Die Fellfarben der Pferde, wie wir sie heute kennen, sind in erster Linie Resultat des züchterischen Eingriffs durch den Menschen.
In der Natur waren Pferde als Fluchttiere darauf angewiesen, sowohl aus ihrer Umgebung als auch aus der Herde nicht zu sehr herauszustechen. Das Pferd hatte daher eine eher unauffällige Braun-, Grau- oder Falbfärbung, die oftmals auch nicht gleichmäßig über den gesamten Körper war. Um jeder Umgebung gerecht werden zu können, bildete das Pferd trotzdem bereits das Potential zu den heute vorhandenen klaren Farben heraus, die durch die Zucht dann zutage traten.
Heute gibt es eine ganze Reihe an Farben, die teilweise in fast allen Rassen, teilweise nur in sehr wenigen Rassen anzutreffen sind. Im allgemeinen unterscheidet man die Farben des Pferdes anhand von Langhaar und Kurzhaar.
Grundsätzlich hat die Fellfarbe eines Pferdes keinen Einfluss auf seinen Charakter auf seine Leistungsfähigkeit. Früher glaubte man, bestimmte Fellfarben hätten bestimmte Charaktereigenschaften zur Folge - z.B. sei ein Fuchs sehr launenhaft und aggressiv. Lediglich ein Albino ist durch seine empfindlichen Augen und seine rosa Haut eher schutzlos der Sonneneinstrahlung (Sonnenbrand) und diversen Hautkrankheiten sowie Allergien ausgesetzt.
Manche Pferde weisen noch die primitiven Abzeichen (Pferd) ihrer Vorfahren auf. Dies können Zebrastreifen, der Dorsalstrich bzw. Aalstrich (ein dunkler Streifen, der den Rücken entlang verläuft - vorwiegend bei Falben zu finden) oder gar ein Streifen quer über den Widerrist (selten bei Ponies zu beobachten) sein.
Die Fellfarbe, die ein Fohlen bei seiner Geburt hat, muss nicht zwangsläufig so bleiben. In den meisten Fällen wird das Endergebnis dunkler. Nur wenn das so genannte Champagne-Gen vorhanden ist, wird das Fohlen heller - solche Fohlen werden meistens mit blauen Augen geboren.
Der Rappe hat sowohl schwarzes Langhaar, als auch schwarzes Fell. Hufe und Augen sind dunkel. Im Winter kann das Kurzhaar stellenweise dunkelbraun sein. Aus der Kreuzung zweier Rappen entsteht immer ein Rappe oder ein Fuchs.
Der Braune hat schwarzes Langhaar und braunes Fell. Hufe und Augen sind dunkel. Die Variationsbreite reicht dabei vom Schwarzbraunen, der fast schwarzes Fell hat bis zum Hellbraunen, der ein schon fast gelbliches Fell haben kann. Meist sind beim Braunen die Beine schwarz gefärbt. Aus der Kreuzung zweier Brauner entsteht immer ein Rappe, ein Fuchs oder ein Brauner.
Falbe
Der Falbe ist die Pferdefarbe die häufig bei Primitivrassen vorkommt. Das Fell ist gelblich-grau bis hellbraun und an den Beinen dunkler, das Langhaar ist schwarz oder dunkelbraun. Alle primitiven Pferde (Przewalski-Pferd, Tarpan, Konik und auch die meisten Esel) sind falbfarben. Abzeichen am Kopf sind selten, dafür weisen die Falben andere Kennzeichnungen auf, die bei allen primitiven Equiden vorkommt; die Beine weisen oft Streifen (Zebrierung) auf und über den Rücken erstreckt sich ein dunkler Strich an der Wirbelsäule entlang den man Aalstrich nennt. Der Mausgraue zählt auch zu den Falben. Sein Fell ist mausgrau und oft ist auch der Kopf dunkel gefärbt. Aus der Kreuzung zweier Falben entsteht immer ein Falbe, ein Fuchs, ein Rappe oder ein Brauner.
Fuchs
Der Fuchs hat braunes oder rotes Fell und braunes oder helleres Langhaar. Hufe und Augen sind normalerweise dunkel. Man unterscheidet 5 Varietäten:
1. Kohlfuchs: dunkelbraunes Fell und Langhaar
2. Schweißfuchs: dunkelbraunes Fell mit hellem Langhaar
3. Dunkelfuchs: kupferrotes Fell und Langhaar
4. Fuchs: kräftiger Rotton
5. Hellfuchs: fahler Rotton
Aus der Kreuzung zweier Füchse entsteht immer ein Fuchs.
Isabell
Das Kurzhaar ist gelb bis goldgelb während das Langhaar silbern bis weiß ist. Synonym wird oft auch die Bezeichnung Palomino verwendet. Man unterscheidet drei Varietäten:
1. Isabell: stumpferes eher gelblich gefärbtes Kurzhaar
2. Goldisabell: goldglänzendes Kurzhaar
3. Weißisabell (spanisch Cremello): sehr helles, fast weißes Kurzhaar
Der Weißisabell wird im Gegensatz zum Schimmel weiß geboren, ändert also sein Leben lang seine Farbe nicht. Die Isabellfarbe ist Rassestandard für den Palomino, aber auch andere Pferderassen wie z.B. das Kinsky-Pferd oder American Quarter Horses können diese Farbe aufweisen. Der Haflinger, der bei heller Tönung eigentlich Isabellfarben ist, wird dagegen definitonsgemäß als Fuchs bezeichnet.
Aus der Kreuzung zweier Isabellen entsteht immer ein Isabell oder ein Fuchs.
Albinos sind Pferde mit erblich bedingtem Mangel - oder völligem Fehlen - von Pigmenten. Albinos sind daher vollständig oder nahezu vollständig farblos. Das bedeutet auch die Hufe sind hell und die Augen rötlich. An den Augen kann man ihn immer vom Weißisabellen unterscheiden, der blaue Augen hat. Die Albinofärbung ist rezessiv, dass heißt ein Albino wird mit einem Pferd das keine Albino_Gene besitzt keinen Albino zeugen.
Schecke
Schecken haben große, über den ganzen Körper verteilte, albinitische Flecken. Je nach Grundfarbe werden sie als Fuchsschecke, Braunschecke oder Rappschecke bezeichnet. Bei eher kleinerer und unregelmäßiger Scheckung spricht man von Tigerschecken, ist die Tigerscheckung nur auf Lende und Kruppe beschränkt spricht man auch von Schabrackentigern. Die Scheckfarbe ist dominant gegenüber der Einfarbigkeit, sie wird nach den Mendelschen Gesetzendominant-rezessiv vererbt (siehe auch Abbildungen unter "Schimmel").
Stichelhaar
Als Stichelhaar bezeichnet man eine in etwa ausgewogene Weiß- und Farbfärbung. Das heißt, das Pferd hat über den ganzen Körper gleichmässig verteilt weißes Haar zwischen seinem normalfarbenen Haar, ohne dass die weißen Haare zusammenhängende Flecken bilden würden.
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