Der Ort wurde 1262 zum ersten Mal erwähnt. Seit 1903 ist Filisur Unterwegsbahnhof der Albulabahn (RhB) und seit 1909 zweigt hier ausserdem die tunnelreiche Strecke nach Davos ab.
Nicht unweit von Filisur überquert die Albulabahn den berühmten Landwasserviadukt, der den gleichnamigen Bach überspannt.
Die Politische Gemeinde Filisur findet man im Kanton Graubünden, in mitten der Berge und den Kurorten Davos, St. Moritz und Lenzerheide. Mit den Gemeinden Bergün und Wiesen bildet sie den Kreis Bergün. Das Dorf (1084 m.ü.M) befindet sich auf der rechten Talseite oberhalb der Albula. Dazu gehört auch noch der Weiler Jenisberg (1504 m.ü.M) am linken Abhang des Landwassertals.
Um das Jahr 1800 zählte man in Filisur 164 Einwohner. Die Einwohnerzahl entwickelte sich mit den Jahren langsam, um 1850 waren es bereits 280. Dies blieb bis zum Bahnbau um die Jahrhundertwende ziemlich konstant. Der Bau der Albulalinie brachte dann Arbeiter ins Dorf und es wurden zwischenzeitlich bis zu 644 Bewohner gezählt. Nach dem grossen Bau pendelte sich dann die Zahl bei 333 ein. Nach den Weltkriegen und der Modernisierung entwickelte sich auch das Dorf langsam und 1990 zählte man in Filisur bereits 413 Einwohner. Beim Jahrtausendwechsel wurden 490 Einwohner gezählt.
In Filisur gab es bereits erste Siedlungen zur Bronzezeit. Dies belegen bronzezeitliche Fragmente die gefunden wurden. Doch der Name Filisur wird erstmals im Jahre 1262 als villa Fallisour erwähnt. Die Burg Greifenstein oberhalb Filisur war Sitz des Vogtes mit einem Grosshof und Meierhöfen im Dorfbereich.
Über die Herren Wildenberger, Werdenberger und Matscher gelangte die Herrschaft Greifenstein 1394 an das Bistum Chur, das die Burg zum Verwaltungszentrum der Region machte. Das obere Albulatal wurde dann im Hochmittlealter von den Rätoromanen besiedelt. Das Maiensäsgebiet von Jenisberg wurde im 15. Jahrhundert von deutschsprachigen Walsern besiedelt. Kirchlich gehörte Filisur bis im Jahre 1496 zu Bergün. Die Kirche St. Jodocus und Florinus war 1495 fertiggestellt und von da an hatte man auch eine Kirche im Dorf. 1537 kaufte sich die Gemeinde von den bischhöflichen Herrschaftsrechten frei. Um das Jahr 1590 trat die Gemeinde zum reformierten Glauben über. Die Nachbarschaft Filisur besass ein eigenes Zivilgericht in der Gemeinde Bergün bis 1851.
Da die Gegend waldreich war, wurde bis 1848 Erzabbau und -verhüttung betrieben. Das Zentrum dieser Eppoche war die Schmelze Bellaluna. Langezeit lebte man im Dorf von Viehwirtschaft und Ackerbau. Als von 1855-58 der Ausbau der Albulastrasse erfolgte, konnte man als weiter Verdienstmöglichkeit auch vom Durchgangsverkehr profitieren. Durch den Bau der Rätischen Bahn (1898-1903) ins Engadin und nach Davos wurde Filisur zu einem Verkehrsknotenpunkt, das Olten Graubündens. Bekannt wurde auch das Landwasserviadukt nördlich des Dorfes. Das 65 Meter hohe Viadukt mündet mit einem Radius von 100 Metern direkt in einen Tunnel. Filisur wurde bis Ende des 19. Jahrhunderts weitgehend germanisiert. Und als 1914 Deutsch als Hauptsprache wird, löst es das Romanisch endgültig ab. Von nationalen Bedeutung wurde das Dorfbild mit seien Engadinerhäusern.
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