Der Begriff Flaschenzug entstand etwa im 18. Jahrhundert. Flaschen wurden die backenartigen Halterungen (Wangen) beidseitig der Rollen genannt. Heute nennt man sie "Scheren". Auch die Rollen eines Flaschenzuges wurden früher Flaschen genannt.
In Österreich wird vielfach auch ein Kettenzug als Flaschenzug bezeichnet, in der Seemannssprache spricht man von Talje.
Bei Webmaschinen, speziell bei Bandwebmaschinen, werden die Spannrollen, die die Kettfäden immer gespannt halten, als Flaschen bezeichnet.
Bereits in der Antike ist die Kraftminderung der Hebelgesetze bekannt. In Ägypten wurde mit der Rollenumlenkung das Aufrichten der tonnenschweren Steinblöcke bewerkstelligt. Im alten Rom, unter der regen Bautätigkeit der Cäsaren, war der Baukran unverzichtbar zur Errichtung der Arenen. Mit verschiedenen Umlenkrollen versehen, konnte von der Bedienungsmanschaft bis zu 5 Tonnen schwere Steinblöcke emporgehoben werden.
Aufbau
Üblicherweise besteht ein Flaschenzug aus zwei Sätzen von miteinander verbundenen Rollen. Das Zugseil wird so eingefädelt, dass es abwechselnd um eine Rolle jedes Satzes läuft. Dabei wird durch die Anordnung oder die unterschiedliche Größe der Rollen sichergestellt, dass sich die Seilstücke nicht aneinander reiben. Ein Satz wird (meist schwenkbar) an einem tragenden Gebäudeteil festgemacht, der andere Satz, an dem sich ein Haken für die Last befindet, hängt am Seil.
Auch für den waagerechten Einsatz kommen Flaschenzüge in Verbindung mit einer Seilwinde zur Anwendung.
Wirkung
Die kraftreduzierende Wirkung des Flaschenzuges beruht auf den Hebelgesetzen. Durch die Anordnung mehrerer paralleler Schnurstücke fällt die Hubhöhe der Last geringer aus als die Länge des gezogenen Seiles. Die aufzuwendende Kraft ist dabei umgekehrt proportional zur um 1 vermehrten Anzahl der beweglichen Rollen. Hat der Flaschenzug also eine bewegliche Rolle, so halbiert sich der erforderliche Kraftaufwand: 1 ÷ (1 + 1) = 1/2. Bei drei beweglichen Rollen ist nur noch ein Viertel des Kraftaufwandes nötig, dafür muss man viermal so lange ziehen.
Theoretisch könnte man den Kraftaufwand soweit reduzieren, dass eine Ameise einen Elefanten mittels Flaschenzug hochheben könnte. Dem stehen aber viele Hindernisse entgegen:
1. Der Platzbedarf für den Flaschenzug sprengt jedes vernünftige Maß.
2. Die Wegstrecke wird so lang, dass sie in der Lebenszeit einer Ameise nicht mehr überwunden werden kann.
3. Das Eigengewicht der Rollen und des Seils muss mit hochgehoben werden, d.h. es muss zusätzliche Potentielle Energie aufgebracht werden.
4. Da die Rollen nie ganz reibungsfrei sind, wird ein Teil der Arbeit in Reibungswärme umgesetzt. Bei einer bestimmten Rollenzahl zehrt diese die ganze aufgewendete Energie auf, woraufhin die Ameise nicht mehr vorwärts kommt.
In Baden bis in die Oberpfalz nannte man die Klempner früher Flaschner oder Laternenmacher. Man bezeichnete das Handwerk nach seinen Haupterzeugnissen. Flaschner stellten vor allem Feld- und Pulverflaschen her. Und Haushaltswaren aus Blech.
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