Feuer meint eine kontrolliert stattfindende Verbrennung. Eine unkontrollierte Verbrennung wird als Brand bezeichnet, eine Verbrennung ohne Flammenbildung wird als Glut (Verbrennung) bezeichnet.
Die Kontrolle des Feuers war ein wichtiger Schritt in der Entstehung menschlicherKulturen und Zivilisationen. Sein Gebrauch durch den Menschen ist für eine Zeit bis etwa vor 300.000 Jahren nachgewiesen, vermutlich aber schon vor 790.000 verwendet worden, wie 2004 veröffentlichte Funde in Gesher Benot Ya'aqov belegen könnten. Nachdem jahrhundertelang nur die einfache offene Feuerstelle als Heizung und für Speisezubereitung diente, setzte sich im 19. Jahrhundert sowohl der Ofen als Heizung, wie auch der Herd als Kochstelle langsam durch.
Entfachen eines Feuers
Heutzutage werden Feuer meist mit dem Feuerzeug oder mit Streichhölzern angezündet. Gegebenenfalls wird ein Fidibus genommen, um unzugängliche Stellen zu entzünden.
Bei den Naturvölkern wurde Feuer
durch Schlagen von Stein oder Eisen gemacht: Feuerstahl, Schlagfeuerzeug
durch Reiben oder Bohren gemacht: Feuerbohrer, Bogenbohrer
durch Zusammenpressen von Luft gemacht: Feuerpumpe (Hinterindien)
Feuer, Wirkungsgrad
Ein Feuer, drei Steine und ein Topf ohne Deckel ist eine Energieverschwendung, gerade in armen Ländern, die kaum Brennmaterial haben.
Wieviel Holz benötigt man, um eine Tasse Suppe zu kochen?
Eine Tasse Suppe (200 ml): m = 0,2 kg
Spezifische Wärme von Wasser: C = 4 kJ/kg
Temperaturunterschied zur Raumtemperatur: T = 100°C − 20 °C = 80 K
Gesuchte Holzmasse, die die Wärmemenge q liefert: M
q = C · m · T = 4 · 0,2 · 80 kJ = 70 kJ
M = q / H = 0,07/10 kg = 7 g (sieben Gramm!)
Theoretisch genügt ein(!) fingerdicker Stock von 10 cm Länge, um 200 ml Suppe auf 100°C zu erwärmen.
Wo bleibt die Energie in der Praxis? Ein Teil der Energie geht verloren, wenn Wasserdampf nicht am Topfdeckel kondensieren und die Verdampfungswärme zurückgeben darf. Fast alle Energie erwärmt die Umgebungsluft, nur ein geringer Teil den Topf. Abhilfe sind ein Deckel auf dem Suppentopf und ein einfacher Kanonenofen (behelfsweise eine Blechtonne oder Konservendose) zur Reduktion der Konvektionsverluste.
Nutz- und Schadenfeuer
Man unterscheidet grundsätzlich Nutz- und Schadenfeuer.
Das Nutzfeuer ist ein beabsichtiges und kontrollierbares Feuer. Es ist zum Erwärmen oder Verbrennen von Gegenständen oder anderem gedacht. Hierzu zählt z.B. das Kaminfeuer oder das Grillfeuer.
Das Schadenfeuer ist ein unbeabsichtliches und zerstörerisches Feuer. Es verbrennt ungewollt Gegenstände und ist meistens nicht kontrollierbar. Für dieses Feuer ist die Feuerwehr gedacht.
Nicht selten kommt es vor, dass ein Nutzfeuer zum Schadenfeuer umschlägt.
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