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Farbe

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Sinneseindruck Farbe. Für weitere Bedeutungen des Begriffes Farbe, siehe auch Farbe (Begriffsklärung).


Farbe ist nach DIN 5033 diejenige Gesichtsempfindung eines dem Auge des Menschen strukturlos erscheinenden Teiles des Gesichtsfeldes, durch die sich dieser Teil bei einäugiger Beobachtung mit unbewegtem Auge von einem gleichzeitig gesehenen, ebenfalls strukturlosen angrenzenden Bezirk allein unterscheiden kann.


Der Sinneseindruck Farbe entsteht beim Menschen, wenn Licht einer bestimmten Wellenlänge oder eines Wellenlängengemisches auf die Netzhaut des Auges fällt. Farbe ist also eine Sinnesempfindung und keine physikalische Eigenschaft eines Körpers.


Ausgelöst wird diese Sinnesempfindung durch elektromagnetische Wellen, die von selbstleuchtenden oder beleuchteten nichtselbstleuchtenden Körpern aus ins Auge gelangt und hier von speziellen Sinneszellen in eine Nervenerregung umgewandelt wird, die ihrerseits zum Gehirn geleitet wird und dann auf bisher nicht genau geklärte Weise als Farbe ins Bewusstsein des Menschen tritt.


Die Physik beschäftigt sich mit der Strahlung, die nichts über die Farbe aussagt, erst durch die sinnesphysiologische Verarbeitung entsteht der Eindruck einer Farbe. Farbe setzt funktionsfähige Sinneszellen in einem lebenden Organismus voraus. Ohne diese biologischen Voraussetzungen existiert der Begriff der Farbe nicht.


Inhaltsverzeichnis


1 Farbeindruck des Menschen

2 Psychologische Wirkung

3 Farbwahrnehmung von Tieren

4 Geschichte der Farbenlehre

5 Farbmodelle

6 Spektralfarben und Mischfarben

7 Bunte und unbunte Farben

8 Verwandte Themen

9 Literatur

10 Weblinks


Farbeindruck des Menschen

Die optische Wahrnehmung des Menschen erfolgt durch bestimmte Rezeptoren, die sich auf der Netzhaut befinden. Von diesen Sinneszellen gibt es zwei Grundtypen: die so genannten Stäbchen unterscheiden nur Schwarz/Weiß-Kontraste, die so genannten Zapfen - nicht Zäpfchen! - dienen der Farbwahrnehmung.

(Zum Merken: Stäbchen - Schwarz/weiß; Zapfen - Farben)

Die Zapfen sind in drei Ausprägungen vorhanden, die jeweils ihr Empfindlichkeitsmaximum in den Spektralbereichen haben die uns als die Grundfarben "Rot", "Grün" und "Blau" vorkommen.


Der rotempfindliche Zapfen hat dabei eine Nebenempfindlichkeit im violetten Spektralbereich.


Jede Kombination von Anregungen der drei Zapfenarten durch auf die Netzhaut treffende Strahlung bewirkt einen spezifischen Farbeindruck.


Für eine detaillierte Darstellung dieses Vorganges siehe den Artikel zur Farbwahrnehmung.


Menschen, die nur zwei Arten von Zapfen haben, sind rot-grün-blind oder (seltener) grün-blau-blind. Wenn Menschen nur eine Art von Zapfen haben, oder gar keine Zapfen (d.h. sie sehen nur mit den Stäbchen), sind sie farbenblind. Siehe auch Farbwahrnehmung.


Eine verbreitete Einteilung trennt die Helligkeit als Stärke des Farbeindruckes von der Sättigung als "Reinheit einer Farbe" und dem eigentlichen Farbton, der über die eigentliche Charakteristik der Farbe entscheidet.


Die eindimensionale Darstellung der Spektralfarben im Regenbogen zeigt nur einen Teil aller Farbwahrnehmungen. Die sichtbare Strahlung ist eine elektromagnetische Strahlung im Wellenlängenbereich von 380 bis 760 nm.


Psychologische Wirkung

Farben lösen unterschiedliche Empfindungen und Assoziationen aus. Diese unterscheiden sich zwischen einzelnen Menschen, haben aber bei Menschen eines Kulturkreises große Gemeinsamkeiten. Diese Wirkungen sind in der Kunst und in vielen Industriezweigen, wie Architektur, Textilherstellung und Werbung, von sehr großer Bedeutung. Die Tabelle zeigt einige Beispiele für die mögliche Wirkungen von Farben:


Tabelle


Farben werden auch generelle Wirkungen wie anregend (z. B. rot) oder beruhigend (z. B. grün) zugeschrieben. Ganze Bücher beschäftigen sich mit der "richtigen" Farbwahl. Letztlich können es aber immer nur Richtlinien bleiben, da alle Menschen verschieden empfinden und reagieren.


Auch viele Sprichworte und Redewendungen machen Gebrauch von den unterschiedlichen Assoziationen zu Farben: siehe auch Redewendungen (Farbe).


Farbwahrnehmung von Tieren

Tiere haben unterschiedliche Farbwahrnehmungen.


Ein bekanntes Beispiel sind die Bienen, die auch ultraviolette Strahlung wahrnehmen können.


Man vermutet, dass Fische in Korallenriffen oft viele Farben wahrnehmen können.


Geschichte der Farbenlehre

Es gibt Farbenlehren von Isaac Newton, Johann Wolfgang von Goethe, Johannes Itten, Harald Küppers, Hermann von Helmholtz und Ewald Hering.


Farbmodelle

Um Farben quantitativ (mit Hilfe von Zahlen) beschreiben zu können, wurden verschiedene Farbmodelle entwickelt. Je nach Anwendungsfall werden verschiedene Modelle benutzt, die eine leichtere oder genauere Farbauswahl ermöglichen. Häufig verwendete Farbmodelle sind:




Im Druckbereich und in der Technik wichtige Modelle sind:




Die Farbwerte der verschiedenen Modelle können mathematisch ineinander umgerechnet werden. Da die Farbmodelle aber einen unterschiedlichen Farbumfang besitzen, führt dies nicht immer zu befriedigenden Ergebnissen. Um eine gute Näherung zu finden bedient man sich der Farbnachstellung.


Spektralfarben und Mischfarben

Farben, die durch die Zerlegung weißen Lichts entstehen, werden als Spektralfarben bezeichnet. Allerdings enthält das Spektrum nur einen kleinen Teil aller möglichen Farben - nämlich nur die reinen Farben, und von diesen nicht diejenigen auf der so genannten "Purpurlinie" zwischen Violett und Rot. Alle anderen, die durch Farbmischung entstehen, bezeichnet man als Mischfarben. Bestimmte Mischfarben können dem menschlichen Auge durch Metamerie als identisch zu bestimmten Spektralfarben erscheinen. Die folgende Übersicht zeigt solche identisch erscheinenden Entsprechungen der Spektralfarben und einige Mischfarben - echte Spektralfarben lassen sich auf Computermonitoren nicht erzeugen:


Tabelle


Die Wellenlängen sind in Nanometern (nm) angegeben. Eine Liste von anderen Objekten ähnlicher Größe ist verfügbar.


Bunte und unbunte Farben

Die Frage, ob Schwarz und Weiß Farben sind, bietet erstaunlicherweise einigen Diskussionstoff. In der Alltagssprache spricht man zwar von den "Farben" Schwarz und Weiß, würde sie aber nicht als "farbig" bezeichnen. Auf der anderen Seite, erfüllen Schwarz und Weiß alle Kriterien für eine Farbe. Sie auszuschließen führt zu etlichen unsinnigen begrifflichen Verrenkungen.


Möchte man sich exakt ausdrücken, unterscheidet man besser zwischen bunten und unbunten Farben. Schwarz und Weiß einschließlich aller dazwischenliegenden Grauwerte bezeichnet man als unbunt. Alle anderen Farben werden als bunt bezeichnet.


Die Unterscheidung rührt aus der Farbwahrnehmung her, in der die deutlich lichtempfindlicheren Stäbchen nur Helligkeitsunterschiede erfassen, in die eine Farbigkeit von Spektralfarben aus der Wahrnehmung der Zäpfchen im Gehirn eingemischt wird. Daher rührt die Scheidung von Farbe in Farbton und Helligkeit. Die Farben Schwarz und Weiß sind hier Helligkeitsnuancen der Grautöne, und Grautöne können auch bei Lichtverhältnissen wahrgenommen werden, in denen die Farbzapfen nicht mehr reagieren.


Verwandte Themen



Physikalische, chemische und biologische Aspekte:




Allgemeine Aspekte:




Literatur



Weblinks

http://www.hr-online.de/fs/schulfernsehen/farbe.html
http://archiv.christoph-hoffmann.de/ESS/Semi/ROT.pdf (Umfangreiche Arbeit über Farben/Farbwahrnehmung im Allgemein (physikalisch & biologisch), ihre Wirkung, usw. am Beispiel der Farbe Rot)
colorsystem.com - sehr umfassend, auf Englisch
http://cvrl.ucl.ac.uk/ Umfangreiche Tabellen zu Farbe und Farbwahrnehmung
http://home.arcor.de/alistreff/interessant/spektrum.html umfangreicheres Spektrum von 100 RGB-Farben
RGB Farbmixer-Applet Java-Plugin im Browser ist erforderlich
http://www.ipsi.fraunhofer.de/Kueppersfarbe/de/ Website von Harald Küppers

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