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Fujian

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Fújiàn (Chinesisch: 福建, auch Fukien oder Foukien) ist eine Provinz im Südwesten der Volksrepublik China. Der Name für diese Provinz wurde während der T'ang-Dynastie aus den Namen der beiden Städte Fuzhou und Jian'ou zusammengesetzt. Die ursprünglich zu Fujian gehörenden und unmittelbar vor der Küste liegenden Inseln Kinmen 金门 und Matsu werden heute von der Republik China (Taiwan) kontrolliert.



Inhaltsverzeichnis


1 Geographie

2 Demographie

3 Kultur

4 Wirtschaft

5 Geschichte

6 Administrative Gliederung

7 Tourismus


Geographie

Die Provinz liegt an der der Südostküste Chinas. Sie grenzt an die Provinzen Zhejiang im Norden, Jiangxi im Westen, Guangdong im Südwesten. Im Osten und Süden liegen das Ostchinesische Meer, das Südchinesische Meer und die Taiwanstraße.


Das Territorium ist bergig und waldig. Auf der Grenze zu Jiangxi liegt der Wuyi-Berg, der mit 2100 m ü.d.M. der höchste Punkt der Provinz ist. Der größte Fluss, Min-Fluss 闽江, gab der Provinz ihre Abkürzung Min 闽.


Außerdem gehören einige kleine Inseln in der Taiwanstraße zu Fujian, während weitere vom nur 180 km entfernten Taiwan kontrolliert werden.


Größere Städte sind Fuzhou, Xiamen (im Westen auch unter Amoy bekannt), Quanzhou, Zhangzhou, Nanping, Yongding und Longyan.


Demographie

Den größten Bevölkerungsanteil stellen die Han-Chinesen. Die größte ethnischen Minderheiten sind die She und Hakka.


Unter den Überseechinesen stellen Einwanderer aus Fujian einen sehr großen Anteil, ebenso in Taiwan. Die Bewohner dieser Provinz gelten als gerissen, tückisch und risikofreudig.


Kultur

Wegen ihrer Geschichte und bergigen Natur ist Fujian einer der linguistisch interessantesten Orte der Welt. Lokale Dialekte können innerhalb von 10 km unverständlich sein. Die Dialekte werden zu der Kategorie der Min-Dialekte gezählt, wozu auch Taiwanisch gehört. Die offizielle Sprache jedoch ist Putonghua (Mandarin-Chinesisch) und sie wird zur Kommunikation der Menschen von verschiedenen Orten verwendet. Früher wurde von Händlern in Fujian ein Pidgin-Englisch zu diesem Zweck gebraucht, das mittlerweile ausgestorben ist. Interessant ist, dass das deutsche Wort "Tee" aus dem Dialekt der Region um Xiamen kommt. Die meisten westlichen Länder, die den Tee ursprünglich auf dem Landweg bezogen, behielten die nordchinesische Aussprache "cha" 茶 bei. Dies trifft vor allem auf die Russen, die Inder und die Araber zu.


Wirtschaft

Die Stadt Xiamen ist eine Sonderwirtschaftszone der VR China. Wegen ihrer geographischen und kulturellen Nähe zu Taiwan fließen viele Investitionen aus Taiwan nach Fujian. Seit 1992 unterhält die Provinz eine Partnerschaft mit dem deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz.


Geschichte

Archäologische Funde zeigen, dass der Norden Fujians voretwa8000 Jahren in die Neusteinzeit eintrat, und dass voretwa3300 Jahren die Bronzezeit herrschte. Die Funde zeigen aber auch, dass die Ureinwohner der Provinz, die wahrscheinlich übers Meer aus Südostasien eingewandert waren, keine Landwirtschaft kannten und sich vom Fischfang ernährten. Diese Ureinwohner wurden während der Han-Dynastie in Richtung Norden verdrängt.


In jener Zeit wurde die Region von den Minyue-Königen beherrscht. Die königliche Familie Yue gründete das Reich im 3. Jh. v. Chr, als ihr Stammterritorium vom Königreich Chu eingenommen wurde. Unter der Qin-Dynastie wurde das Königreich zwar ins Qin-Gebiet eingegliedert, jedoch half König Wuzhu von Minyue, die Han-Dynastie zu errichten, indem er Han militärisch gegen Chu beistand. Im Gegenzug wurde Minyue erlaubt, Festungen zu errichten und ihr Territorium über jenes der heutigen Provinz hinaus zu vergrößern.


Nach dem Tod von König Wuzhu hielt das Königreich die militärische Tradition aufrecht und griff wiederholt die Nachbarn an. Im Jahre 111 n.Chr. entschied der Han-Kaiser, die potentielle Gefahr zu beseitigen und griff das Königreich zeitgleich zu Land und See an, womit Minyue ausgelöscht wurde.


Seit dem 4. Jahrhundert v.Chr. war Fujian immer wieder Ziel von Migrationsbewegungen, besonders wenn Dynastien durch Bürgerkriege untergingen. Trotzdem blieb die Region dünn besiedelt und rückständig, und sie diente auch lange als Strafkolonie für Gefangene und Dissidenten.


In den folgenden Jahrhunderten sah Fujian mehrere kleine Königreiche, die schnell wieder von ihren Nachbarn geschluckt wurden.


Unter der Herrschaft der T'ang-Dynastie sowie der Mongolen (Yuan-Dynastie) blühte die Küstenregion von Fujian auf. Quanzhou wurde damals zum größten Hafen der östlichen Welt und Zheng He nutzte diesen Hafen als Ausgangspunkt für seine Expeditionen während der frühen Ming-Dynastie. Gleichzeitig wanderten arabische Händler ein, deren Nachfahren noch heute in Fujian leben und Moscheen unterhalten. Der starke Aufschwung der Region führte zu einer Bevölkerungsexplosion und einer massiven Abwanderung. Fujianesen besiedelten in der Folge Taiwan, die Philippinen, Teile des heutigen Malaysia und Indonesiens. Die Entwicklung wurde jedoch durch das Verbot des Seehandels durch die Ming gestoppt. Auch nach der Abschaffung dieses Verbots erlangte Fujian seine frühere Bedeutung nicht mehr.


In der späten Ming-Dynastie und der frühen Qing-Dynastie gab es wieder große Einwanderungswellen, gleichzeitig aber auch Abwanderungswellen in Richtung Guangdong. Kaiser Kangxi verbot wieder den Seehandel, um die nach Taiwan geflohene Ming-Regierung von Koxinga zu schwächen. Im Jahr 1689 wurde Taiwan an Fujian angegliedert und viele Bewohner von Fujian emigrierten nach Taiwan. 1885 wurde Taiwan wieder eine eigene Provinz. Durch den Vertrag von Shimonoseki wurde Fujian stark von Japan beeinflusst, das dauerte bis zum Chinesisch-Japanischen Krieg beziehungsweise den Zweiten Weltkrieg.


Nach der Errichtung der Volksrepublik China im Jahr 1949 war Fujian eine der abgeschiedensten Provinzen, vor allem wegen der Abwesenheit von Eisenbahnverbindungen und dem schlecht ausgebauten Straßennetz. Erst zur Mitte der 1950er Jahre wurde die Stadt Xiamen ans nationale Eisenbahnnetz angeschlossen; in den 1960ern sollen in den Bergen Dörfer gefunden worden sein, deren Bewohner nicht wußten, dass die Qing-Dynastie gestürzt worden war. Trotzdem setzte sich die starke akademische Tradition, die seit der Südlichen Song-Dynastie geherrscht hat, auch im kommunistischen China fort. So stammen viele Mitglieder der Chinesischen Akademie der Wissenschaften aus Fujian.


Die ursprüngliche Rückständigkeit hat andererseits dazu geführt, dass Fujian weniger von abgeholzten Berghängen und den damit verbundenen Überschwemmungen und Erdrutschen geplagt ist.


Seit der Öffnung Chinas zum Rest der Welt hat reichlich eingeflossenes Kapital aus Taiwan dazu geführt, dass die Städte von Fujian zu den reichsten in China gehören. Dies führt zu einem starken Einwanderungsdruck aus den übervölkerten Gebieten in Zentral- und Nordchina. In vielen Städten müssen deshalb traditionelle Viertel und kulturelles Erbe billig hochgezogenen Hochhäusern weichen.


Administrative Gliederung

Die Provinz ist in neun Präfekturen gegliedert:


  • Fuzhou (福州)
    • mit Bezirk Lianjiang (von Taiwan kontrolliert)
  • Xiamen (厦门)
  • Zhangzhou (漳州)
  • Quanzhou (泉州)
    • mit Bezirk Kinmen (von Taiwan kontrolliert)
  • Sanming (三明)
  • Putian (莆田 pu2)
  • Nanping (南平)
  • Longyan (龙岩)
  • Ningde (宁德)


Die Präfekturen sind in 14 Bezirksstädte, 27 Distrikte und 45 Bezirke eingeteilt. Die Bezirksstädte werden für die Provinz von den regionalen Stadtverwaltungen kontrolliert.


Tourismus

Die Provinz Fujian wird von Ausländern relativ wenig besucht. Spezielle Attraktionen sind in der Tat dünn gesäht.


  • Xiamen (früher: Amoy), dessen Altstadt aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts gut erhalten ist mit der vorgelagerten Insel Gulangyu.
  • Das Wuyi-Gebirge, mit schönen Bergwäldern und dem Fluss der neun Windungen gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Bekannt ist die Gegend auch durch den Wulong-Tee.
  • Die Siedlungen der Hakka-Minderheit mit ihren Rundbauten im Grenzgebiet zu Guangdong.
  • Die Stadt Quanzhou mit dem Tempel des Neuen Zeitalters (Kaiyuan Si) und der Moschee der Ruhe und Klarheit (Qingning Si).


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