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Feuerstein

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Dieser Artikel beschäftigt sich nicht mit dem Entertainer Herbert Feuerstein und nicht mit der Zeichentrickserie Familie Feuerstein.


Inhaltsverzeichnis


1 Einleitung

2 Verbreitung in Europa

3 Physikalische Eigenschaften

4 Nutzung als Rohstoff

5 Urgeschichtliche Bearbeitungstechniken

  5.1 Schlagtechniken

    5.1.1 Direkt harte Technik

    5.1.2 Picktechnik

    5.1.3 Direkt weiche Technik

    5.1.4 Drucktechnik

    5.1.5 Punchtechnik

  5.2 Andere Bearbeitungstechniken

    5.2.1 Schleiftechnik

    5.2.2 Bohrtechnik

    5.2.3 Feuer schlagen

6 Literatur


Einleitung

Feuerstein, auch Flint oder Silex genannt, ist ein Kieselgestein des Jura und der oberen Kreide das aus einer kryptokristallinen Form von Siliciumdioxid besteht. Der Feuerstein hat meist eine knollenartige oder bankige Form. Der Begriff Hornstein taucht häufig in Verbindung mit Feuerstein auf. Unter Hornstein, der dem Feuerstein chemisch weitgehend gleicht, versteht man organisch und anorganisch entstandens Gestein aus Kieselsäure (Achat, Chalcedon, Jaspis, Opal, Quarz). Gebildet hat sich der Feuerstein vor allem durch Auflösungs- und Wiederausscheidungsprozesse von Kieselsäure aus den Schalen und Skeletten von Kieselschwämmen und aus Diatomeen (Kieselalgen).


Verbreitung in Europa

Feuersteinvorkommen finden sich in zahlreichen jura- und kreidezeitlichen Ablagerungen in ganz Europa. In Deutschland sind verschiedene Lagerstätten bekannt, die in der Steinzeit zur Rohstoffgewinnung ausgebeutet wurden (Aachen-Lousberg, Kleinkems, Schernfeld, Osterberg bei Pfünz, Baiersdorf, Arnhofen-Abensberg, Lengfeld).


Physikalische Eigenschaften

Den Feuerstein zeichnet vor allem seine amorphe Struktur und die gleichförmige Reaktion auf großen Druck oder einen Schlag nach allen Seiten hin aus. Wenn ein großer Druck schlagartig oder ansteigend auf einen Punkt des Feuersteins ausgeübt wird, wird die kinetische Energie vom Gestein aufgenommen und breitet sich konzentrisch kegelförmig vom Schlagpunkt ausgehend im Gestein aus. Bei ausreichend hoher Schlagenergie wird das Gestein durch die sich ausbreitenden Schlagwellen gepalten. Die hierbei entstehende Bruchfront hat meist eine muschelige Form; man spricht von muscheligem Bruch. Im Bereich einer Bruchstelle weist der Feuerstein u.a. Schlagwellen, die Wallnerlinien, als charakteristische Merkmale auf. Diese Merkmale entstehen vor allem bei intentionell abgespaltenen Teilen des Steins, die als Abschläge bezeichnet werden.


Nutzung als Rohstoff

Heute spielt der Feuerstein als Rohstoff keine große Rolle. Lediglich im Straßenbau wird er in zermahlener Form dem Asphalt zugemischt um die reflektierenden Eigenschaften von Straßenbelägen zu verbessern.


Aufgrund der großen Härte und in einem hohen Maße berechnbaren Spatbarkeit war der Feuerstein in der Steinzeit ein wichtiges Rohmaterial zur Herstellung von Werkzeugen und Waffen bzw. Teilen davon.


Urgeschichtliche Bearbeitungstechniken

[Bild extern:] Steinzeitliche Axt aus Flint; Länge 31cm


Während der Steinzeit wurden zahlreiche Techniken entwickelt und ständig optimiert um aus Feuerstein und anderen Gesteinen Geräte oder Waffen herzustellen. Dieses Handwerk erreichte im späten Neolithikum vielerorts (beispielsweise in Dänemark) einen besonders hohen Grad an Perfektion.


Schlagtechniken

Im Folgenden sollen einige der wesentlichen steinzeitlichen Techniken zur Bearbeitung von Feuerstein kurz erläutert werden. Vorgestellt werden hier nur die grundlegenden Techniken. Spezielle Methoden oder geographisch und chronologisch begrenzte Techniken werden an dieser Stelle nicht erklärt.


Direkt harte Technik

Mit einem geeigneten Schlagstein (zum Beispiel Quarzitgeröll) wird der Feuerstein direkt bearbeitet. Bei der dieser Technik entstehen meist relativ große Abschläge.


Picktechnik

Die Picktechnik ist eine Variante der direkten harten Technik. Der Schlagstein ist hier aus sehr hartem Gestein (beispielsweise auch ein Feuerstein) und wird mit einer hohen Schlagfrequenz auf die Oberfläche des Werkstücks geschlagen. Hier wird der Stein durch das flächige entfernen einer großen Menge kleinster Partikel geformt. Diese Schlagspuren sind deutlich zu erkennen.


Direkt weiche Technik

Auch hier wird das Werkstück mit direkten Schlägen bearbeitet. Allerdings wird als Schlaggerät ein weicheres Material (zum Beispiel Geweihschlägel) verwendet. Mit dieser Technik abgetrennte Abschläge sind meist dünn und leicht gewölbt.


Drucktechnik

Bei der Drucktechnik wird der Druck nicht schlagartig auf den Feuerstein ausgeübt, sondern langsam zunehmend bis ein Abschlag abgetrennt wird. Hierzu können beispielsweise Druckstäbe aus Holz mit Geweihspitze verwendet werden. Mit einer Drucktechnik, bei der das Gewicht des Oberkörpers genutzt wird, können lange, schmale Klingen erzeugt werden. Andere Drucktechniken eignen sich um eine gleichmäßige Oberfläche (beispielsweise bei Dolchen) zu gestalten.


Punchtechnik

Bei der Punchtechnik kommt ein Zwischenstück aus Geweih zum Einsatz auf das mit einem ebenfalls aus Geweih bestehenden Schlägel geschlagen wird. Diese Technik ermöglicht eine hohe Energieeinwirkung auf einen bestimmten Punkt. Auf diese Weise können sehr präzise Abschläge hergestellt werden.


Andere Bearbeitungstechniken

Neben den Schlagtechniken wurden noch weitere Techniken eingesetzt um den Feuersteingeräten die gewünschte Form zu geben oder die Oberfläche zu optimieren und Schäftungsvorrichtungen zu erstellen.


Schleiftechnik

Bei dieser Technik wird der Feuerstein auf einem harten, körnigen Gestein glattgeschliffen. Mit dieser, sehr häufig im Neolithikum angewandten Methode, wurden zum Beispiel Feuersteinbeile hergestellt, die durch die scharfe, geschliffene Klinge sehr effizient und robuster als ungeschliffene Geräte waren.


Bohrtechnik

Die sog. echte Bohrtechnik wurde eingesetzt um Feuersteine oder anderes Gestein zu durchlochen. Man unterscheidet zwischen Vollbohrung und Hohlbohrung. Die Bohrer waren meistens aus Hartholz.


Feuer schlagen

Entgegen mancher Vermutung kann man durch Aneinanderschlagen von Feuersteinen keine Funken zum Feueranzünden erzeugen. Hierzu braucht man Pyrit, das man gegeneinander schlägt. Noch besser geht es mit Pyrit und Feuerstein, daher der Name, aber die Funken stammen aus dem Pyrit (von griechisch πυροσ pyros = Feuer).


Literatur

  • Rind, M.M. (Hrsg): Feuerstein: Rohstoff der Steinzeit ; Bergbau und Bearbeitungstechnik, Museumsheft/Archäologisches Museum der Stadt Kelheim; 3, Leidorf, 1987. ISBN_3-924734-60-7


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