichte am Zug.


Bis April 2004 wurden fünf Bieter eingeladen. Angeboten wurden GSM-R, das das vorhandene Mobilfunknetz ausnützen würde, das wesentlich teurere TETRA-system und ein Tetraähnliches System von EADS. Der neue Projektname heißt nicht mehr Adonis sondern Digitalfunk BOS Austria.


Während das Rote Kreuz in Tirol und Niederösterreich dringend auf das neue System wartet, da deren System bereits in die Jahre gekommen ist und dringend erneuert werden muss, wird sich die Feuerwehr voraussichtlich nur in den Führungsebenen daran beteiligen, da ein Ersatz eines funktionierenden Systems mit rund 80.000 Funkgeräten nicht finanzierbar wäre.


Im Juni 2004 hat das Innenministerium überraschend den Auftrag an ein Konsortium aus Alcatel, Telekom Austria und Motorola vergeben. Ursprünglich war der Zuschlag erst für Herbst 2004 geplant. Die Kosten sollen weniger als die Hälfte des ursprünglichen Systems Adonis betragen. Allerdings soll das System nicht wie ursprünglich geplant 2005 sondern erst 2009 in Betrieb gehen.


Siehe auch: Portal Feuerwehr, Funkrufname


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