Als Lieblingsenkel von Ferdinand II. von Aragon wurde er nach dem Tode seines Vater 1506 am spanischen Hof erzogen. Dieser wollte ihm den spanischen Thron vererben, hatte es allerdings verabsäumt, in seinem Testament Regelungen für seinen Enkel zu treffen. Daher konnte der ehrgeizige Bruder Karl nach seiner Ankunft in Spanien1517 seine Ansprüche sofort durchsetzen und schickte Ferdinand in die Niederlande. 1518 verließ Ferdinand Spanien für immer.
Sein anderer Großvater, Kaiser Maximilian, schloss mit König Wladislaw II. von Ungarn und Böhmen einen Vertrag, demzufolge Ferdinand 1521 mit dessen Tochter Anna verheiratet wurde.
Nach dem Tode Maximilians gelang es Ferdinand, gegen den Willen seines Bruders Karl, des neuen Kaisers, im Wormser Teilungsvertrag am 21. April1521 die "niederösterreichischen Länder" (das Erzherzogtum Österreich, Steiermark, Kärnten, Krain und Tirol) zu erhalten.
Da er die Landessprache nicht beherrschte und die Rechte der Städte einzuschränken gedachte, hatte er mit zahlreichen Schwierigkeiten zu kämpfen.
Da insbesondere die Wiener Bürger ihm Widerstand entgegensetzten, ließ er die Anführer nach Wiener Neustadt vorladen, wo 8 von ihnen hingerichtet wurden. Diese Episode ging als das Wiener Neustädter Blutgericht in die Geschichte ein.
1526 fiel König Ludwig II. von Ungarn von Böhmen und Ungarn in der Schlacht von Mohács. Ferdinands Anspruch auf die böhmische Krone wurde durch Wahl der Stände bestätigt; er wurde dort am 24. Februar1527 gekrönt. Auch die mit der böhmischen Krone verbundenen Länder Mähren, Schlesien und die beiden Lausitzen kamen unter seine Regierung. In Ungarn dagegen sprach sich nur eine Minderheit für ihn aus und gegen ihn wurde der Fürst von Siebenbürgen, Johann Zápolya, als Gegenkönig gekrönt. Dieser stellte sich unter türkischen Schutz und wurde 1529 nach der Eroberung von Budapest dort vom siegreichen Sultan Süleyman als Vasallenkönig eingesetzt. Suleiman bedrängte auch Wien, wurde aber am 14. Oktober1529 zum Rückzug genötigt (siehe auchTürkenkriege). Im Vertrag von Großwardein1538 erkannte Ferdinand II. hierauf Johann Zápolya für die von diesem beherrschten Gebiete als König von Ungarn an. Das durch Ferdinand beherrschte Gebiet wurde als Teil der habsburgischen Lande festgeschrieben. Nach Johann Zápolyas Tod 1540 erhob seine Witwe Isabella, unterstützt von der Pforte, für ihren unmündigen Sohn Johann Siegmund Ansprüche auf das ganze väterliche Erbe, und Ferdinand konnte bis zum Friedensschluß mit den Türken 1562 nicht zum ungestörten Besitz Ungarns gelangen.
1530 wurde er mit dem Herzogtum Württemberg belehnt, das der Schwäbische Bund 1519 dem Herzog Ulrich entrissen und an Österreich verkauft hatte. Als dann 1534 Ulrich sein Land wiedereroberte, kam zwischen ihm und Ferdinand der Vertrag von Kadan zu stande, wonach Ferdinand Württemberg als Reichslehen behielt, Ulrich es als österreichisches, also als Afterlehen, erhielt.
Die Teilnahme Ulrichs am Schmalkaldischen Krieg gab Ferdinand Gelegenheit, dieses Afterlehen wieder zurückzuziehen. Der darüber entstehende Streit wurde erst 1552 unter Herzog Christoph zu dessen gunsten beigelegt.
Am 5. Januar1531 schließlich wurde er von den deutschen Kurfürsten zum deutschen König gewählt und von Erzbischof Hermann V. von Wied in Aachen gesalbt. Er leitete seitdem als Stellvertreter seines Bruders die meisten Reichstage.
In Böhmen erhoben sich gegen Ferdinand die zahlreichen Anhänger der Reformation; doch wurden diese nach der Schlacht bei Mühlberg (1547) unterdrückt, worauf Ferdinand blutige Rache nahm.
Da sein Sohn Maximilian im Gegensatz zum katholischen Ferdinand Sympathien für den Protestantismus zeigte, verheiratet sein Vater ihn mit seiner Nichte Maria, der Tochter Karl V. Das Misstrauen ging so weit, dass zur Ferdinandeischen Hausordnung kam, der Teilung der österreichischen Erblande.
Karl V. dankte 1556 ab. Dies war bisher noch nie geschen und nach langen Beratungen proklamierten die Kurfürsten Ferdinand zum Kaiser. Er wurde trotz der Proteste von Papst Paul IV. am 24. März1558 in Aachen gekrönt.
Ferdinand war persönlich ein eifriger Katholik, jedoch hatte er früh schon die Unmöglichkeit erkannt, den Protestantismus zu unterdrücken, und aus politischen Rücksichten sich für eine faktische Duldung der Protestanten erklärt. Als Stellvertreter Karls V. wie als Kaiser verfolgte er daher eine Politik der Kompromisse, Ausgleiche und gegenseitiger Duldung. Auch auf eine Einschränkung des päpstlichen Absolutismus und auf einige Reformen in der katholischen Kirche richtete sich sein Bemühen.
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